Mathan – Mathan (Rezension)

Mathan

Über Mathan aus Wien, die in der Tat einen eigenwilligen Epic Doom Metal (wie sie es selber zumindest von sich behaupten) zelebrieren, werden sich sicherlich viele echauffieren, wenn sie es nicht schon auf irgendeine Art und Weise taten. Deren erste selbstbetitelte Demo-Aufnahme, die mir ganz überraschend und ohne Vorwarnung einfach so zugeflogen kam, spaltet nämlich die Gemüter. Mathans Doom, wenn es überhaupt welcher ist, kann man entweder nur interessant finden und mögen oder als eine Eiterbeule abtun und verteufeln. Wieso? Weil der Sänger Stranger so schräg singt, dass man es eigentlich selbst gehört haben muss, um feststellen zu können, ob Mathan etwas für einen ist oder nicht. Strangers Stimme weist eine dermaßen eigene und wohl auch einzigartige Klangfarbe auf, dass einigen dabei die Haare wortwörtlich zu Berge stehen werden (das schöne Cover mit dem Berg in der Form eines Bärenkopfes ist vielleicht ein versteckter Wink in diese Richtung). So habe ich beim Hören oft die Vermutung, dass hier wohl eher der Gesang eines sprechenden Papageis und nicht der eines Menschen aufgenommen worden ist. Die „Brutrufe“ im dritten Song „Monks“ zum Beispiel lassen einfach keine andere Vorstellung in meinem Kopf zu. Aber gerade deshalb und wegen dem flotteren Tempo finde ich den Track auch spannend und irgendwie anders, ja taufrisch, weil es eben keinen Vergleich dazu gibt (zumindest kann ich keinen benennen). Aber Epic Doom? Also von Epik, zumindest so wie sie für mich klingen muss, ist hier nicht ein Hauch auszumachen. Kauziger Doom Rock trifft den Nagel schon besser auf den Kopf, wenn auch noch nicht wirklich ganz mittig. Die Jungs an den Instrumenten spielen auch mit mehreren Einflüssen, probieren einiges aus oder würfeln es wild durcheinander, was stellenweise durchaus gefällt und Potential durchschimmern lässt. Doch die meisten der fünf Songs klingen etwas zu ähnlich, so dass auf lange Sicht nicht wirklich viel hängen bleibt, außer der Stimme vom seltsamen Kauz Stranger! Abgesehen von „Monks“ ist „Father“ noch ganz gut, der Rest braucht definitiv mehr Akzente, wie ein paar markantere Riffs, die den Hörer in ein doomiges Vakuum förmlich aufzusaugen vermögen. Dennoch, nett ist das Demo schon irgendwo. Und eines muss man den Jungs zugestehen: Viel Mut haben sie auf jeden Fall, um mit so einer die Lager entzweienden Musik hausieren zu gehen. Und das gefällt mir!