Ols – Mszarna

Ols - Mszarna
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Es ist noch wirklich gar nicht allzu lange her, als wir das Debütalbum der polnischen Eine-Frau-Ausnahmeband Ols vorgestellt haben. Nun steht schon das nächste und, um es direkt zu sagen, etwas erwachsener gewordene zweite Album mit dem Titel „Mszarna“ am Start. Erwachsener deswegen, weil die sechs neuen Songs um einiges reifer, länger und noch eine ganze Ecke origineller wie auch abwechslungsreicher als noch die sich auf dem Erstling befindenden ausgefallen sind. Und sie haben auch nicht mehr den Charakter von Gutenachtliedern, um es mit Annas Worten zu sagen – nicht dass mir das aufgefallen wäre oder mich irgendwie sonderlich gestört hätte. Nachdem das neue Album nun etliche Male berauschend und bezaubernd schön durch meinen Kopf hinweggefegt ist, steht für mich erneut fest: Anna ist eine ganz außergewöhnliche Künstlerin, die weiterhin unbeirrt ihrer ganz persönlichen Vision von naturverbundener Musik folgt und sich somit auch kaum mit einem anderen Neofolk-Act, denn in dieser Sparte würde ich ihre Musik verorten, wirklich vergleichen lassen lässt. Die geheime Zauberzutat und der Angelpunkt, um den sich all ihre Kompositionen drehen, ist Annas wundersam ertönender mehrstimmig aufgenommener Gesang, während die gewählte und dazu bestens abgestimmte Instrumentierung – in vielen Fällen selbst hergestellt und so ungewöhnlich wie einfach, aber gleichermaßen so ausdrucksstark wie die Stimmen der Natur es selbst sind – einen bunten, sehr angenehm erdverbundenen und ganz harmonischen Beiklang erzeugt. Graziles Flötenspiel wie z. B. am Anfang und Ende des zweiten Tracks „Zimowa“ (bedeutet „Winterliche“), scharfe Richtungswechsel und markante Wendungen, z. B. durch das Zerbrechen von Glas erzeugt, und die sofort, aber ganz behände ins Ohr einfließenden Melodien wie etwa bei „Roślinna“ (bedeutet „Pflanzliche“; ein Markenzeichen dieses Albums ist auch Annas künstlerische Freiheit, für alle Songtitel Adjektive zu verwenden; „Mszarna“ könnte als „Moorige“ übersetzt werden) lassen den Hörer stets von Neuem überrascht aufhorchen. Das, was auf diesen Silberling gebannt wurde, verdient volle Aufmerksamkeit und Anerkennung! Es ist die musikalische Manifestation natürlicher weiblicher Schönheit, um es mit einem Satz zu sagen. Denn anstatt auf Wunder zu warten, was um so viel leichter und einfacher wäre, kreiert Anna diese lieber selbst. „Mszarna“ hat definitiv jetzt schon einen festen Platz in meinen Top 10 dieses Jahres!
It was not all that long ago, when we introduced the debut album of the Polish one-woman-band Ols. Now her sophomore album which is more grown-up and entitled „Mszarna“ is already released. Grown-up because the six new songs are a lot more mature, longer, and still a whole lot more original and varied than those on the first album. They also have no longer a character of lullabys to say it with Anna’s words – it’s not that I even noticed or it had disturbed me somehow particularly. Now that the new album has been swept through my mind several times it is clear to me: Anna is a very extraordinary artist, who continues to follow her own personal vision of nature-loving music, what barely can’t be compared with another neofolk act, the genre in which I would locate her music. The secret magic ingredient and the pivot point to which all her compositions revolve around are Anna’s wondrous, multi-voiced vocal arrangements, while the chosen and well-orchestrated instrumentation – in many cases self-made and as unusual as it is simple, but equally as expressive as the voices of nature itself – creates a colorful, very pleasant earthy and harmonious overtone. Delicate flute playing for example at the very beginning and the end of the second track „Zimowa“ (meaning „Wintry“), sharp directional changes and striking turns for example through breaking glass and catchy flowing melodies such as in „Roślinna“ (meaning „Vegetable“; a trademark of this album is also Anna’s artistic freedom to use adjectives for all song titles; „Mszarna“ could be translated as „Boggy“) will let the listener be surprised again and again. What has been banned on this CD deserves full attention and appreciation! It’s the musical manifestation of natural female beauty to sum it up in just one sentence. Instead of waiting for miracles which would be much more easier, Anna prefers to create them herself. „Mszarna“ definitely has already a firm place in my top 10 of this year!