Herbst Equinox & Samhain Celebration 2017 (Preliminary Report mit Inkantator Koura)

Herbst Equinox & Samhain Celebration 2017

Dieses Jahr verwandelt sich das thüringische Gotha zum Zentrum für gleich zwei spannende Veranstaltungen. Wie im letzten Jahr findet die Samhain Celebration abermals im English Pub „The Londoner“ statt und bietet weit mehr als bloß musikalische Unterhaltung. Ein paar Wochen vorher präsentiert Veranstalter Inkantator Koura das nicht minder interessante Herbst Equinox im Gothaer „Gewölbekeller Augustinerkloster“. Grund genug, um auch dieses Jahr im Vorfeld nachzuhaken, was die Gäste erwarten können.

Ich grüße Dich IK. In diesem Jahr sind es gleich zwei Veranstaltungen im Zeichen der Jahreszeiten, welche Du Dir zur Brust genommen hast. Da ist bestimmt noch einiges an Vorbereitungen zu treffen. Einfach mal frei heraus gefragt: Was erwartet uns diesmal bei der Samhain Celebration bzw. dem Herbst Equinox?

Das Herbst Equinox wird ein kleines feines Akustik-Konzert. Veranstaltungsort ist der Gewölbekeller des Augustinerklosters hier in Gotha. Es wird ein sehr intimer Abend, die Karten sind auf 100 Stück limitiert. Es wird eine minimale Mikrofonierung vorgenommen, welche den intimen Charakter noch einmal unterstreichen wird.

Die Künstler sind sehr breit aufgestellt. Zunächst haben wir das Duo Paul Werling und Hanna Mauk, welche man in die Sparte Singer-Songwriter stecken kann. Alles wirkt sehr fragil, es erinnert an Nick Cave und dennoch transportiert die Musik eine angenehme Wärme. Dann haben wir Danijel Zambo, einen Freelance-Musikproduzenten aus Augsburg. Er tritt mit seinem Akustikprojekt walden auf. Das ist besonders etwas für Freunde von Empyrium und Ulvers „Kveldssanger“ – naturmystische Gitarrenmusik. Dann kommt Georg Börner aus Leipzig, der normalerweise für seine Aktivität in Sangre de Muerdago oder für sein Solo-Projekt ColdWorld bekannt ist – hier tritt er unter seinem richtigen Namen auf. Er wird Klanglandschaften erzeugen und als Hauptinstrument ein altes Folklore-Instrument, nämlich die Nyckelharpa, verwenden. Er wird also eine weitere und ganz andere Facette zu diesem Abend beisteuern. Zu guter Letzt kommt Erik Gärdefors aus Schweden, welcher eine Solo-Aufführung seines Projektes Grift performen wird. Anders als auf Scheibe, werden hier die Songs nur mit einer Akustikgitarre und seinem Gesang präsentiert. Eine ganz besondere Erfahrung purer schwedischer Melancholie.

Zudem wird es wieder einiges an exklusivem Merch geben und eine stimmige Dekoration. Der ganze Abend wird zudem von „Undergrounded“ visuell eingefangen – um es zu Bewahren und auch interessierten Hörern, die es leider nicht realisieren können vor Ort zu sein, zugänglich zu machen.

Die Samhain Celebration ist quasi das „schwarze“ Gegenstück zum Herbst Equinox. Dieses Jahr wird auch der regionale Charakter vom letzten Jahr (drei Bands kamen aus Gotha) komplett aufgesprengt. Die Bands kommen quer aus Europa, beginnend mit Werian, einer recht lokalen Band aus Weimar, über Nahtrunar aus Österreich, Forndom aus Schweden und Malokarpatan aus der Slovakei. Als besonderes Highlight fungiert der Empyrium-Black-Metal-Ableger Sun of the Sleepless.

Visuell wird Kvlt&Knochen aus Österreich in Zusammenarbeit mit mir und meinen Mannen den dekorativen Part übernehmen. Wie letztes Jahr ist auch wieder die Dame von Teufelskunst mit einer kleinen Produktauswahl ihrer Räucherungen und sonstigen Dingen des magischen Bedarfs vor Ort, wie auch der Verantwortlicher hinter Soth Arts, welcher wieder angeknöpfte Rosarien dabei haben wird.

Das klingt auf jeden Fall nach einem faszinierend abwechslungsreichen Programm. Insbesondere bei der Samhain Celebration ist mir bereits im Vorfeld aufgefallen, dass Ihr da international gut aufgestellt seid. Sun of the Sleepless sind echt ein Highlight, das sicherlich von vielen nach der langen Pause mit Neugier erwartet wird. Kannst Du uns vielleicht mit ein paar Details „den Mund wässrig machen“ (bzw. die Ohren zum Jucken bringen)?

