Weisse Elster Pale Ale

Weiße Elster - Pale Ale

Einer meiner Vorsätze ist es, in jedem Urlaub – ob nah oder ob fern – mindestens ein regionales Bier durch meine Kehle laufen zu lassen. Der letzte Besuch in Leipzig ließ mir durch Zufall ein Craft Beer der heimlichen Hauptstadt Sachsens in die Hände fallen, von dem die offizielle Internetseite behauptet, es sei „das erste und bisher einzige Craft Beer“ der Stadt. Da ich das Gegenteil im Moment nicht beweisen kann, schenke ich dieser Behauptung einfach mal Glauben. Für meinen Gaumen spielt das ohnehin keine Rolle.

Unter dem Label „Weisse Elster“ – dabei handelt es sich um den größten der drei natürlichen Flüsse im Leipziger Stadtgebiet – entwickeln die beiden Bierliebhaber Jann und Cathrin von der Brelie seit 2013 ihre eigenen Bierkreationen, welche seit 2014 in zwei Familienbetrieben der Region gebraut werden. Dabei ist unter anderem das schon im Glas sehr vielversprechend aussehende Weisse Elster Pale Ale herausgekommen. Da es sich um ein nicht gefiltertes und nicht pasteurisiertes Bier handelt, überrascht die trübe gelbliche Färbung nicht. Mehr erstaunt hat mich die lang anhaltende weiße Schaumkrone, da meiner Erfahrung nach gerade die Kronen vieler Flaschenbiere recht schnell in sich zusammenfallen.

Die Nase begrüßt ein frischer Geruch von Zitrusfrüchten und eine Spur von frisch gemähtem Gras. Geschmacklich hatte ich eine ähnliche Fruchtigkeit erwartet, wie sie anderen Pale Ales zu eigen ist. Doch Pustekuchen: Zuerst einmal erwartete meine Zunge eine intensive Bitterkeit und erstaunliche Herbe, vor allem im Abgang. Vielleicht war mein Bier aber auch zu kalt, da ich es auf dem Balkon bei ziemlich niedrigen Temperaturen gelagert hatte. Denn je mehr Schlucke ich von dem wahrlich kühlen Getränk nehme, desto mehr machen sich auch im Aroma die Zitrusfrüchte breit. Zwar immer noch nicht so stark, wie ich es von anderen Pale Ales gewohnt bin, aber es ist da. Ich persönlich fand dieses herbe und bittere Aroma jedoch sehr erfrischend. Wer allerdings nicht so auf die kräftigen, herben Hopfenaromen steht, der sollte vom Weisse Elster Pale Ale lieber die Finger lassen.

Mein Fazit: Das Bier ist wahnsinnig erfrischend und trotz der intensiven Bitterkeit nicht zu extrem am Gaumen. Auch wenn sich (zumindest bei mir) die Fruchtigkeit erst später einstellte, empfand ich diese dann als sehr harmonisch. Frisch gezapft schmeckt das Bier bestimmt noch mal eine Spur besser – aber das ist ja meistens so.

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen
Alkoholgehalt: 5,4 %