Interview mit Spectrale (Jeff & Ralph)

Spectrale Interview
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Es ist noch nicht so lange her, da durfte ich den Klängen einer durchaus als „speziell“ zu bezeichnenden Band lauschen. Spectrale wussten mich mit ihrer spacig-meditativen Ambient-Musik zwar zu überzeugen, ein paar Fragezeichen verblieben aber dennoch schwebend über meinem Kopf. Grund genug, um mit Jeff, seines Zeichens Mastermind von Spectrale, und Bandmitglied Ralph ein kleines Pläuschchen zu halten.

Hallo und danke, dass Ihr Euch für ein kurzes Interview mit uns bereit erklärt habt. Um ehrlich zu sein, hat mir Euer Erstlingswerk wirklich gut gefallen. Wenn ich da richtig liege, dann hat alles als Solo-Projekt seinen Anfang genommen, richtig? Und nun seid Ihr eine komplette Band. Gab es die Idee, Spectrale in diese Richtung zu „erweitern“, schon länger, oder hat sich das zufällig ergeben?

Jeff: In der Tat, zu Beginn war es ein Solo-Projekt und ich hatte gar nicht über Live-Auftritte nachgedacht. Nach den ersten Demos entwickelte sich jedoch die Idee, das alles live zu spielen, Erfahrungen zu sammeln und diese mit anderen zu teilen, immer stärker. Die Auswahl der anderen Bandmitglieder ergab sich aus meinem künstlerischen Umfeld.

Ralph: Als Jeff das erste Mal mit mir in Verbindung trat, bat er mich nur ein paar Cello-Parts einzuspielen. Ich war damals noch kein Teil der Band, sondern eher ein Gastmusiker. Als ich dann mitbekam, dass Spectrale auf der Suche nach festen Mitgliedern und Léo bereits zu diesem Abenteuer dazugestossen war, sagte ich Jeff gleich zu.

Wenn ich mir die Beschreibung Eurer Musik bei Bandcamp durchlese, fallen mir dort gleich einige esoterisch klingende Themen auf. Da ist die Rede von Meditationstechniken und psychographischem Schreiben. Das klingt auf jeden Fall spannend. Wie kann man sich die Entstehung der Musik für Spectrale vorstellen?

Jeff: Tatsächlich ist mein Weg des Komponierens sehr meditativ; es ist ein bisschen wie beim psychographischen Schreiben, ich lasse meinen Geist ziehen, nähre ihn durch die mich umgebenden Energien. Jetzt, wo wir mehrere in der Band sind, hoffe ich, dass das Schreiben der Musik harmonischer wird. Wenn ich von Esoterik in unserer Musik spreche, dann beziehe ich mich auf die musikalische Energie, aber auch auf das Unergründliche, das Ätherische, was uns manchmal zur Introspektion (die Einsicht in das eigene Innere) treibt.

Ralph: Um sich das, was Jeff erzählt, einmal bildlich vorstellen zu können: Wenn wir zusammen proben, entsteht manchmal dieser magische Moment. Wenn jemand mit einer improvisierten Melodie anfängt, dann schließt sich ihm ein Zweiter an, dann ein Dritter und so weiter… Jeder von uns wird ein Teil der Musik, wird von den anderen inspiriert, aber ohne sich dabei selbst zu imponieren – so wird alles in Form gebracht. Das ist ziemlich aufregend! Ich bin mir ziemlich sicher, dass zukünftige Werke aus solchen Momenten geboren werden.

Wenn ich mir den Namen Eurer Band ansehe, dann kann ich mir darunter etwas Greifbares vorstellen. Aber wie kam es zu dem Titel des Albums? Warum nur ein Dreieck-Symbol? Ist das vielleicht eine Anspielung auf die Dreifaltigkeit?

Jeff: Der Titel des Albums entstand ganz von selbst durch meine Leidenschaft für die Verwendung von Geometrie in meiner Kunst und der Zahl 3, die ebenfalls oft in meinen Zeichnungen vorkommt. Nebenbei, wenn Du Dir das Cover aufmerksam ansiehst, wirst Du bemerken, dass die beiden Göttinnen im oberen Bereich mit dem Kosmonauten unten ebenfalls ein Dreieck bilden. Die Zahl 3 kann auch den griechischen Buchstaben Alpha repräsentieren, den Anfang, also auch das erste Album. Natürlich ist die Dreifaltigkeit ein starkes Symbol, das in vielen Meisterwerken verwendet wird. Vielleicht wollte ich es unbewusst auch für unser Album verwenden.

Das Cover bietet allgemein Anlass für Spekulationen. Hat es eine spezielle Bedeutung oder ist es eine eher zufällige Mischung?

Jeff: Wie bereits gesagt, stellt das Album an sich etwas Symbolisches dar, von daher lasse ich lieber Ralph etwas dazu sagen.

