Von Freude Ale Primeur

Von Freude - Ale Primeur

Enttäuscht von der eingeschränkten Geschmackswelt großer „Massenbiere“ setzten sich Martin und Natalie von Freude (hierher weht denn auch der Wind des Namens der Craft-Beer-Reihe) eines Tages zusammen und kreierten eine ganz eigene Serie von handwerklich hervorragenden Bieren weit ab des malzigen Mainstream-Marktes. Die kleine Brauschmiede aus Hamburg versorgt die Hansestadt seither mit immer neuen, interessanten Bierkreationen. Der Ursprung der Reihe liegt aber nach wie vor in der „Nummer Eins“ der von-Freude-Familie: Dem Ale Primeur.

Frische und natürliche Zutaten sind Philosophie und Basis unserer Biere.
— Das Von-Freude-Team

Noch bevor die Flasche offen ist, frage ich mich, was denn ein Ale Primeur sein soll. „Primeur“ ist nicht nur das französische Wort für „Neuheit“, sondern bezeichnet in der Welt der Weine einen sogenannten Jungwein aus der letzten oder höchstens vorletzten Produktion. Inwieweit das zu einem Bier passen soll, erschließt sich mir bis zum jetzigen Punkt allerdings noch nicht. Aber vielleicht musste das Kind auch nur einen Namen haben. Viel aufschlussreicher erweist sich die Stilbeschreibung des edlen Getränkes: Noch während ich den Inhalt der Flasche in mein Glas gleiten lasse, strömen mir nicht nur angenehm fruchtige Noten entgehen; ich lese auch, dass ich es hier mit einem belgischen Pale Ale zu tun habe. Klar, Pale Ale sagt mir was. Aber von einer belgischen Variante hatte ich bisher noch nicht gehört. Pale Ales sind sonst eher englisch geprägt. Doch scheinbar gibt es diese Bierklassifizierung tatsächlich, auch wenn die Infos darüber eher spärlich gesät sind.

Abermals mit neuem Bierwissen gestärkt wage ich mich an die ersten Schlücke – und bin begeistert. Mit der bernsteinfarbenen Schönheit, welche die Geschmacksnerven rockt, wie es in der Einführung auf der Webseite des Bieres zu lesen ist, hat man definitiv nicht zu viel versprochen. Hier wartet eine echte Geschmacksexplosion der fruchtigen Aromen darauf, von abenteuerlustigen Geschmacksnerven entdeckt zu werden. Das Ganze im Zusammenspiel mit einem sehr harmonischen Malz, einer leichten, aber nicht übertriebenen Bitterkeit und einem Abgang, der mir auf angenehme Weise endlos lang erscheint. Viel Kohlensäure hat das Ale Primeur nicht zu bieten – ich könnte jedoch nicht behaupten, dass dieser Umstand negativ auffällt. Zum Schluss macht sich noch die charakteristische Trockenheit am Gaumen bemerkbar.

Ich kann nicht anders, als zu behaupten, dass ich jeden Schluck dieses Bieres genossen habe. Zwar konnte ich nicht unbedingt etwas typisch belgisches erkennen, dafür aber jede Menge Pale Ale, jede Menge Frucht und im Grunde alles, was ich an dieser Biersorte so liebe.

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Alkoholgehalt: 5,8 %