Der Mensch gegen die Natur? (Gedicht)

Der Mensch gegen die Natur?

Früh in meiner Jugend war die fortschreitende Umweltzerstörung noch nicht dermaßen offensichtlich in den berichterstattenden Medien präsent. Ebenso hatte sie noch nicht eine derart beängstigende Form (als ein Unglück verheißender Gedanke) in den Köpfen der Menschen angenommen. Die Trauer und das Unverständnis über die Unbelehrbarkeit des menschlichen Wesens im Allgemeinen ließen mich damals die nachfolgenden Verse schreiben.

Gegen die Natur

Das Schwert gerammt ins Fleisch der Götter,
ertrinken wir im eigenen Blut,
strecken unsere Hände zum Himmel empor,
plündern die Schätze der Weisheit,
missbrauchen das heilige Gut!

Sehe, du gottgleicher Mensch,
du vollbringst Wunder in dieser Welt?
Du kannst nur alles zerstören,
das Wunder des Todes beschwören!
Kannst du dich selbst erlösen,
die Ketten des Blutes zerbröseln?

Das Schwert gerammt ins Fleisch der Götter,
ertrinken wir im eigenen Blut,
die geliebten Kinder des Himmels,
blind vor Eifersucht, Neid, Habgier und Wut,
stürzen wir immer tiefer und tiefer,
und zerschellen an den Knochen der einstigen Götter!

Nachtrag vom 13. September 2018:

Unser geschätzter, ebenso die Natur liebender Leser und Freigeist Mäx Artista hat dieses Gedicht im Rahmen seines Alaun-Projektes in einen tollen akustischen Vortrag verwandelt. Und das ausdrucksstarke Ergebnis ist wirklich hörenswert, wie ihr euch nun selbst davon überzeugen könnt: