Nebelgrund – Wahn im Nebel (Rezension)

Nebelgrund - Wahn im Nebel

Da „Wahn im Nebel“, das dritte Werk des mittelfränkischen Ein-Mann-Kommandos Nebelgrund, optisch komplett von meinem Waldhalla-Bro gestaltet wurde, ist es nur allzu logisch, dass es auch auf unseren Mag-Seiten zum Zuge kommt. Und weil Chris, aus verständlichem Grund, nicht wirklich unvoreingenommen an die Sache herangehen könnte, bleibt es nun an mir hängen, einige ehrliche Zeilen zu diesem Klumpen Schwarzmetall zu verfassen. Und dafür muss ich sowohl ihm als auch Nebelgeist, welcher sich bei Nebelgrund für alles verantwortlich zeichnet, danken, denn diese kleine Veröffentlichung trifft punktgenau mein für eine sehr dicht gewebte Atmosphäre empfängliches Herz! Es ist ein kleines, aus der nebelhaft verflochtenen Sound-Düsternis funkelndes Juwel, welches hier gleich reihenweise mit feingesponnenen und hellklingenden Melodiegespinsten und sich spiralförmig zu nebelverhangenen Muse-Gipfeln hinaufwindenden Tremolos bezaubert. Dabei ist es egal, welchen Track man wählt, denn jeder überzeugt mit einem hohen Maß an spürbarer Inbrunst. Der schön krächzende, aber nicht zu laut aufgesetzte Gesang zischelt dabei energisch im Einklang mit der Instrumentierung, bei der man sich einfach nur zu gern im Nebel verlieren möchte! Gerade der vorletzte Track „Ich sah alles“ setzt dieser ungewissen Wanderung, die gelegentlich noch um Vogelgezwitscher aufgewertet wird, die Krone auf. Herrlich! Am besten selber ausprobieren und direkt eines der nur auf 50 (!) Stück limitierten Digipaks holen. Aber Beeilung, bevor es ein anderer tut, hehe. Bei Winterwolf Records gibt es wohl noch einige wenige Exemplare…

Nebelgrund ist eine noch recht unbekannte Band, die aber in eine ähnliche Richtung geht, wie viele andere, von bekannteren Labels stärker vermarktete Bands wie z. B. Sojourner oder Cân Bardd, um mal ganz frische Beispiele zu nennen. Und mit diesen kann „Wahn im Nebel“ locker mithalten, trotz der „imperfekten“ DIY-Produktion, welche jedoch das Nebelhafte dieser Veröffentlichung nur noch hervorhebt bzw. verstärkt.