Ralph: Ich selbst bin kein Freund von Überinterpretationen. Ich glaube, dass ich das auch nie mit Jeffs Kunst versucht habe. Ich habe es ganz wörtlich genommen, ohne viel nachzudenken, und bevorzuge es, das Gefühl meiner ersten Vision zu bewahren: Ein kupferfarbenes Kunstwerk mit zwei Frauen im „Art-Deco-Stil“ und einem Astronauten auf einem Bett aus Sternen… Das war’s! Das reicht mir, um mit der Musik zu reisen.

Das Projekt selbst existierte ja schon ein paar Jahre. Der erste Schritt in die Öffentlichkeit ist nun ebenfalls getan. Was erwartet uns in der Zukunft? Oder handelt es sich bei Spectrale um eine einmalige Sache?

Jeff: Der nächste Schritt ist ganz einfach. Ein paar Konzerte spielen und sich auf das nächste Album vorbereiten.

Ralph: Ja, live spielen! Und natürlich komponieren: Mit Spectrale haben wir so viel zu sagen! Und wie bereits gesagt, die Dimension als Band erlaubt es uns völlig neue Farben und Atmosphären zu erzeugen…

Dann wünsche ich Euch auch in Zukunft viel Erfolg und vor allem Spaß. Ich persönlich bin schon gespannt, was da noch alles kommt und muss ehrlich gestehen, dass mich dieses Interview noch neugieriger gemacht hat.

Jeff: Vielen Dank! Auch für die Möglichkeit zu diesem Interview!

It was not so long ago that I was allowed to listen to the sounds of a band that could be described as „special“. Spectrale knew how to convince me with their spacey-meditative ambient music. A few question marks remained floating above my head. Reason enough to have a little chat with Jeff, mastemind of Spectrale, and bandmember Ralph.

Hello and thank you for agreeing with us for a short interview. Honestly, I really like the first Spectrale album. If I’m not wrong, the whole thing started as a solo project – and now we have a complete band. Has the idea of „expanding“ Spectrale in this direction been around for a long time, or has it all come together surprisingly?

Jeff: Yes, at the beginning it was a solo project, I didn’t think about gigs. However, after composing the first demos, the idea of playing live, experience and share with people got stronger and stronger. The choice of musicians came naturally because of my artistic environment.

Ralph: When Jeff first contacted me, it was to record some cello parts. I was not in the band back then, I was more like a „guest musican“. When I saw that Spectrale was looking for some members, and that Léo joined the adventure, I contacted Jeff right away.

If I read through the description of your music at Bandcamp, then I find there some esoteric-sounding topics. There is talk of meditation techniques and automatic writing. That sounds fascinating. How exactly can one imagine the making of music for Spectrale?

Jeff: Indeed, my way of composition is very meditative; it’s a bit like the automatic writing, I just let my mind go, feeding by the surrounding energies. Now that we are several in the band, I hope the way of composing will be much more in harmony. When I talk about esotericism in my music, I refer to the musical energy, but also to the unfathomable, the ethereal thing that sometime pushes us into introspection.

Ralph: To get a picture of what Jeff is talking about: When we are in rehearsal, there is sometime a moment quite magical when someone starts an improvised melody, then someone joins him, and a third one, then the last one… Each one gets along with the music, being inspire by the others, but still without imposing himself – everything gets in shape. This is quite thrilling! I’m pretty sure the upcoming composing will born in moments such as these.

While reading the bandname you can imagine something. But how did the title of the album come about? Why only a triangle symbol? Is this perhaps an allusion to the Trinity?

Jeff: The title of the album came naturally, because of my obsession with the geometry in the art and the number 3 that can be found quite a lot in my drawings. By the way, if you carefully look at the cover, the two divinities on top end with the cosmonaut at the bottom and form a triangle. The 3 can also represent the letter alpha, the beginning, therefor the first album. Of course, the Trinity is a strong symbol in many masterpieces; maybe unconsciously I wanted to add it to the album.

Also the cover of the album offers some reason for speculation. Does it have a special meaning with the symbolism or is it all mixed up?

Jeff: As previously said, the album represents a symbolic, so I let Ralph speak about that.

Ralph: I’m personally not much into over-analyzing the artworks and I admit that I didn’t even tried with Jeff’s work! I took it quite literally, without thinking too much: I prefer preserving the sensation of my first vision. A copper-colored artwork, with two women drawn in some „Art Deco“ style, an astronaut on a bed of stars… That’s it! It’s well enough for me to travel with the music.

The project itself already exists for a few years. Now the first step is done, but what’s next? Will there be more releases or should it be a one-time thing?

Jeff: The next step is simply to play some concerts and prepare the next album.

Ralph: Yes, playing live! And compose of course: We have so many things to say with Spectrale! And as we told you, the „dimension“ of the band allows us to bring any new colors, new atmospheres…

I wish you a lot of success for your future plans and, above all, fun. Personally, I’m curious to see what else is going to come from Spectrale and I must honestly confess that this interview has made me even more curious.

Jeff: Many thanks for the interview!