Ols – Ols (Rezension / Review)

Ols - s/t
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Als ich der ersten Klänge des Albums „Ols“ von dem gleichnamigen polnischen Eine-Frau-Projekt gewahr wurde, ist mir schlagartig der Gedanke in den Sinn gekommen, hier den weiblichen Pendant zu Wolcensmen in den Gehörgängen zu haben. Der Opener „O drzewach“, was übersetzt „Von Bäumen“ heißt, besteht wesentlich nur aus der von der Stimme von Anna getragenen und gleichsam wie ein Balsam für die Seele wirkenden Melodie, die sich so zerbrechlich anfühlt, dass einer beim Hören denken könnte, er müsse augenblicklich den Atem anhalten, um diese musikalische Poesie ja nicht zu stören. Als nach dem „Nana nana nana…“ dann endlich der „richtige“ Gesang einsetzt, will sich dies so gar nicht nach der polnischen Sprache, die von uns als recht monoton, trocken und klanglos wahrgenommen wird, anhören. Durch Annas bewusste und euphonische Betonung der einzelnen Wörter, wird hier definitiv etwas Phantasievolles dieser angeheftet. Um ehrlich zu sein, war es mir gar nicht bewusst, dass Polnisch auf solche Weise derart magisch klingen kann. Das war eine echte Überraschung für mich! Mit den fünf weiteren eigenen Liedern verhält es sich natürlich ebenso. Bei allen trägt die Stimme den Großteil der Musik, die eingesetzten Instrumente fungieren nur als Flankierung bzw. Unterstützung, ohne sich jemals in den Vordergrund drängen zu wollen. Als Solokünstlerin spielt Anna auch alle Instrumente (Flöte, Holzpfeife, Schamanentrommel, Maracas, Maultrommel und Keyboard) selbst. Die Ausnahme bildet ein Gitarrenpart, der von Zagreus von der polnischen Black/Folk-Metal-Formation Jarun übernommen wurde.

Thematisch wird hier die Natur mit ihren schönsten Facetten sowie menschliche Gefühle, hier als ein integrierter Teil von dieser angesehen, behandelt, was sich natürlich auch in den Titeln der Songs ganz klar widerspiegelt. „Woda“ oder „Wasser“, „Chmielna“ oder „Von Hopfen“, „Kołysanka“ oder „Wiegenlied“, „Krew na mchu“ oder „Blut auf’m Moos“ und „Pożegnalna“ oder „Die sich Verabschiedende“ – all diese Worte sind für sich alleine stehend schon aussagekräftig genug. Die letzten beiden Songs sind dagegen gut gelungene Cover von Katatonia und Agalloch. In Annas künstlerischer Ausdruckskraft wirken sie auf mich persönlich jedoch etwas befremdlich, muss ich gestehen. Ihre Eigenkreationen sind mir da um einiges lieber, sind sie halt exakt und passgenau nur auf sie zugeschnitten. Ich könnte hier noch viele weitere Worte verlieren und dennoch würden diese der Musik nicht gerecht werden, von daher lasse ich es nun sein. Ich empfehle jedem da mal einfach reinzuhören und sich selbst von dieser grazilen Musik treiben und verzaubern zu lassen. Ols ist ein echter Neofolk-Geheimtipp!

(Foto: © Ols)

As I listened to the first sounds of the same titled album by the Polish one-woman-project „Ols“, a thought came to my mind that this must be the female counterpart of Wolcensmen. The opening track „O drzewach“, which is translated to „Of trees“, consists essentially of the melody carried by Anna’s voice and seems like balm for the soul. It feels so fragile, one might think he has to hold his breath, not to break this musical poetry. After „Nana nana nana…“ Anna finally uses „right“ vocals – it doesn’t sound like Polish language, which is described by most people as monotonous, dry and toneless. Through Anna’s deliberate and euphonic emphasis on single words, something definitely imaginative is created. To be honest, I didn’t realize Polish can be so magical in such way. This was a real surprise for me! The five other songs are as well made in the same way. The voice carries the bigger part of the music, the instruments are only used to assist, without ever pushing up to the foreground. As a solo artist, Anna also plays all the instruments (flute, wooden pipe, shamanic drum, maracas, jew’s harp and keyboard). Except the part of the guitar, that was taken by Zagreus from the Polish black/folk metal formation Jarun.

Thematically it’s about nature with its most beautiful facets as well as human feelings, integrated as a part of it, which is clearly reflected in the songtitles. „Woda“ or „Water“, „Chmielna“ or „Of hop“, „Kołysanka“ or „Lullaby“, „Krew na mchu“ or „Blood on the moss“ and „Pożegnalna“ or „The one who says goodbye“ – all of these words are meaningful enough. The last two songs, however, are well-done covers of Katatonia and Agalloch. I’ve to admit that, in Anna’s artistic expressive art, they sound a litte bit strange to me. Her own creations sound much better, they are exactly and precisely tailored to her. I could lose many more words, and still wouldn’t find the right ones that’ll fit well with this kind of music, so I’ll let it be. I recommend to everyone to listen and let yourself be carried away by this delicate music. Ols is a real Neofolk insider’s tip!

(Picture: © Ols)

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