Belliciste – Sceadugenga (Rezension)

Belliciste - Sceadugenga

Belliciste fällt wohl in die Rubrik der Bands, die keine Sau kennt. Das aber völlig zu Unrecht! Von daher fühle ich mich verpflichtet allen schwarz angehauchten Seelen das mittlerweile schon fast zwei Jahre alte Debütalbum „Sceadugenga“ vorzustellen, um so den Bekanntheitsgrad dieses Black-Metal-Projektes zu steigern.

Hinter dem abstrakt „with elements of decomposed punk and corroded heavy metal“ gespickten „belligerent black metal“ steht der aus Neuseeland stammende und nach Europa übergesiedelte Eigenbrötler Krigeist. Die Wortwahl für den stilistischen Umriss seiner Musik ist hierbei absolut präzise getroffen, sind doch alle sich auf diesem Album befindenden Songs total hasserfüllte Initialzündungen der traditionellen alten Schule. Der Opener und Titeltrack „Sceadugenga“ prescht sogleich mit einem rasanten und von giftigem Gekeife begleiteten Tempo wie eine Schallwelle der Vernichtung dermaßen böswillig nach vorne, dass man sich eines unweigerlich ganz sicher sein kann: Hier werden definitiv keine Gefangenen gemacht. Die Grundlage für diese Wutausbrüche, der kompostierte und zu feinem Mulch verarbeitete Heavy Metal, ist in der Tat an vielen Gitarren-Parts sofort erkennbar. Als Beispiel sei hier der Ohren zum Bluten treibende und mit einer höllisch fixen Melodie ausgestatteter Mittelteil des vierten Songs „Dance of the Aparangi“ genannt. Auf die Bremse getreten hier wird wirklich nur ganz selten. Um genau zu sein, wird eigentlich nur der Rausschmeißer „Winterplague“ komplett im Mid-Tempo gespielt, was stark mit den anderen Tracks kontrastiert. Dieser hymnische Song ist aber so eingängig, dass er einem förmlich die Kopfhaut wegzufetzen vermag!

„Sceadugenga“ ist eine schwarze musikalische Underground-Perle, die von keinem Schwarzmetaller verschmäht werden sollte. Das Ding ist eigentlich so scharf, dass es hinter Gitter gehört!

(auch veröffentlicht im Hammerheart Fanzine #10, Mai 2016)