Interview mit Rimruna (Wintergrimm)

Rimruna Interview

Das Debütalbum von Rimruna hat mich sogleich als ich es erstmalig in meinem CD-Player versenkte in seinen tiefen (Frost)Bann gezogen. Der kraftvolle Sog der minimalistisch, aber sehr eindrucksvoll gehaltenen schwarzmetallischen Klangkunst ergriff mich mit seinen eisigen Klauen und ließ meine Seele vor Freude mit der Leichtigkeit einer Schneeverwehung tanzen. Verantwortlich für diese kalten aber wohltönenden Laute sind dieselben beiden Musiker, die sich mit ihrer Band Drengskapur bereits einen sehr guten Namen erspielt haben, nämlich Wintergrimm (Gesang und Gitarre) sowie sein Weggefährte Hiverfroid (Schlagzeug). Da ich mehr über die Motivation hinter Rimruna erfahren wollte, habe ich mich mit Wintergrimm in Verbindung gesetzt und ihn mit einigen Fragen durchlöchert.

Ich grüße Dich Wintergrimm! Kannst Du mir verraten, wieso Rimruna ins Leben gerufen wurde, wo Ihr doch schon mit Drengskapur in einer fest etablierten Band spielt? Unterscheidet sich „Frostbann“ so sehr von dem Drengskapur-Sound, dass ein ganz neuer Name hierfür gewählt werden musste, oder passte das Frostbann-Konzept einfach nicht zu Drengskapur? Ist Rimruna nur ein Nebenprojekt von Drengskapur, oder betrachtet Ihr Rimruna als eine separate und unabhängige Band, die ihren ganz eigenen Weg beschreiten wird?

Sei gegrüßt. Zur Beantwortung der Frage muss ich etwas weiter ausholen. 2011 legten wir mit Drengskapur eine kleine Pause ein. Damals war noch Angria der Grausame der Schlagzeuger. Während dieser Pause gründeten Hiverfroid und ich gemeinsam Rimruna. Aufgrund dessen hat Rimruna nichts mit Drengskapur zu tun. Vor der Pause waren schon drei der vier Titel des letztens Drengskapur-Albums „Der Urgewalten Werk“ komponiert. Als 2012 uns dann noch eine Freundin das Angebot machte, für Drengskapur eine kleine Tour in Brasilien zu organisieren, musste ich mich entscheiden wie es mit Drengskapur weitergehen sollte.

Also trennten sich die Wege von Angria und Drengskapur aus persönlichen Gründen und ich fragte kurzerhand Hiverfroid, ob er nicht bei Drengskapur das Album „Der Urgewalten Werk“ einspielen und die Tour in Brasilien spielen möchte. Und so kam es, dass die Besetzung von beiden Bands gleich ist. Rimruna ist deshalb eine separate und eigenständige Band.

Überwiegend durchzieht die kalte Winter-Thematik das gesamte Frostbann-Album. Wie kam es zu dieser Idee? Ist es eine Anlehnung an andere bekannte Alben wie z. B. „At the Heart of Winter“ von Immortal? Haben solche wegweisende Alben irgendeinen Einfluss auf Eure Musik, oder spielt das überhaupt keine Rolle für Euch? Oder woher nimmt Ihr die Inspiration für Eure vielseitigen Songs?

Die Thematik Winter und Kälte fasziniert uns einfach. Das Demo drehte sich auch schon um dieses Thema. Eine Orientierung an anderen Bands bezüglich der Texte gibt es nicht. Noch leben wir ja in Breitengraden, in denen es ab und zu mal Schnee gibt. Aus diesem Grunde gibt es genug Inspiration direkt hier in der Heimat. Und sollte es mal keine kalte Zeit geben, kann man sich immer noch auf verschiedensten Reisen inspirieren lassen.

Du hast auch schon mal irgendwo gesagt, dass Rimruna soviel wie das „Geheimnis des Frostes“ bedeutet (Runa = Geheimnis und Rim = althochdeutsch für Frost). Wird sich Rimruna also auch in der Zukunft ausschließlich mit der Winter-Thematik beschäftigen? Und was genau fasziniert Euch so an der winterlichen Kälte? Ist es, von dem wunderschön reinen Naturschauspiel mal abgesehen, womöglich die Tatsache, dass der weiße Schnee zumindest zeitweise die Ausdünstungen der modernen Zivilisation bedeckt und auf diese Weise eine Illusion einer ruhigen und heilen Welt entstehen lässt? Für Menschen, die sich mit der Natur verbunden fühlen, sicherlich eine schöne Vorstellung.

Derzeit arbeiten wir an neuem Material für Rimruna. Bei den neuen Titeln wird es diesmal jedoch nicht ausschließlich um die Thematik „Kälte“ gehen.

Meine Faszination für den Winter gründet sich unter anderem auf zwei Aspekten: Auf der einen Seite verwandelt der Winter die Landschaft mit seiner Kälte und seinem Schnee in eine anmutige, wundervolle Landschaft. Auf der anderen Seite bringt er aber mit seiner Kälte auch Grausamkeit, Tod und Verderben. Diese beiden Gesichter der Schönheit und Garstigkeit so nah beieinander – das ist faszinierend. Aber einen weiteren Aspekt sprichst Du indirekt an. Mit Kälte und Schnee gehen auch Stille und Ruhe einher, wenn alles erstarrt. Dann ist es, als würde die Zeit still stehen und neuen Gedanken wird freier Lauf gelassen. Als eine „heile Welt“ würde ich beispielsweise eine verschneite Landschaft nicht bezeichnen, da diese spezielle Formulierung anderweitig besetzt ist und meiner Meinung nach eher in Bezug auf eine gewisse Naivität verwendet wird. Außerdem gehört wie erwähnt auch die grimmige Fratze des Winters dazu. Ich würde es als ein Zeichen einer intakten und im Gleichgewicht befindenden Welt bezeichnen.

Rimruna Interview

Neues Material? Das klingt gut! Wann kann man mit dem nächsten Rimruna-Album rechnen? Und magst Du vielleicht schon etwas mehr dazu verraten, oder ist es noch zu früh dafür?

Ja, im Moment sind zwei neue Titel für Rimruna fertiggestellt. Das Album wird aber noch etwas auf sich warten lassen. Vielleicht kommt es am Ende des Jahres… passend zum Winter. Über das Format sind wir uns auch noch nicht im Klaren. Die Veröffentlichung hat jedoch bei uns keine Eile. Außerdem läuft ja auch noch Drengskapur parallel und wir spielen mit beiden Bands dieses Jahr auch noch einige Konzerte.

Worauf bezieht sich die von Dir angesprochene Naivität unter dem Aspekt einer heilen Welt? Geht es uns in der aktuellen modernen Gesellschaft so gut, dass wir uns in unseren Köpfen eine illusorische heile Welt ohne Probleme erschaffen, obwohl diese gar nicht existiert? Verdrängen wir das, was nicht in unser Bild von einer für uns schönen Welt passt aus unseren Gedanken und werden somit blind für die Realität? Die natürliche Weltordnung scheint ja regelrecht aus den Fugen zu geraten, unsere Welt ist leider alles andere als intakt und befindet sich nicht gerade im besten Gleichgewicht. Atomare Verseuchung, brennende Kohlefelder unter der Erdoberfläche, schwimmende Müllteppiche auf den Weltmeeren oder um die Erdumlaufbahn kreisende Schrotthaufen, das sind nur wenige alarmierende Beispiele der menschlichen Verbrechen an der Natur. Beim Hören von Musik wie der Euren beschleicht mich immer das besinnliche Gefühl einer Flucht aus eben dieser realen, derart stark vernarbten Welt, z. B. in eine wünschenswerte und wunderschöne Welt des Eises und des Stillstands. Es ist wie eine kurzweilige Flucht aus der verlogenen Gesellschaft, in der sich alles nur um materielle Güter zu drehen scheint. Habt Ihr beim Erschaffen bzw. Spielen Eurer Musik vielleicht auch solche Gedanken?

Meiner Meinung nach wird der Begriff „heile Welt“ gern im Zusammenhang mit einem harmonischen und friedlichen Zusammenleben verwendet, bei dem es keine Konflikte gibt. Das ist aber realitätsfern und naiv; Konflikte sind Teil einer intakten („heilen“) Welt. Jeder Mensch hat seine Ziele und Präferenzen, wobei es zwangsläufig zu Konflikten kommt, andernfalls läuft in unseren Köpfen schon etwas falsch. Aus dem Grund hadere ich etwas mit dem Begriff der „heilen“ Welt.

Ich denke, dass die moderne wohlhabende Gesellschaft zur Scheinheiligkeit neigt, egal ob es nun unbewusste oder bewusste Parallel- und Scheinwelten oder Illusionen sind. Aus Bequemlichkeit wird über Probleme „hinweggesehen“, um das eigene Gewissen zu beruhigen. Uns wird stets erzählt, dass die großen Nationen am Weltfrieden interessiert seien. Stattdessen werden die Kriege mittlerweile ganz anders, nämlich auf wirtschaftliche Art, geführt. Diese suggerierte heile Welt existiert somit eigentlich gar nicht, sondern ist nur Propaganda für weiteren Konsum und das Wohlbefinden.

Ja, Deiner Einschätzung, dass die Welt samt Natur aus dem Gleichgewicht geraten ist, stimme ich vollkommen zu. Die Natur wird sich das zurückholen, was ihr in den letzten Jahrhunderten genommen wurde. Unwetter, Stürme, Überschwemmungen sind ja bereits die ersten Ausläufer. Nur leider findet dieser Wink mit dem Zaunsfall nur mit viel Schwergang den Weg in die Köpfe der Menschen.

Beim Schreiben der Texte und Musik habe ich selbstverständliche ähnliche Gedanken und Bilder vor Augen, wie sie auch im Beiheft von „Frostbann“ zu finden sind. Aber Texte sind ja oft Gedanken und Visionen, die (noch) nichts oder nichts mehr mit der momentanen Situation zu tun haben. In unseren Texten entschwinden wir auch in eine andere Gedankenwelt, aber nicht in eine „schöne“, heile Welt, sondern eine intakte aber auch gleichzeitig harte oder grausame Welt. Ich würde es nicht als Flucht bezeichnen, sondern lieber als eine vor Augen geführte Vision. Die Texte sollen keine Schönfärberei sein; eben deshalb auch die Abgrenzung zu einer idealisierten Welt, in der alles perfekt ist. Eine Welt, in der der Mensch ein Teil der Natur ist und kein bestimmender, egoistischer „Nutzer“: Das bereits angesprochene Gleichgewicht.

Man kann sich nicht nur immer des Positiven annehmen, sondern muss sich im gleichen Zug auch den negativen Aspekten stellen. Diese Gedanken sind heute verloren gegangen, da die moderne Gesellschaft sehr bequem geworden ist: Es wird sich das genommen, was einem Vorteile bringt, alles andere wird ignoriert und Anderen überlassen. Das ist eben, zwar etwas indirekt, auch ein Beispiel für eine aus dem Gleichgewicht geratene Zeit.

Das, was Du vielleicht als „Stillstand“ empfindest, ist der Gegenpol zur heutigen hektischen Zeit. Eine Ruhe, in der man frei von Lärm körperlich und geistig rasten kann, um wieder zu Sinnen zu kommen. Die den Schall absorbierende Wirkung des Schnees ist dafür eine ideale Umgebung. Wenn hier die Rede von Stillstand ist, ist damit aber keine Lethargie oder Stagnation gemeint.

