I I / Lihhamon – Miasmal Coronation (Rezension)

I I / Lihhamon - Miasmal Coronation

Nachdem 2014 die göttliche EP „Omnivorous Void“ erschien, die im Nachhinein mehrfach u. a. über Ván Records und Into Endless Chaos Records veröffentlicht wurde, gibt es endlich neues Material von den Sachsen I I (was übrigens für Infernal Invocation seht). Diesmal auf einer Split, die sie sich mit der Band Lihhamon teilen.

Musikalisch hat sich hier zum Glück nichts verändert. Es wird weiterhin schneller, brutaler und chaotischer Black und Death mit vielen wirkungsvollen Rückkopplungen geboten, der einem den Schädel abrasieren kann. Lediglich bei dem drittem Track „Miasmal Execration“ wird für eine längere Weile der Fuß vom Gaspedal genommen. Auffällig ist der zum Vorgänger etwas klarer gewordene Sound, mit dem ich mich erst nach mehreren Durchgängen wirklich anfreunden konnte, auch wenn man hier keinesfalls von einer Hochglanzproduktion sprechen kann. Doch gerade der „Underground-Sound“ von „Omnivorous Void“ hatte es mir angetan. Gesanglich hält man sich weiterhin an die schön tiefen aber gut verständlichen Growls, welche wieder mit einer guten Schippe Hall belegt wurden. In fast 17 Minuten Spielzeit kriegt man hier drei geile Songs sowie ein Instrumentalstück geboten. Letzterer fügt sich trotz geringerer Geschwindigkeit gut in das Gesamtgeschehen ein, kommt aber nicht wirklich an die drei anderen Tracks heran. Aber diese Auskopplung packt mich wieder genauso wie die EP davor, so dass ich I I erneut live sehen möchte, denn auf dem Party.San 2016 hat mich gleich der Opener Slot so richtig angefixt.

Lihhamon stammen auch aus Leipzig wie ihre Splitkollegen, weswegen es nicht verwunderlich ist, dass es zwischen den beiden Bands viele Verbindungen zu geben scheint – Mitglieder beider Bands haben auch schon in anderen Bands zusammen musiziert bzw. sind immer noch dabei. Musikalisch und klanglich unterscheiden sich die beiden Bands deshalb auch nicht großartig voneinander, was mir ziemlich gut gefällt. Lihhamon sind noch etwas räudiger im Sound und streuen des Öfteren mal langsamere Parts mit ein. Rein gefühlsmäßig scheinen sie sich wohl mehr an älteren Vorbildern zu orientieren. Auf Seite B gibt es drei Songs von einer knappen Viertelstunde, die es aber genauso in sich haben wie die A-Seite. Vor allem der letzte Track „Chasma (Deathstrike Coronation)“ weiß mich zu packen, da er sehr schwarzmetallisch ausfällt und mit einem hymnischen Endpart exzellent verfeinert wurde.

Ich muss zugeben, dass ich mir die 12“ von Ván Records eigentlich wegen I I zugelegt habe, aber nun kann ich freudig zugeben, dass Lihhamon mich ebenso überzeugen konnten. Zweimal eine schöne Schnittstelle zwischen bestialem Black und altem Death, die geschwindigkeitstechnisch beide gut nach vorn gehen. Echt gut, dass ich mir diese schwarze Langrille zugelegt habe!