Across The Shade – Winter is Coming (Rezension / Review)

Across The Shade - Winter Is Coming EP
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Der Winter kommt. Das ist so unabwendbar wie indiskutabel. Auch wenn er jetzt, wo gerade erst der Frühling eingekehrt ist und selbst der Sommer zaghaft seine Fühler in die Luft reckt, noch unendlich weit entfernt scheint. Vielleicht ist es gerade deshalb den Jungs von Across The Shade ein Bedürfnis, als Botschafter der kalten Jahreszeit zu fungieren. Möglicherweise ist der Titel ihrer Mitte April erschienenen EP „Winter is Coming“ aber auch eine metaphorische Anspielung darauf, dass die Zeiten heutzutage gefühlt nicht besser werden und uns ein langer Winter bevorsteht? Oder bewegen wir uns im Fantasy-Bereich und das Album thematisiert die bekannte Serie „Game of Thrones“? In Ermangelung von vorliegenden Texten bleibt mir nur das Spekulieren übrig.

„Winter is Coming“ ist jedenfalls das erste Lebenszeichen der polnischen Truppe, die sich auf dem dreispännigen Kurzwerk ganz dem Melodic Death verschieben hat. Erfrischenderweise interpretieren sie dieses Genre jedoch nicht ganz so überspitzt und „hyperaktiv“, wie es viele andere Bands zu Hochzeiten des Melo-Deaths taten. Man könnte „Winter is Coming“ beinahe schon als gemächlich bezeichnen, obwohl es dem Album in keinster Weise an guten sowie eingängigen Melodien fehlt, und auch zum Einschlafen ist mir selbst nach dem siebten Hördurchgang nicht zumute. Dafür stellt sich eine leichte Frustration ein: Die Scheibe ist einfach viel zu kurz!

Keine Revolution, aber grundsolider Melo-Death

Across The Shade bewegen sich mit „Winter is Coming“ nicht an der Spitze einer Bewegung, die den Melodic Death Metal revolutionieren möchte. Dafür ist auf der EP zu viel Bodenständiges zu finden. Dafür aber, dass es ihr erster Schrei in die weite Welt des Metals hinaus ist, kann man ihr Werk jedoch zu Recht als solide bezeichnen. Gleich der Titeltrack weiß durch melodische Gitarrenarbeit zu überzeugen. Den Anschluss macht „Birds of Hate“, das ein wenig härter daherkommt und mich ein kleines bisschen an Dark Tranquillity erinnert – um mal einen bekannten Vergleich heranzuziehen. „Across the Shade“, der Abschlusstrack und gleichzeitig kürzester Song der EP bringt mit seinem sanft klimpernden Einstieg vielleicht die zusätzliche Spur Abwechslung mit, welche das zukünftige Potenzial der Band unterstreicht. Angenehmerweise sind die drei Songs nämlich abwechslungsreich genug, um große Hoffnungen auf ein erstes, volles Album zu wecken.

Am Ende bleibt eine viel zu kurze EP mit drei, wenn auch nicht herausragenden, aber auf jeden Fall guten Songs, die Lust auf mehr wecken. Auch auf einen Live-Auftritt der Jungs, die scheinbar – wenn man sich die Bildergalerie auf der Webseite mal ansieht – einen gewissen Fetisch für Kapuzenpullis besitzen.

Winter is coming. This is as inevitable as it’s indisputable. Even now, when spring just has come and summer is slowly coming, the winter still seems infinitely distant. Perhaps it is precisely for this reason, the guys of Across The Shade feel a need to act as ambassadors of the cold season. Or the title of their EP „Winter is Coming“ from April 2017 is a metaphorical allusion to the fact that times are not improving today and a long winter is ahead for us? Or is it just about the famous TV show „Game of Thrones“? In the absence of existing lyrics, only the speculation remains for me.

„Winter is Coming“ is at least the first sign of the Polish band, which have are focused on melodic death metal. However, they do not interpret it as „hyperactive“ as many other bands did at the „high times“ of this genre. You could almost call „Winter is Coming“ as leisurely, although the album isn’t lacking of catchy melodies in any way. Even after the seventh listening, I do not feel bored or sleepy. But there is a light frustration: This disc is much too short!

No revolution, but solid melodic death

Across The Shade, are not at the forefront of a movement that wants to revolutionize melodic death metal, because the EP is much too down-to-earth. But as a first scream in the wide world of metal, one can rightly call their work solid. Right from the beginning the title track knows to convince through melodic guitar work. The connection is made by „Birds of Hate“, which is a little bit harder and reminds me somehow of Dark Tranquility – to use a known comparison. „Across the Shade“, the closing track and the shortest song on this EP, adds with its gently entry an extra variety that underlines the future potential of the band. Pleasingly, the three songs are varied enough to arouse great hopes of a first full-length album.

In the end there is a far too short EP with three – not outstanding, but definitely good – songs that wake up a desire for more. Also for a live appearance of the guys, who seem to have – if you look at the picture gallery on their website – a certain fetish for hoodies.