Clouds of Dementia – Seventh Seal (Rezension / Review)

Clouds of Dementia - Seventh Seal
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In meinen jungen Jahren konnte der Metal nicht schnell, aggressiv und dunkel genug in meinen Ohren wüten. So ein scheinbar tristes, graugraues, eintöniges und langweiliges (weil nur oberflächlich betrachtetes) Genre wie Doom war damals keine Option. Ab einem gewissen Reifungsgrad wurden mir aber vor allem die mit Epik stark angereicherten Auswüchse des Dooms immer sympathischer. Nun ist es mir völlig schleierhaft, wie ich früher solche genialen Melodien und Riffausbrüche, wie sie wirklich nur dieses Genre hervorzubringen vermag, überhören konnte. Aber vielleicht ist Doom auch nichts für junge Spunde. So führt mir mein stetig wachsender, sich permanent leicht wandelnder bzw. weiter entwickelnder Musikgeschmack vor Augen, was für ein knorriger alter Baum ich bereits geworden bin. Aus diesem Grunde sollte man sich über jeden einigermaßen gut gespielten Metal freuen und nicht stets und überall das einem selbst ausgefallene Haar in der Suppe eines anderen suchen, denn wer weiß, ob die Lebensfreuden des eigenen Daseins nicht schon bald abrupt zu Ende sein können.

Deshalb freue ich mich nun auch über die erste EP der Franzosen von Clouds of Dementia, die sich vermutlich nach dem gleichnamigen Song von Candlemass benannt haben und uns mit ihrem passenderweise auf „Welcome“ betitelten Opener sogleich im Land der Toten willkommen heißen. Die Spielart mit den für Doom typischen langgezogenen Gitarrenakkorden und der klare Gesang lassen sofort einen Vergleich zu den bekanntesten Bands des Genres zu. Natürlich ist dies positiv zu sehen, wird doch das kleine, sich auf fünf Tracks erstreckende und zu „Seventh Seal“ benannte Gesamtwerk jeden Doomster freudig stimmen können, auch wenn Clouds of Dementia das Rad der Verdammnis nicht neu erfunden haben. Mit dem fokussierten Kurs wälzt das Quintett aus Nantes dieses aber jetzt schon knochenberstend über das erwählte Terrain und zeigt eindrucksvoll, in welche Richtung die zukünftige Reise wohl gehen wird. Hoffentlich in dieselben hochqualitativen Gefilde, auf welchen der zentral platzierte Titeltrack „Seventh Seal“, eine zum Niederknien einladende Doom-Hymne mit absolut genialer Gitarrenarbeit, angesiedelt ist. Definitiv der Höhepunkt der EP und wahrscheinlich auch des bisherigen Schaffens der Band. Diesen Track bzw. die auf nur 100 Einheiten limitierte und selbst produzierte EP sollte sich kein Liebhaber des traditionellen Dooms entgehen lassen! Für die anderen Tracks wie z. B. die längste Nummer „Love Song“ gilt übrigens dasselbe, denn jeder einzelne wartet mit einigen besonderen Momenten auf.

When I was younger, Metal couldn’t rage fast, aggressively and darkly enough in my ears. A seemingly dreary, gray, monotonous and boring (because only superficially considered) genre like doom wasn’t any option at that time. From a certain degree of maturity, however, especially the epic outgrowth of doom, became more and more sympathetic to me. Now it’s completely cryptically to me, how I used to be able to miss such ingenious melodies and outbursts of riffing, as only this genre really generates. But maybe doom isn’t something for young people. My steadily growing, constantly changing and developing musical taste leads me to realize what a knotty old tree I’ve already become. For this reason, you should look forward to every well-played metal, and don’t you try to find a fly in the ointment. Who knows whether ones own joy of life ends abruptly soon.

That’s why I now enjoy the first EP of the Frenchman of Clouds of Dementia, which probably named themselves after the song of the same name by Candlemass and they welcome us now in the land of the dead with their opener (which is appropriately named) „Welcome“. The style with doom-typical long drawn guitar chords and clear vocals allow a comparison to the best known bands of the genre. Of course this is a good thing and the small work „Seventh Seal“, containing five tracks, will be a joy to every doomster, even though Clouds of Dementia do not reinvent the wheel of damnation. With the focused direction, the quintet from Naoned is now rolling over the chosen terrain, and it shows impressively in which way the future journey will take place. Hopefully in same high-quality-realms as the centrally placed title track „Seventh Seal“ – a doom anthem inviting to kneel on your knees – with absolutely ingenious guitars. Definitely the culmination of the EP and probably of the band’s previous work. This track or in other words the self-produced EP, which is limited to only 100 copies, should not be missed by any lover of traditional doom! Same with the other tracks like the longest number „Love Song“ for example, because each one has got some very special moments.

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