Ocean of Grief – Nightfall’s Lament

Ocean of Grief - Nightfall's Lament

Dass man als kauziger Death- und Doom-Enthusiast die sehr melodisch agierenden Griechen von Ocean of Grief definitiv kennen oder zumindest auf seiner Wunschliste stehen haben muss, das dürfte sich mittlerweile wie ein Lauffeuer in der Szene verbreitet haben. Mich haben sie mit „Spiritual Fortress“, dem wundervoll mit melodischen Gitarren versehenen Opener ihrer EP „Fortress of My Dark Self“, augenblicklich in Brand gesteckt, weshalb ich nicht umhin kam, mir das nachfolgende, bei Rain Without End Records erschienene Debütalbum „Nightfall’s Lament“ umgehend bei Sichtkontakt zu krallen. Und ich wurde erwartungsgemäß nicht enttäuscht, denn das vortrefflich funktionierende und mit viel düsterer Melodik versetzte Grundrezept wurde selbstverständlich konsequent beibehalten. Aus dem großflächigen, stark nach Friedhof riechenden schwarzen Cluster schimmern hier folglich nach wie vor regelrecht sehr beeindruckende helle und äußerst atmosphärische Gitarren durch, welche man sich vielleicht am ehesten wie grelle, eine absolute Finsternis durchschneidende Sonnenstrahlen vorstellen kann. Ja, das ist eine sehr passende Beschreibung, die ich immer vor Augen habe, wenn ich der Musik von Ocean of Grief lausche, egal welcher Song gerade läuft. Dies könnte evtl. auch der einzige Kritikpunkt sein, denn für ungeübte oder unaufmerksame Hörer könnten sich die sieben Songs vielleicht doch ein wenig zu ähnlich anhören. Mich stört das aber nicht die kleinste Bohne, denn das Ineinandergreifen der einzelnen Instrumente ist dermaßen harmonisch ausgearbeitet, dass die Musik einem eigentlich nie (vom übermäßigem Hörkonsum mal abgesehen, was jedoch auf absolut alles auf der Welt zutrifft) langweilig werden kann. In so Kompositionen wie „Eyes of Oblivion“ kann man sich tatsächlich schon mal selbst vergessen. „Nightfall’s Lament“ ist eine der CDs, die man sich gewiss mit auf die einsame und ungewisse Sargreise mitnehmen würde – wenn man’s könnte.