Interview mit Deafest (Chase Ambler)

DEAFEST Interview
Rocky Mountain Black Metal! Was für ein herrlicher Begriff! Ich bin froh, dass ich die Möglichkeit hatte Chase Ambler von Deafest zu interviewen, um nun sein fantastisches RMBM-Projekt vorstellen zu dürfen! Vielleicht kennen es einige durch meine kürzlich veröffentlichte Rezension bereits. Und wenn nicht: Willkommen bei Deafest!

Also, Chase, ich danke Dir erst einmal für das Gespräch! Ich freue mich jedesmal Deiner Musik Gehör zu schenken und finde außerdem die Tatsache gut, dass Du Dein Projekt Deafest genannt hast. Wie Du bereits in einem anderen Interview erklärt hast, möchtest Du damit ausdrücken, dass „die Menschheit taub“ und nicht mehr fähig ist, der „Stimme der Erde“ zu lauschen. Ich denke, damit hast Du völlig recht. Aber denkst Du, dass es vielleicht doch noch einen Funken Hoffnung gibt, dass sich etwas ändert?

Ich glaube, dass wenn sich irgendeine Spezies ändern kann, wir Menschen es sind. Wir sind sehr anpassungsfähige Lebewesen, was wohl auch der Grund ist, weshalb wir in jeder Ecke des Planeten in so unterschiedlichen Umgebungen existieren können. Anhand dessen ist zu erkennen, dass wir uns in eine Richtung bewegen, die uns nicht länger erlaubt weiter so zu leben wie bisher. Als Lebensform konsumieren wir zu viele Ressourcen unseres Planeten. Die Art wie wir aktuell leben ist zwar ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, aber es ist bei weitem noch nicht genug. Das Ende vom Lied wird sein, dass wir nicht länger die dominante Spezies sein werden: Das Leben wird ohne uns fortgesetzt werden. Und sollte es uns doch noch geben, wird es sicherlich ganz anders sein. Exzessive Ausbeutung von Ressourcen muss das Erste sein, was aufhören muss. Wir haben bisher so gelebt, als gäbe es nur uns Menschen, und haben uns deshalb selbst zum Untergang verurteilt. Wenn wir wirklich auf unser Heim, auf unseren Planeten und seine Nöte gehört hätten, dann würden wir uns nicht da befinden, wo wir heute stehen.

Für mich persönlich gesprochen kann ich nicht verstehen, warum die Menschheit so dumm ist. Wie Du ja weißt, ist jede Person immer nur eine Generation und es ist schwer zu verstehen, warum alle anderen Generationen vor einem selbst so gelebt haben, als käme danach nichts mehr. Und sie tun es weiterhin. Da ist aber eine wundervolle Sache: Es gibt so viele junge Menschen und natürlich auch Metal-Bands, die einen Unterschied ausmachen! Deshalb schätze ich Deine Idee des Rocky Mountain Black Metals so. Was ist denn nun die Geschichte zu diesem Begriff und warum bist Du süchtig (das kann ich mit Sicherheit sagen) nach „Deinen“ Bergen?

Ich werde diese beiden Fragen in umgekehrter Reihenfolge beantworten.

Zu meiner Sucht:
Um dies zu beantworten, muss ich zurück in meine Kindheit gehen. Meine Eltern arbeiteten für die internationale Entwicklungshilfe, und so wuchs ich in einer handvoll Länder in Asien (Indonesien, Indien, Vietnam und Thailand) auf. Wir waren oft unterwegs, aber nie weit von dem Ort entfernt, in dem wir „gelebt“ haben. Wir kamen jeden Sommer in die U.S.A. zurück, um die Familie zu besuchen, blieben aber mal hier und mal dort im ganzen Land. Nach einer Weile kauften meine Eltern eine Hütte in den Rocky Mountains, hier in Colorado. Hier haben wir die meiste Zeit aller Sommer verbracht. Zwischen den ganzen Reisen wurde diese Hütte das einzige beständige Heim für mich. Mein Bruder, meine Schwestern und ich haben stets das abgelegene Gebirgstal rund um unsere Hütte durchstreift, um uns vor der „harten Arbeit“ zu verstecken, die unser Vater uns hätte machen lassen, wenn er uns gefunden hätte (Holz hacken, Holzscheite umher fahren, Felsmauern bauen, zimmern, färben, streichen). Wir haben etliche Stunden im Wald verbracht, um Festungen zu bauen, Bäume zu erklimmen, Tannenzapfen-Kriege zu führen, die Biber im Teich auszuspionieren, das Wild auszukundschaften und, nicht zu vergessen, die ganzen Berge zu bewandern. Die Berge sind für mich über die Jahre zu einem ganz besonderen Zuhause geworden. Jetzt, wo ich älter bin, genieße ich das Wandern, denn es ist wie ein nach Hause kommen, wobei meine Frau und ich immer wieder neue Berge erklimmen. Somit ist es jedesmal ein neues „Zuhause“, welches ich bei jedem neuen Aufstieg entdecken kann.

