Black Metal – The Cult Never Dies Vol. 1 (Buchvorstellung)

Black Metal - The Cult Never Dies Vol. 1

Bei „Black Metal – The Cult Never Dies Vol. 1“, dem zweiten auf Deutsch erschienenen Buch von Dayal Patterson (die englische Ausgabe war für mich zwar nicht schwer zu lesen, aber auf Deutsch ist vieles doch schneller und einfacher zu verstehen), gibt es einige zusätzliche Inhalte, die platztechnisch nicht in das erste Buch gepasst haben. Die deutsche Fassung beginnt mit „Prelude to the Cult“, welche in der englischen Ausgabe als Extra-Heftchen im Stile eines alten Fanzines beilag. Hier gibt es Interviews mit Mayhem, Archgoat, Clandestine Blaze, Taake, Gorgoroth, Impaled Nazarene, Beherit, 1349/Satyricon, Maniac/Skitliv, Enthroned, Horna/Behexen, Sigh, Marduk, Hades Almighty und anderen, die noch vor dem ersten Buch von Dayal zum Beispiel für den englischen Metal Hammer oder sein eigenes Fanzine „The Crypt“, welches er damals alleine betrieben hat, geführt wurden. Das Ganze nimmt 128 der insgesamt 382 Seiten ein.

Zu Anfang von „The Cult Never Dies Vol. 1“ geht es ausschließlich um Norwegen, und dazu gibt es eine ausführliche Geschichte von Satyricon. Über 30 Seiten geht dieses Kapitel, angefangen bei der Gründung der Band, über die einzelnen Alben, ihre Verstrickung mit Darkthrone, Thorns und Emperor bis hin zu den Nebenprojekten der beiden Bandmitglieder. Hierbei stellt sich für mich heraus, dass Satyr ein überraschend sympathischer Zeitgenosse ist. Weitere Kapitel, die ich persönlich sehr spannend finde, sind die über Kampfar, Wardruna und das Kapitel zu Theodor Kittelsen, welcher mit seiner Kunst auf vielen Werken des Black Metals vertreten ist. Das wohl bekannteste ist Burzums Cover von „Hvis lyset tar oss“, welches das Bild „Fattigmannen“ (übersetzt „Der arme Mann“) zeigt. Außerdem finden Solefald und Manes hier Erwähnung.

Die Kapitel über die polnische Black-Metal-Szene sind kürzer, aber nicht weniger interessant. Arkona und Evilfeast haben meine Aufmerksamkeit am meisten beansprucht, wobei ich Evilfeast geradezu verschlungen habe. Die Band war mir bis dato völlig unbekannt. Aber auch die Kapitel über die mittlerweile recht großen Mgła und ihr anderes Projekt Kriegsmaschine waren sehr lesenswert. Xantotol und Mastiphal sind hier ebenso bedacht worden.

Von den Kapiteln über den Depressive Black Metal konnten mich die Teile von Strid und Bethlehem am meisten begeistern. Strid waren mir unbekannt, aber seitdem ich das Kapitel gelesen habe und mir ihre beiden Veröffentlichungen von ’93 und ’94, welche den Depressive Suicidal Black Metal wohl begründet haben, zu Gemüte geführt habe, sind sie fester Bestandteil meiner Black-Metal-Playlist.

Im Großen und Ganzen bin ich von „The Cult Never Dies Vol. 1“ genauso begeistert wie von „Evolution of the Cult“, weil man hier unglaublich viele Hintergrundinfos erhält und das Buch einfach nur gut geschrieben ist. Außerdem ist alles mit tollen Fotos und Bildern ausstaffiert. Zudem merkt man bei Dayals Büchern sofort, dass hier jemand am Werke ist, der das Thema persönlich genauso spannend findet, wie der Leser, für den sie gedacht sind. Was den Black Metal angeht, so sind diese Bücher (für mich) mit Abstand die besten, und ich freue mich schon jedes Mal, wenn etwas neues von ihm angekündigt wird!