Also das Album von Sun of the Sleepless ist eine straighte Black-Metal-Scheibe geworden. Sie werden an diesem Abend auch exklusives Merch dabei haben, welches es erstmals an diesem Abend geben wird. Zudem spielen sie auch einen Song, den sie nicht auf dem Prophecy Fest gespielt haben. Ich freue mich sehr darauf, denn das Schaffen von Mastermind Schwadorf hat mich und Mosaic sowie House of Inkantation, maßgeblich geprägt. Somit ist es mir eine große Ehre sie vor Ort zu haben.

Das glaube ich gerne, dass das eine Ehre ist. Mir ist aufgefallen, dass Du Dich mit Mosaic diesmal gar nicht auf der Bühne der Veranstaltungen blicken lässt. Wie kommt das? Oder ist da doch noch was Besonderes geplant?

Tja, wer weiß das schon…

Klingt mysteriös. So, als würde uns da tatsächlich noch die eine oder andere Überraschung erwarten. Du hattest bereits erwähnt, dass die Karten bei beiden Konzerten auf eine kleine Stückzahl begrenzt sind, was sicherlich auch den Kapazitäten der Örtlichkeiten geschuldet ist. Könntest Du Dir vorstellen eine der Veranstaltungen auch größer aufzuziehen? Oder ist der kleine, ich sage mal „familiäre“ Rahmen passender für die Atmosphäre?

Es gibt durchaus Ideen nächstes Jahr eine Art Open Air zu machen, mit einer großen Burgruine als Hintergrundkulisse, aber noch ist diesbezüglich nichts spruchreif. Die Liebe zum Detail ist für mich wichtig, und das spürt man, denke ich, auch bei meinen Projekten.

Die begrenzten Karten ergeben sich leider durch die Lokalitäten und sind kein bewusstes Kalkül. Doch noch sind es ja recht junge Konzertreihen und das Kontingent ist ausreichend.

Ein Festival an einer Burgruine hat in der Tat was. Bin mir grad gar nicht so sicher, ob es da schon Vergleichbares gibt… Auch wenn noch nichts in trockenen Tüchern ist, gibt es da einen Ort, an dem Du Dir so ein Festival gut vorstellen könntest? Thüringen ist da ja auch ziemlich gut gesegnet mit spannenden Plätzen.

Ich habe da tatsächlich schon ein konkretes Objekt im Auge, unweit von Gotha und Eisenach, direkt an der Autobahn. Das Gelände wird auch schon von einem anderen Festival mit anderer musikalischer Ausrichtung bespielt, darum ist es durchaus realistisch. Ob nun schon in 2018 oder eher erst 2019, das wird sich zeigen. Zumal ich für 2018 auch noch andere Konzerte in der Planung habe.

Um noch einmal auf die Samhain Celebration zurückzukommen: Gibt es etwas, das Dir letztes Jahr besonders gut gefallen hat bzw. Du als besonders gut gelungen erachtest, so dass Du es dieses Jahr wieder so machen möchtest? Oder anders gefragt: Gab es im letzten Jahr etwas, das Du dieses Mal vermeiden möchtest?

Also man muss echt sagen, dass die Feuertaufe wirklich gelungen war. Es gab kleine interne Sachen, welche aber das Konzert nicht weiter beeinträchtigt haben. Insgesamt fand ich den Abend sehr gelungen, es gab keine Verspätungen und alles lief nach Plan. Das einzige was mir wirklich missfallen hat, war die Art und Weise, wie sich das Publikum bei Grift verhalten hat. Es war Eriks erster Solo-Auftritt, er hatte auch technische Probleme und dann war es recht schwierig – selbst mit PA im Rücken – bei 200 Mann, die sich lautstark unterhalten haben – sicher nicht alle, aber doch schon so viele, dass es merklich gestört hat. Die Location bietet ja im vorderen Teil den Pub, wenn man sich unterhalten will, dann kann man eben dorthin gehen. So konnte sich bei Grift nicht viel Atmosphäre aufbauen, und ich stelle es mir auch als Musiker frustrierend vor, wenn ich allein auf weiter Flur stehe und der gesamte Saal miteinander schwatzt.

Dieses Jahr haben wir Forndom da, Ludvig wird auch alleine performen, deshalb hoffe ich, dass die Leute sich diesmal zusammenreißen werden. Schließlich ist es neben dem WGT der einzige Deutschland-Auftritt von Forndom für dieses Jahr, und das für ein sehr kleines Entgelt.

Ansonsten fand ich unsere Deko super, bei welcher viele meiner Arbeitskollegen mitgeholfen haben – vielen Dank dafür nochmals! Dieses Jahr wird dies hoffentlich ähnlich, wir haben sehr viele Ideen und ab Anfang September treffen wir uns dann wöchentlich, um alles vorzubereiten. Es wird auch wieder ein Merchandise-Paket geben, mit einem Tape, wo jeder Künstler zwei exklusive Lieder beiträgt und und und… Man darf gespannt bleiben!

Gespannt kann man da wirklich bleiben, und ich muss ehrlich zugeben, dass es mich reizen würde, dabei sein zu können. Ich bedanke mich bei Dir für diese Einblicke – sowohl auf die kommenden Veranstaltungen wie auch in Vergangenes sowie eine vielversprechende Zukunft.