Häive – Iätön (Rezension / Review)

Häive - Iätön
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Trolle und Wälder, weit oben im Norden – das passt zusammen wie das Moos auf den Megalithen. Erst kürzlich fand ich ein Interview mit Häive im (leider) letzten Trollmusic Herald, welches mich aufgrund der dort beschriebenen „majestätischen Melodien“ neugierig machte. Als ob die Götter selbst es veranlasst hätten, trudelte die Promo aus der Eisenwald Tonschmiede auch ein paar Tage danach bei mir ein. Und ja, die „Musik aus dem Hinterland“ ist tatsächlich mit solch wundervollen Melodien bestückt. Bereits beim kleinen instrumentalen Intro, das den Albumtitel „Iätön“ trägt (was soviel wie „Zeitlos“ bedeutet und mich irgendwie an Drudkh erinnert) bleibt der Hörer direkt im glänzenden Geäst der Melodien hängen. Wenn im zweiten Track der Gesang einsetzt, wird manch einer (so wie meine Frau) vielleicht an Rumpelstielzchen denken, wie es verschroben im Schatten der Bäume ums hohe Feuer tanzt und lacht… denn die Stimme kontrastiert stellenweise sehr stark mit den Instrumenten – anfangs etwas gewöhnungsbedürftig für mich, aber unterm Strich doch nur ein Teil der Dynamik dieser Scheibe. Das Album besteht aus Folk-, Rock- und Black-Metal-Elementen, wobei aber nichts in Raserei ausartet, denn die Songs sind eher im Down- bzw. Mid-Tempo-Bereich geformt. Dafür ist fast jeder von ihnen mit schmackhaften Gitarren-Solis und Akustikpassagen ausgestattet und bietet stets seine ganz eigene, individuelle Atmosphäre. Wer anspruchsvollen, finnischen, paganen „Einsiedler“-Metal mag, sollte sich Häives Reise durch das mystische Portal (das sich vermutlich zwischen den Berührungspunkten der übereinander liegenden Megalithen mit dem orangefarbenen Schimmer befindet) umgehend anschließen. Hier gibt es einiges zu entdecken! Mein Anspieltipp ist „Virsi tammikuinen (Song of January)“, der Häives musikalische Kreativität sehr gut widerspiegelt.
Trolls and forests far away in the north – that fits together like the moss on the megalith. Only recently I found an interview with Häive in the (very sad to say) last issue of the Trollmusic Herald, which made me curious about the „majestic melodies“ described there. As if the gods themselves had arranged it, the promo CD from the Eisenton Klangschmiede reached me a few days later. And yes, the „music from the hinterland“ is actually equipped with such wonderful melodies. Already in the small instrumental intro, which carries the album title „Iätön“ (which means something like „Timeless“ and somehow reminds me of Drudkh) the listener gets stuck directly in shiny branches of the melodies. When the vocals start in the second track, some of you (like my wife) might think of Rumpelstiltskin as it dances quirky in the shadow of the trees around the high fire and laughs… because the voice contrasts strongly with the instruments in some places – at first I needed to get used to it, but finally it’s only a part of the dynamics of this disc. The album consists of folk, rock and black metal elements, but it doesn’t turn out in a raging fury, therefore the songs are shaped more in down- or mid-tempo. But almost all of them are equipped with tasty guitar solos and acoustic passages and always offers their very own, individual atmosphere. Those who like sophisticated, Finnish, pagan „hermit“ metal, should immediately join in Häive’s journey through the mystical portal (which is probably located between the points of contact of the superimposed megaliths with the orange glimmer). There is a lot to discover here! My reference tip is „Virsi tammikuinen (Song of January)“, which is reflecting Häive’s musical creativity very well.