Mit Stillstand kann man eine Rückbesinnung auf die wirklich wichtigen Werte bzw. die bewusste Rückkehr zur Natur meinen, denke ich, ganz besonders wenn man sich unsere hektische Lebensweise vor Augen führt. Anhand der Titel Eurer Veröffentlichungen alleine kann man schon entnehmen, dass Ihr sehr naturverbunden seid. Du hast mal gesagt, dass Drengskapur frei von heidnischem Gedankengut ist und nichts mit Pagan Metal, welcher ja sehr oft eine gewisse Naturverbundenheit zu reflektieren versucht, zu tun hat. Trifft das auf Rimruna genauso zu? Das gotische Wort „Runa“, das von den meisten sicherlich sofort mit „Rune“ in Einklang gebracht wird, könnte vielleicht dazu führen, dass man Euch auch im Pagan-Metal-Lager sehen könnte, oder?

Im Gespräch bei „Rauhnacht“ habe ich lediglich gesagt, dass Drengskapur mit heidnischem Metal nichts am Hut haben. Heidnische Gedanken sind natürlich schon alleine aufgrund des Namens anteilig vorhanden. Es ist nur nicht so, dass wir Götter oder Met besingen. Aber heidnische Aspekte wie sie bei Drengskapur teilweise zu finden sind, gibt es bei Rimruna nicht. Eine Prise Naturverbundenheit ist natürlich trotzdem enthalten, sonst gäbe es den Bezug zur Kälte und zum Winter nicht. Bisher haben wir glücklicherweise keine Erfahrungen damit gemacht, dass man uns dem heidnischen Metal zuordnen wollte. Aber auch Black-Metal-Gruppierungen nutzen Runen, weshalb dieser Gedankengang nicht zwangsläufig erfolgen muss. In der Vergangenheit gab es aufgrund von „Helrunar“ nur mal Probleme mit der Schreibweise unseres Namens.

Sorry, meine Erinnerung hat mich hier wohl etwas im Stich gelassen… Hat sich jemand über Euren Bandnamen beschwert oder welche Art von Problemen hattet Ihr mit dessen Schreibweise? Und meinst Du mit „Helrunar“ das Buch oder die gleichnamige Band?

Nein, es gab nur Probleme bei der Schreibweise. Ich vermute, dass es mit der Band „Helrunar“ zusammenhängt. Da diese recht bekannt ist, hat man uns auch das „r“ am Ende verpasst.

In dem Drengskapur-Interview bei „Rauhnacht“ hast Du dich auch geäußert, dass Dich bzw. Euch satanische oder irgendwelche andersartig anarchistisch angehauchten Aspekte im Black Metal gar nicht interessieren. Satanismus z. B. ist, wie ich finde, nur die Kehrseite des Christentums. Ohne das Christentum gäbe es diese Sekte also erst gar nicht. Was hältst Du von der Behauptung, dass Weltreligionen und auch andere Glaubensrichtungen an sich nur aus der angstbehafteten Vorstellung der Menschen geborene Gedankenkonstrukte sind, durch welche man sich von dem wahren Wesen der Göttlichkeit, was immer dieses „Unfassbare“ auch sein mag, entfernt?

Das stimmt leider so nicht ganz, ich sagte, dass ich mich den „typischen“ Themen des Black Metals, d. h. Satanismus, Antichristentum und Okkultismus, persönlich und auch textlich nie zugewandt habe, noch bin ich in keiner Gruppierung aktiv, die sich dem oben genannten praktisch verschrieben hat. Natürlich habe ich mich aber dafür interessiert und auch diverse Literatur dazu gelesen.

