Nine Treasues – Arvan Ald Guulin Honshoor & Nine Treasures (Rezension)

Nine Treasures - Arvan Ald Guulin Honshoor & Nine Treasures

Metal mit Exotik-Bonus ist zu Zeit recht beliebt, und so beschloss Einheit Produktionen, das sich selbst als „das ultimative Pagan, Heathen, Viking, Celtic, Folk, Black & Dark Metal Label“ bezeichnet, zwei CDs der aus der Mongolei abstammenden chinesischen Band Nine Treasures (schon etwas kurios das Ganze) unters Volk zu bringen. Peking-Metal anstatt Peking-Oper ist mal was anderes, und wer es gerne folkig und heiter mag, der sollte bei dieser doppelten Wiederveröffentlichung schleunigst zugreifen. Die Songs der beiden Alben (des Debüts „Arvan Ald Guulin Honshoor“ – ohne der in der Ursprungsversion am Ende stehenden Metallica-Cover-Nummer und der Akustikversion des zweiten Songs, dafür aber inklusive der beiden besseren Songs aus der EP „Galloping White Horse“ – und des Zweitwerks „Nine Treasures“) bieten astreine Musik zum Feiern und Spaßhaben, die einfach nur Gute-Laune-Bringer sind. Ok, das erste Album ist noch etwas kantiger, grobschlächtiger und weniger auf fröhliche Melodien ausgelegt, dennoch handelt es sich hierbei grundlegend um in gleicher Weise mit positiver Energie angestimmte Musik. Der nach dem Intro einsetzender Opener „Black Heart“ vom Album „Nine Treasures“ klingt stilistisch in etwa ähnlich wie die Ungarn von Dalriada auf ihrem Werk „Ígéret“. Dabei werden mehr Glückshormone ausgeschüttet, als beim Verzehr von zehn Kilo Glückskeksen. Unter Garantie! Aber es bleibt nicht nur bei lustigen Melodien, die Mongolen haben auch viele wirklich rein metallische Klänge im Repertoire. Man höre sich nur den Anfang des nachfolgenden dritten Tracks „Tes River’s Hymn“ an. Im Großen und Ganzen geht dieses Wechselspiel so weiter, mal ist die Musik härter und metallischer, mal verspielter und folkloristischer – taffe Riffs treffen hier auf teilweise wildes Gezupfe auf der Morin Khuur, einer mongolischen Pferdekopfgeige, und der Balalaika, was sehr gefällt. Dazu gesellt sich der knurrend-gebellte „Schnarchnasen-Gesang“ von Askhan, der den Auswüchsen von Nine Treasures noch einen weiteren unverkennbaren Stempel aufdrückt. Insgesamt hat man hier zwei tolle Alben vorliegen, auf denen es sehr geradlinig, ohne auch nur der kleinsten Abweichung vom beschrittenen Weg zugeht. Das ist Kung-Fu-Metal Leute!