Interview mit Ash of Ashes (Skaldir)

Ash of Ashes
Als Adam, ebenfalls ein Waldhalla-Waldschrat, mir kürzlich die langersehnte, in meiner Sammlung noch fehlende Scheibe „Das Atmen der Erde“ des Trios Hel vermachte, war das für mich der Anlass, einfach mal die Webseite der Band wieder zu besuchen. Auch wenn ich im Grunde nichts Neues erwartet habe (schließlich haben sich Hel 2012 aufgelöst), stolperte ich in dem kleinen Facebook-Widget über die Info, dass sich wohl eine Follow-Up-Band namens Ash of Ashes aus der Asche von Hel (wie passend, haha) erheben wird.

Neugierig und voller Freude sage ich nun: „Danke, Skaldir, dass ich Dir trotz (wie von Deiner Seite aus berichtet) weniger Infos einige Fragen zu Deinem neuen Projekt so von Sauerländer zu Sauerländer stellen darf!

Die Freude ist ganz meinerseits. Es ist schön für mich, dass bereits in diesem frühen Stadium bei einigen Leuten schon Interesse an dem Projekt besteht.

Wird Dein neues Projekt ähnlich wie Hel klingen, oder wird es stilistisch ganz anders werden? Du gabst mir ja zumindest einen kurzen Hinweis, dass es etwas „folkiger“ sein wird.

Da ich bei Hel nicht der einzige Songwriter war, klingt Ash of Ashes natürlich schon etwas anders. Aber da man seine eigene Handschrift ja immer mit sich trägt, denke ich schon, dass es in die Richtung meiner Songs auf „Das Atmen der Erde“ geht.

Natürlich gibt es jetzt für mich keine stilistischen Limits, und ich wollte die ganze Sache etwas folkiger klingen lassen. Es gibt auch Momente, die meine Einflüsse durch den traditionellen Metal durchschimmern lassen. Und natürlich gibt es auch noch einen Black-Metal-Anteil, auch wenn die Songs alle ziemlich melodisch sind. Aber im Grunde genommen klaue ich weiterhin bei Bathory.

Skaldir

Wann und wie hat es sich für Dich entschieden, dass Du wieder etwas Neues starten willst?

Nachdem wir uns entschlossen haben das Projekt Hel enden zu lassen, habe ich direkt danach einen Liedanfang geschrieben. Dann war aber erst mal ein Jahr Pause, wenn ich mich recht entsinne. Ich habe ja noch andere Bands in den verschiedensten Stilrichtungen. Aber irgendwann wurde dann die Sehnsucht nach epischem Metal so groß, dass ich mehr und mehr Lieder schrieb. Vor ein paar Monaten hatte ich dann eine Phase, in der ich innerhalb von ein paar Tagen das halbe Album geschrieben habe. Da wurde mir auch selbst die Richtung, in die es geht, deutlich, und ich konnte das Logo in Auftrag geben.

Das Logo ist definitiv sehr gelungen! Was genau willst Du mit dem Namen andeuten bzw. kommunizieren, und wie ist er entstanden? Ich kann mir gut vorstellen, dass es etwas mit heidnischer Mythologie und Naturreligion zu tun hat, oder?

Also erst einmal mag ich ein Wort wie Naturreligion nicht. Da tut es mir für die Natur leid, in einem Wort mit etwas so grausamen wie Religion zu stehen, weil Religion etwas mit Glauben zu tun hat. Die Natur hingegen ist echt und wahrhaftig, und man muss nicht an sie glauben. Sie ist wirklich da.

Leute die im 21. Jahrhundert zu Göttern beten, welchen auch immer, sind mir suspekt. Deshalb könnte mir auch nichts ferner sein als irgendwelche Asatru-Bewegungen. Versteh mich nicht falsch, ich finde auf jeden Fall, dass alte Werte und Kulturen nicht in Vergessenheit geraten sollten und Mythologie ein spannendes Thema ist, aus dem ich auch schöpfe. Der Mensch mag eben gute Geschichten. Also die Romantik des Themas der nordischen Mythologie findet sich auf jeden Fall in den Liedern wieder.

Um auf den Anfang der Frage zurückzukommen, kann Ash of Ashes verschiedene Bedeutungen haben, da „Ash“ sowohl Asche als auch Esche bedeutet. Die Esche unter den Eschen wäre der Weltenbaum Yggdrasil. Oder es meint den Weltenbaum, der in Asche liegt. Die Asche der Esche, oder die Esche, die aus der Asche entsteht. Das fand ich sehr spannend.

Irgendwann, als ich mit dem Hund spazieren war, ist mir der Name eingefallen, und ich hab ihn mir behalten.

Die besten Ideen kommen einem wohl in freier Natur! Was denkst Du, wann die Fan-Gemeinde mit dem Debütalbum von Ash of Ashes rechnen kann?

Dass dies nur die Götter wissen, kann ich jetzt nicht mehr sagen, oder?

Ich wünschte, ich könnte das beantworten. Derzeit warte ich noch auf einen Bekannten, der mir textlich unter die Arme greift. Wenn die Texte alle da sind, möchte ich auf jeden Fall ganz schnell alles nochmal einspielen und das Ergebnis auf Euch alle loslassen.

Wir freuen uns jedenfalls schon sehr darauf! Bist Du jetzt quasi eine Ein-Mann-Band oder planst Du mit dem neuen Material auch einige Gigs zu spielen?

Wie gesagt, gibt es noch jemanden, der sich um die Texte kümmert und wahrscheinlich auch den Black-Metal-Gesang übernimmt. Aber den Namen möchte ich erst bekannt geben, wenn es auch wirklich so geklappt hat. Ansonsten muss ich sagen, dass dieses Album schon eine ziemliche Ego-Nummer von mir werden wird, hehe. Ich werde aber wahrscheinlich noch weitere Hilfe beim Schlagzeug brauchen. Für ein perfektes Ergebnis lege ich das Ego jedenfalls gern zur Seite.

Immer wenn ich mir die Lieder anhöre, denke ich, dass man sie eigentlich auf die Bühne bringen muss. Im Prinzip spiele ich nicht so gerne live, aber ich denke, mit den richtigen Musikern ist das Betreten der Bühnen nicht ausgeschlossen.

Ich bedanke mich an dieser Stelle herzlichst für den kleinen Einblick in Dein jüngstes Projekt und wünsche weiterhin viel Erfolg und Inspiration! Ich denke, wir werden uns hier in naher Zukunft bestimmt wieder zusammenfinden!

(Bilder: © Ash of Ashes)