Die Weltreligionen sind für schwache Menschen erschaffen. Die Ängste der Gläubigen werden geschürt und sie werden ausgenutzt. Es werden Feindbilder geschaffen, um eigene Interessen durchzusetzen. Vieles basiert auf Regeln und Einschüchterung. Außerdem fehlen das eigene Bewusstsein und der Wille eigene Entscheidungen zu treffen und diese zu verantworten. Der Gläubige entmündigt sich freiwillig. Durch Rituale verliert er die Fähigkeit sich und sein Leben zu reflektieren und zu verstehen. Es ist doch schön einfach, nach vorgegebenen Prinzipien zu leben, anstatt eigene Wertvorstellungen zu entfalten, die mitunter natürlich auch widersprüchlich sein können und zu Zweifeln an der eigenen Person führen. Es sind Konstrukte, die auf Macht fixiert sind und deren wirkliche Göttlichkeit verloren gegangen ist, weil sie doch nach ziemlichen niederen, menschlichen Prinzipien funktionieren. Welchen Gesetzen unterliegt denn das weltliche Treiben? Der Natur. Ohne sie wäre das Leben und „Glauben“ nicht möglich. Also ist die Natur unser Gott. Im Pantheismus wird das meiner Meinung nach ganz gut thematisiert. Abgesehen davon glaube ich an die eigene Stärke und den eigenen Verstand.

Ich denke auch, dass jeder, der seinen Verstand nutzt und sich auf seine eigenen Stärken besinnt, zwangsläufig irgendwann zu einer überzeugten, dem Pantheismus ähnlichen Vorstellung gelangen sollte. Alleine die Tatsache, wie „göttliche Gebote“ offensichtlich von deren Predigern übergangen werden, müsste doch jedem zum Denken geben. Sich unter der Fuchtel eines Gottes oder seines Widersachers zu verstecken zeugt immer von Furcht und Schwäche. Jeder sollte sich doch selbst für sein Handeln verantwortlich fühlen. Die Vorstellung, im „Himmel“ gäbe es jemanden, der mit uns Schach spielt, um es mal ganz salopp zu formulieren, ist doch irgendwo total absurd. Der hochangesehene Dalai Lama z. B. ist, wenn ich mich recht erinnere, aber der Meinung, dass es nicht gut sei, wenn sich die Menschen aufgrund von diversen Erfahrungen bzw. Überlegungen von den Religionen abwenden, und ihr eigenes kleines Süppchen kochen. Dann würde es noch weniger Einigkeit unter den Menschen geben, als es ohnehin schon der Fall ist, und noch mehr Chaos wäre die Folge. Denkst Du auch, dass es bald das große, schon längst überfällige Krachen geben wird, das uns aufzeigen wird, dass unsere momentane Gesellschaft nach fehlgeleiteten und nicht überlebensfähigen Prinzipien aufgebaut worden ist? Ich vernehme in letzter Zeit immer öfters solche Hiobsbotschaften und das aus unterschiedlichen Richtungen.

Das „große“ Krachen, wie Du es nennst, ist doch jetzt schon zu spüren. Dies betrifft sowohl die Religionen als auch das politische Spektrum. Früher fanden die Kreuzzüge statt, heute sind es die Taliban, der IS oder Boko Haram, die ihre Einflussbereiche ausdehnen wollen.

Und die andere Krankheit ist der Kapitalismus – unstillbarer Konsum, der zu den Folgen von Finanzkrisen, Kriegen um Öl und Bodenschätze führt. Ich denke, dass gerade ein „neutraler“ Blick aus nicht politischer, nicht wirtschaftlicher und nicht religiöser Perspektive der derzeitigen Situation gut tun würde. Aber durch den Hang nach Macht und Einfluss ist das leider nicht zu erwarten.

Apropos Konzerte, Du erwähntest, dass Ihr dieses Jahr noch welche geben werdet. Wo wird man Euch mit Rimruna sehen können? Nur in Berlin und Brandenburg, oder auch in anderen Bundesländern?

Im April werden wir mit Rimruna auf dem Raging Death Date in Neustadt/Orla (Thüringen) spielen. Außerdem haben wir für unsere spanischen Freunde von Balmog und Rimruna drei Konzerte in Rostock, Erfurt und Berlin organisiert. Mit Drengskapur spielen wir prinzipiell nicht in Berlin. Mit Rimruna ist es nun der erste Auftritt in Berlin, wobei es dann auch erstmal dabei bleiben wird. Uns zieht es da eher zu Konzerten außerhalb von Berlin. Im August treten wir mit Rimruna dann noch im Norden in Barth bei einem größeren Musikfest auf.

