Ash of Ashes – Listening Session zum Debüt

Ash of Ashes Listening Session

Was macht man, wenn aus alter Asche keine Flamme mehr sticht? Ganz einfach: Man sammelt neues Brennmaterial und entfacht ein neues Feuer daraus. So ähnlich wird es sich wohl auch Skaldir von der sehr beliebten, doch bereits seit 2012 (leider) aufgelösten deutschen Band Hel gedacht haben, als er sein aktuelles Projekt Ash of Ashes aus der Taufe gehoben hat. Nach einer fast fünfjährigen Schaffensphase ist das erste und noch namenlose Debüt-Album nahezu komplett eingespielt und eingesungen, und soll im kommenden Jahr auf die hungrige Hel-Anhängerschaft losgelassen werden.

Zu diesem freudigen Anlass hat Skaldir am 28. Oktober zu einer kleinen und gemütlichen sowie freundschaftlichen Listening Session in seinen Kalthallen Studios eingeladen, und diesem Ruf sind wir natürlich ohne zu zögern und voller Erwartungen gefolgt. Nachdem sich alle geladenen Gäste eingefunden und es sich bequem gemacht haben, ging es etwas verspätet, jedoch nicht ohne vorher ein Bierchen geköpft zu haben, gleich mit „Down the White Waters“, dem ersten Song des Albums, los. Morten Basse, selber bei mehreren metallischen Musik-Projekten, z. B. bei Gravehammer, aktiv, welcher per Skype aus dem fernen Kiel zugeschaltet wurde, hat zuvor noch einige Infos zum Text und der Idee dahinter erläutert. Er ist das zweite vollwertige Mitglied bei Ash of Ashes, zuständig für alle Texte und den gutturalen Gesang. Als dann anschließend der Play-Button von Skaldir gedrückt wurde, breitete sich eine spannungsgeladene Ruhe im Raum aus. Die Zeit schien für einen kurzen Moment zum Stillstand gekommen zu sein, als sich sehr epische Klänge aus den Boxen manifestiert und alle Beteiligten augenblicklich in ihren Bann geschlagen haben. Die tolle melodische Grundausrichtung und die im Verlauf aufkommenden Chöre ließen mich zunächst an das neue Album von Sons of Crom, welches aktuell fast unser gesamtes Waldhalla-Team begeistert, denken. Beim zweiten Song „Flames on the Horizon“ kamen uns neben der ganz klar vorhandenen und im Vorfeld ankündigten Bathory-Last auch Reminiszenzen an die früheren Ereb-Altor- und Falkenbach-Auswürfe in den Sinn, was uns ebenso sehr freudig stimmte. Doch trotz der gezogenen Parallelen thront über all dem, wie Tannen auf einem Berg, Skaldirs unverkennbare Handschrift. Denn die Gitarre, den Bass, das Keyboard sowie den cleanen Gesang hat der Hel-Meister selbst mit seinem irdischen Atem belebt. Die weiteren drei Songs trumpfen zusätzlich mit einem nicht unerheblichen Folk-Anteil auf, welcher von den beiden Gastmusikern Runahild (Hardanger Geige) und Mathias Gyllengahm von Utmarken und Norrsinnt (Nyckelharpa) beigesteuert wurde. Die Drums wurden dagegen in nur wenigen Stunden von Dennis Strillinger von Magma Waves eingetrümmert. „Ash to Ash“ und „Sea of Stones“ sind deshalb nicht von ungefähr richtig knallige Nummern geworden. „Springar“ ist dagegen ein reines Instrumentalstück, welches das Album gekonnt in zwei Teile gliedert. Track sechs bis neun („Seven Winters Long“, „In Chains“, „The Queen‘s Lament“ und „Chambers of Stone“) sind nämlich thematisch unter dem Banner von „The Lay of Wayland“ versammelt, einer germanischen Heldensage, in der das Leben und die Knechtschaft des legendären Meisterschmieds geschildert werden. Auch hier haben alle Musiker alles gegeben, um ein wahrlich mitreißendes musikalisches Epos zu kreieren. Ein kurzes Piano-Stück lässt diese abenteuerliche Reise dann ausklingen.

Prognose: Nächstes Jahr erwartet uns definitiv ein echtes Schmankerl der heidnischen Metal-Kunst, welches sich qualitativ nahtlos an „Das Atmen der Erde“ reiht. Leider gibt es noch keinen genauen Veröffentlichungstermin, und es steht ebenso wenig fest, unter welchem Label-Dach das Album ein Zuhause finden wird. Man muss sich also noch etwas in Geduld üben… Als weitere Neuigkeit können wir auch verkünden, dass „Falland Vörandi“ erneut veröffentlicht wird. Diesmal aber mit organischem, ebenfalls von Dennis Strillinger übernommenem Drumming! Auch da sind aber leider noch keine genaueren Daten bekannt. Vermutlich wird es aber nicht mehr allzu lange dauern, denn schließlich ist schon alles im Kasten!