Kathy Kahner – Klapsocalypse (Buchvorstellung)

Kathy Kahner – Klapsokalypse

Es gibt Bücher, daran werden sich die Geister scheiden. Die einen finden das Gelesene gut und sind hellauf begeistert, während andere das Schriftgut mit einem großen Fragezeichen über dem Kopf beiseite legen. Kathy Kahners „Klapsocalypse“ hat es nicht nur alliteratorisch in sich, sondern gehört definitiv in diese Kategorie von Büchern.

Eine einsame Klinik im Wald. Ein Haus voll unheilbarer Verrückter. Ein arroganter Professor mit dem klangvollen Namen „von Hodenbaum“. Eine Metal-Doktorin und ein Hipster-Psychologe, eingeschlossen in der Einsamkeit. Das ist die explosive Mischung, die in diesem Roman aufeinander trifft und langsam ihre klapsokalyptischen Kräfte entfesselt. Dabei macht der Roman schon im Klappentext sein wahres Ich überdeutlich: Wer mich allzu ernst nimmt, der sollte mich erst gar nicht anrühren. Vermischt und durchmengt mit dem typischen kahnerschen Humor, der mir bereits privat bestens bekannt ist, ergibt das ein kurzweiliges, spaßiges Werk, das keinen Hehl daraus macht, nicht allzu tiefgründig zu sein.

Zur Handlung selbst will ich wenig Worte verlieren, denn hier kann schnell gespoilert werden. Die Ereignisse der Klapsokalypse bahnen sich langsam und unscheinbar an und werden in Etappen erzählt. Eine Kritik, die sich das Buch von mir gefallen lassen muss, ist die leider doch recht abrupte und plötzliche Aufklärung der dramatischen Geschehnisse. Aber bei näherem Licht der Leselampe betrachtet, passt auch dieser brutale Spannungsabfall ins Gesamtbild. Durchbrochen wird die Handlung vielerorts durch den exzessiven und augenzwinkernden Gebrauch von Fußnoten, die manche Doktorarbeit vor Neid erblassen lassen würden.

Getragen wird die Geschichte vor allem von den in diesem Irrenhaus gehäuft auftretenden skurrilen Personen und Charakteren, die beinahe jede moderne Randgruppe der Gesellschaft aufs Korn nehmen. Aber auch die Unmengen an schwarzem Humor, die beinahe schon sichtbar aus den Seiten triefen, machen den Reiz dieses unscheinbaren Werkes aus. Wer Bücher nicht nur liest, weil er „große“ und „tiefgreifende“ Literatur erwartet, sondern sich einfach mal unterhalten lassen möchte, der kann bei Kathy Kahners „Klapsocalypse“ getrost zugreifen. Er oder sie sollte aber bitte nicht den Fehler begehen, alles Gelesene auf die Goldwaage zu legen.