Sächsisches Schmugglerbier Dunkel (Bierempfehlung)

Sächisches Schmugglerbier

Dieses Bier wurde mir von einem Arbeitskollegen aus seiner ehemaligen Heimatstadt Sebnitz (Sachsen) mitgebracht. Ich denke, man kann es guten Gewissens und mit einem leichten Schmunzeln als „Bier für Grenzgänger“ bezeichnen. Diesen Spitznamen gebe ich dem gar köstlichen Gerstensaft aber nicht, weil es mich im Besonderen an meine Grenzen brachte. Nein, die Namensgebung hat eher historische Gründe. Grenzwertige Erfahrungen musste ich nicht bei diesem Genuss machen.

Leider muss ich mich bei der Erklärung dieser Gründe auf Mund-zu-Mund-Propaganda verlassen, denn ich fand in den Weiten des Netzes weder Bestätigung noch Dementierung für folgende Geschichte. Erfunden wurde das Sächsische Schmugglerbier im Gasthof „Zum Schmuggler“ der sächsischen Stadt Sebnitz, die nicht allzu weit von der tschechischen Grenze entfernt liegt. In einer mir nicht näher definierten Vergangenheit schien nicht nur der Ort Sebnitz im Allgemeinen sondern auch die besagte Gaststätte im Speziellen ein Umschlagplatz für Schmugglergut aus osteuropäischen Landen gewesen zu sein. Oder für westeuropäisches Schmugglergut, das seine Reise in den Osten antrat? Auch möglich. Damals verfügte der Ort des Geschehens selbstverständlich noch nicht über einen so eindeutigen Namen. Den bekam der Gasthof erst später – nach der Wende, vermute ich mal. Mittlerweile hat die Geschichte des Schmugglerplatzes allerdings einen festen Platz in der Namensgebung mehrerer dort erwerbbarer Produkte: Sei es der Schmugglerteller oder eben das Schmugglerbier.

Herbes Bier für trockene Kehlen

Ich hatte das Vergnügen, die dunkle Variante dieses extra für den Gasthof gebrauten Bieres verkosten zu dürfen. Meinen Gaumen erfreute vor allem eine fast schon trockene und intensive Rauchigkeit. Die Röstaromen des Malzes treten sehr stark in den Vordergrund, sind aber niemals übermaßig dominant oder gar lästig. Jedoch ist es schon bemerkenswert, dass die meisten anderen Geschmacksnoten – sei es nun die Bitterkeit des Hopfens oder die Süße des Malzes – eher in den Hintergrund treten. Ich würde das Bier vollkommen berechtigt als kernig bezeichnen. Der trockenen Kehle eines vom anstregenden Tag in der prallen Sonne geplagten Schmugglers würdig. Alles in allem eine empfehlenswerte regionale Spezialität mit interessanter Geschichte. Für ein Schwarzbier erscheint es allerdings ziemlich hell im Glas und wirkt eher bräunlich. Als kleines Tüpfelchen auf dem I besitzt das Bier auch noch seinen eigenen (leicht rockig anmutenden und zum Trinken verführenden) Song, welchen man sich über die Seite Soundcloud anhören kann. Das mag Geschmacksache sein, ist aber sicherlich der Vermarktung des Bieres zuträglich.

Sollten sich unter den Lesern Zeitzeugen oder Kenner dieser Geschichte befinden, die diese bestätigen bzw. mich eines besseren Belehren können: Nur zu! Ich bin immer neugierig und dürste geradezu nach der Wahrheit.

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen
Alkoholgehalt: 4,8 %

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