Denk Ihr evtl. darüber nach noch einen weiteren Musiker, etwa einen Bassisten, mit ins Boot zu nehmen? Oder findet ihr die Arbeitsweise zu zweit einfacher und wollt an diesem Zustand nichts ändern? Nicht, dass ich mich jetzt bei Euch bewerben möchte… Beim Anschauen eines Videos von einem Eurer Konzerte ist mir aber so ganz beiläufig in den Sinn gekommen, dass Ihr etwas verloren auf der großen Bühne wirkt.

Wir haben noch nie richtig darüber nachgedacht, ob wir einen weiteren Musiker in Rimruna integrieren. Der Grund liegt aber auch auf der Hand: Wir haben nicht den Eindruck, dass beim Erschaffen und Spielen der Musik etwas fehlt. Musikalisch ist das für uns optimal. Die Gitarre ist abwechslungsreich und hat einen melodiösen Charakter. Da sehe ich z. B. keinen Bedarf. Die Zusammenarbeit ist bei zwei Personen sehr angenehm, da so nur zwei Personen Einfluss auf das Endergebnis haben. Bei drei Personen ist der Kompromiss, den jeder eingehen muss, dann eventuell schon wieder so groß, dass das Resultat an Prägnanz verliert. Natürlich kann es aber auch anders sein, dass man bei der Komposition Anregungen erhält, die es bei weniger Personen nicht gibt. Ich sehe den Vorteil bei uns aber in der einfacheren Arbeitsweise. Abgesehen davon, machen wir die Musik ja nicht, um auf der Bühne gut auszusehen.

Eure Alben wurden bisher ausschließlich in Eigenproduktion veröffentlicht. Hat sich noch kein Label für Euch interessiert? Das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Oder fühlt Ihr Euch dem Underground verpflichtet und wollt die Flamme des ehrlich gemeinten deutschen Black Metals nur da und nirgendwo sonst hochhalten?

Ja, bisher haben wir fast alles in Eigenregie veröffentlicht. Zwei Ausnahmen gibt es da. Die Kassettenversion des zweiten Albums „Von Nebel umschlungen“ von Drengskapur wurde von Nigra Mors aus Galizien in Spanien veröffentlicht und die LP-Version „Der Urgewalten Werk“ von Drengskapur haben Revolvermann Records und wir in Kooperation veröffentlicht. Die restlichen Veröffentlichungen wurden durch uns realisiert. Beim jeweils letzten Album von Rimruna und Drengskapur fragte ich bei einigen Plattenfirmen an, die wir auch persönlich kennen. Aber keine von denen hatte ernsthaftes Interesse. Deshalb haben wir es wieder in Eigenregie veröffentlicht. Aber ich finde es gar nicht nachteilig, denn so erhält man interessante Resonanzen bei oder nach den Bestellungen, die wir sonst nicht zu lesen bekämen.

Aber bei den kommenden Veröffentlichungen sieht es etwas anders aus. Wir planen derzeit zwei Split-Veröffentlichungen. Einmal mit Heilnoz aus Galizien. Bei dieser Split wird gerade am Layout gearbeitet; der Rest ist fertig. Diese CD wird über Darkwoods aus Spanien veröffentlicht. Der zweiten Split mit Szarlem, dies wird eine EP sein, hat sich Folter Records angenommen.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Dir Wintergrimm! Und alles nur erdenklich Gute auf Eurem weiteren Weg! Und falls Du noch etwas loswerden möchtest, dann nur zu.

Wir danken Dir für das Gespräch und Deine Unterstützung!

Kontakt:
rimruna[at]gmx.de

Webseite:
www.rimruna.de

(auch veröffentlicht im Hammerheart Fanzine #9, Mai 2015 / Fotos: © Rimruna)