Burkhartsvinter – Hohenkrähen

Burkhartsvinter - Hohenkrähen

Indes bei mir noch das erste Album „Burkhartsmal“ der drei Schwarzmetaller von Burkhartsvinter auf Bandcamp lief, und ich mich relativ schnell, gleich nach dem absolut genialen zweiten Killersong „Necroblight“ dazu entschloss, dass diese schwarze Musik auch unbedingt in die eigenen vier Wände eingearbeitet werden muss, flatterte mir ihre Anfrage, ob wir nicht Lust hätten etwas zu ihrer zweiten CD zu schreiben, in den digitalen Postkasten. Aber klar haben wir! Und das sowas von! Ein paar Tage später war „Hohenkrähen“, das nach einem nördlich von Singen gelegenen Berg benannte Werk, dann auch in meinem richtigen Briefkasten zu finden gewesen. Mit Slipcase und einem Wachssiegel sehr dekorativ verziert (was die auf 100 Stück limitierte Edition betrifft), macht die mit einem sehr stimmigen Artwork daherkommende Jewelcase-CD schon optisch einiges her. Und ebenso akustisch, was ich nach einem ausgiebigen Hörerlebnis bestätigen kann.

Der erste Song „Aachland“ fängt sogleich absolut fetzig an. Ja, Burkhartsvinter brettern hier ein wahres Riffkonzert herunter, so dass ich geneigt bin hier von Black ’n‘ Roll zu sprechen, denn diese Spielweise zieht sich fast durch das gesamte Album. Auch der zweite und titelgebende Song „Hohenkrähen“ fängt gigantisch und wirklich groovig an. Doch leider scheint ab der ca. fünften Minute gerade hier den Jungs irgendwie die Kreativpuste ausgegangen zu sein, denn in den weiteren nachfolgenden 4 Minuten wird eine recht geradlinig verlaufende Gitarrenabfolge wie ein Teig bis zum beinahe Gehtnichtmehr ausgerollt. Das ist (in meinen Ohren wohlgemerkt) irgendwie ein kleiner, nicht wirklich nachvollziehbarer Stolperschritt in dem ansonsten genialen pechschwarzen Black-Metal-Kommando. Er ist aber zu verkraften und nicht wirklich störend. Mit „Under Satanic Command“ wird doch schließlich die leicht abgebremste Fahrt wieder voll aufgenommen. Die Jungs schenken euch den reinsten Black Metal ein, nicht mehr und nicht weniger. Und das ganz ohne Synths, Clicktracks, Triggers, Reamping oder anderem Bullshit, wie es in dem kleinen Beiblatt zu lesen ist. Also total frei von allen künstlichen Zusatz- und Konservierungsstoffen, haha. Somit total gesund für den Kopf. Und durchgehend im Mid-Tempo bis etwas schneller, aber nie wirklich in Raserei ausbrechend. Aber gerade deshalb funktioniert es bestens, was dauernde Zuckungen in der Nackensteakgegend erzeugt. Ein Blick auf die Texte, könnte aber dem einen oder anderen Zartbesaiteten etwaige Augenzuckungen bescheren. Hasserfüllt wird hier mit derben, von vielen Kraftausdrücken geschmückten Lyrics gegen Religionen, ebenso gegen den Islam wie das sich permanent auf Platz 1 der Black-Metal-Hass-Charts befindende Christentum, und gegen die Kategorie Untermensch mit Höllenfreude gehetzt. Jau, ein echt wirkungsvolles Mittel, um sich den Kopf mal mit Wahrheit von Mister Satan waschen zu lassen, hahaha!

Mit „Frundsberg“ und „Knights of the Deathcult“ haben es noch zwei weitere überlange Nummern auf das Album (lediglich „S.G.W.G.T.C.“, was wohl für „Southern German Wehrgoat Terror Command“ steht, ist dann noch ziemlich kurz) geschafft, doch diese sind mit genügend Ideen- und Abwechslungsreichtum gesegnet… äh verflucht, so dass die Scheibe jedem Black Metaller gefallen müsste. Wer Mayhems „De Mysteriis Dom Sathanas“ und/oder Satanic Warmaster vergöttert… äh verteufelt, der wird den eiskalten wie rauen War Metal von Burkhartsvinter garantiert zu schätzen wissen. Das Album macht definitiv Lust auf mehr. Ich würde die Jungs vor allem mal live erleben wollen, denn auf der brennenden Bühne wird bei ihnen bestimmt voll die Pest abgehen. Meine nächste Aktion wird zumindest darin bestehen, mir erst noch eine Kopie des Debüts zu sichern. Ach ja, noch etwas: Für absolute Tape-Fetischisten gibt es von „Hohenkrähen“ noch eine entsprechende Version mit einem Bonus-Cover-Track von Satanic Warmaster.