Gott, geh in meinen Mokassins (Buchvorstellung)

Gott, geh in meinen Mokassins

Um keine Verwirrung um das Wörtchen „Gott“ zu stiften, sei an erster Stelle gesagt, dass es sich hierbei um die indianische und keinesfalls um die christliche Definition von Gott handelt. Diese Macht wurde eher als eine alles umgebende Kraft verstanden und nicht als eine Person. Das Gottesbild der Indianer war außerdem nicht einheitlich, was schon durch verschiedenste Namen wie „Großer Geist“, „Erdmacher“, „Der, dessen Gesicht niemand kennt“ usw. ausgedrückt wurde.

Dieses Büchlein präsentiert uns einige indianische Gebete, die mit passenden Naturaufnahmen untermalt sind. Was mir persönlich an solchen Gebeten wie diesen immer sehr gut gefällt, ist die überaus starke Verbindung dieser Naturvölker zu Mutter Erde. In christlichen Gebeten scheint die Natur eher eine sekundäre Rolle zu spielen. Der Mensch ist aber ein Teil dieser Welt, eingebunden in den Kreislauf der Natur sowie des Lebens. Das lässt sich anhand dieser kleinen Danksagungen und Bitten von verschiedenen Indianerstämmen (Ojibwa, Sioux, Zuni und andere) besonders gut nachvollziehen.

Gott, geh in meinen Mokassins

Es gibt viele Gefahren und Niederlagen auf dem Weg des Menschen. Du wirst weiterleben, während andere sterben müssen. Du wirst traurig sein, während andere lachen. Aber vergiß nicht: Das Leben ist das größte Geschenk, das die Natur den Menschen macht. Es ist leicht zu sterben, es ist schwer zu leben. Wir müssen dankbar sein.

Die Gedichte regen zum Nachdenken an, um sich und sein Handeln einmal selbst zu hinterfragen. Vielleicht helfen dabei ebenfalls die zusätzlichen 12 Seiten, auf denen noch ein kleiner Einblick in die „heilige Weise zu leben“ gewährt wird. Dieses Buch ist gewissermaßen der Einstieg in die Welt der Indianer, um neue bzw. alte Wege zu beschreiten und die Wurzeln des Ur-Seins wieder zu entdecken.