Arkheron Thodol – Thaw (Rezension / Review)

Arkheron Thodol - Thaw
DeutschEnglish
Mit den aus Montana stammenden Amerikanern Arkheron Thodol etabliert sich dieses Jahr eine neue Band in der Szene, die man ebenfalls (ich greife hier absichtlich die von der Band Deafest kreierte Bezeichnung auf) als „Rocky Mountain Black Metal“ titulieren kann. Die Band wurde zwar bereits 2012 gegründet, aber abgesehen von einer EP, die anscheinend noch kein großes Aufsehen erregt hat, haben die vier Musiker erst kürzlich ihr Debüt-Album mit dem Namen „Thaw“ veröffentlicht. Thematisch behandelt das Album die Geschichte einer Person, die in der heutigen Gesellschaft ein neues Bewusstsein erlangt. Doch bevor der Weg dieser neuen Erkenntnis in seiner Ganzheit beschritten werden kann, muss der Protagonist zu allererst diese gesellschaftliche Programmierung oder auch Indoktrinierung, also all das, was wir mittlerweile als „normal“ empfinden, abstreifen. Dies ist auch die Geburt des Albumtitels, denn mit dem „Tauen“ fallen alle unwichtigen Dinge vom Individuum ab und geben einen ganz anderen, offeneren Blick auf die Erkenntnis der Wahrheit frei. Das Album ist demnach sozialkritisch, aber ebenso als ein Aufruf, in Harmonie mit der Natur zu leben, zu betrachten. Harmonie hin oder her, auf „Thaw“ geht es eher rau und ungeschliffen zu, was der Schädel auf dem Cover des momentan nur in digitaler Form erhältlichen Albums bereits andeutet. Diese Marschrichtung von rasendem 90er-Black-Metal mit biestigem Gekeife (was definitiv einen Unterschied zu anderen Bands aus diesem Genre darstellt) wird perfekt durch folkige Akustik-Passagen, intensive Melodien und eine großartige Variation von Breaks bereichert. „Thaw“ ist ein dynamisches Konzeptalbum, das sicherlich Gefallen bei Fans von Enslaved, Falls of Rauros oder Enisum finden wird. Anspieltipp: „Spiritum Viridis“.
With the Americans Arkheron Thodol from Montana, this year a new band is established in the scene, which can also be titled as „Rocky Mountain Black Metal“ (I can deliberately pick up the label created by the band Deafest here). The band was founded already in 2012, but apart from an EP, which has apparently not yet caught much attention, the four musicians have recently released their debut album „Thaw“. The album deals with the story of a person who is gaining a new consciousness in today’s society. But before the path of this new realization can be approached in its entirety, the protagonist has to dismantle the social programming or indoctrination, that we all today perceive as „normal“. This is also the birth of the album title, because with the „thawing“ all unimportant things fall from the individual and release a completely different, more open view for the knowledge of truth. The album is therefore socially critical, but also as a call to live in harmony with nature. Anyway, „Thaw“ is rather rough and unpolished, similar to the skull on the cover, and currently only available in digital form. This marching direction of fast-paced 90s-black-metal with brittleness (which is definitely a difference to other bands from this genre) is perfectly enriched by folky acoustic passages, intense melodies and a great variation of breaks. „Thaw“ is a dynamic concept album, which will surely please fans of Enslaved, Falls of Rauros or Enisum. Listening tip: „Spiritum Viridis“.