Rocky Mountain Black Metal:
Als ich damals im Jahr 2008 mit Deafest startete, wollte ich naturbezogenen Black Metal spielen, weil ich kein Interesse an anderen Arten des Black Metals hatte. Nichts zog mich mehr in dieses Genre, als das tiefe Nachsinnen über die wilde, gleichzeitig harte und schöne Natur durch Atmosphäre und Melodie. Black Metal kann rau und unerbittlich sein, zur gleichen Zeit aber auch schön und erfrischend, so wie die Natur fernab der menschlichen Städte. Als die Band ins Leben gerufen wurde und ich zugleich meinen eigenen Stil/Sound entwickelte, fand ich es sehr schade, dass es nicht mehr Bands aus Colorado gab, die sich den wunderschönen Bergen, die wir dort haben, widmeten. Andere Black-Metal-Bands aus dieser Region haben sich eher auf andere Themen fokussiert, die mich aber nicht sonderlich interessiert haben. Mein Fokus wandelte sich aber dann von allgemeinen Naturthemen ausschließlich zu den Rocky Mountains. Ein wenig später wurde der Begriff „Cascadian Black Metal“ sehr bekannt, welcher naturbezogenen atmosphärischen Black Metal definiert. Es störte mich ein wenig, als Deafest ebenfalls als Cascadian Black Metal bezeichnet wurde, obwohl meine Musik nichts mit den Kaskaden zu tun hat (dennoch sind es sehr schöne Berge). Meine Musik behandelt thematisch eine komplett andere Bergkette, mit unterschiedlichen Klimazonen und Arten von Pflanzen und Tieren, die dort leben. Ich habe Leute sagen hören, dass meine Musik im Vergleich zum Cascadian Black Metal wohl nicht allzu anders sei, um ihr einen eigenständigen Begriff zu verpassen. Es ist schön, wenn die Leute es so sehen, aber ich mache Musik über die Rockies, demnach werde ich es auch stets Rocky Mountain Black Metal nennen. In den letzten Jahren ist in den Rocky-Mountain-Staaten immer mehr naturbezogener Black Metal entstanden. Ich bin sehr glücklich über diesen Wandel. Wenn diese Bands den Begriff für die Beschreibung ihrer Musik nutzen möchten, dann wäre das ausgezeichnet.

Rocky Mountain Black Metal Goat

Rocky Mountain Black Metal Goat

Haha, erstaunlich und es wurde sogar ein neues Subgenre geboren! Aber wieso spielst Du instrumentalen RMBM? Gibt es einen besonderen Grund dafür, oder wird es vielleicht eine Zeit geben, wo Du Kreisch-Gesang ergänzen wirst?

Im ersten Jahr war Gesang sogar Teil der Band. Aber ich mochte daran wirklich überhaupt nichts. Ich mochte nicht wie er sich zum Ende der Aufnahmen anhörte, und dass er zwischen unterschiedlichen Veröffentlichungen nicht gleich klang, ich mochte ihn nicht aufzunehmen und ebenso wenig die Texte dazu zu schreiben. Die wenigen Instrumente, welche ich in dieser Ära der Band hatte, waren auch meine Favoriten. Als ich mich entschied, den gesamten Gesang loszuwerden, bevor ich „Eroding Peaks“ schrieb, fühlte es sich irgendwie richtig an. Ich bemerkte, dass es zu der Zeit im Jahr 2009 nur sehr wenige Instrumental-Black-Metal-Bands gab, und ich dachte, dass dies eine interessante Richtung für die Band wäre. Dies zwang mich dazu, mich noch mehr auf das Songwriting und die Kompositionen zu konzentrieren. Ich wollte, dass die Songs, auch wenn es kein Gesang oder Liedtext gibt, Geschichten erzählen. Ich war seitdem viel zufriedener mit meinem Songwriting, und ich denke, es liegt daran, dass ich den Gesang völlig weggelassen habe.

Im Laufe der Zeit mochte ich es sehr, wie instrumentaler Black Metal über die Natur dazu zu passen schien. Ich machte Musik über die Natur und ohne die Menschen darin, das Entfernen der menschlichen Stimme (des Gesangs) aus den Songs hat wirklich geholfen, das Gefühl von menschenleeren Berglandschaften wiederzugeben. Ich war glücklich, meine Musik eine lange Zeit ohne Gesang machen zu können, und ich glaube nicht, dass ich jemals wieder Gesang – welcher Art auch immer – verwenden werde. Als ich komplett auf instrumentalen Metal umgestiegen bin, fühlte es sich so an, als hätte ich mit Deafest meinen eigenen Sound gefunden. Einige Leute verstehen das und genießen die Idee des instrumentalen Black Metals, aber andere wiederum finden meine Musik fehlerhaft, da sie keinen Gesang enthält.

Ich versuche nur mit dem Titel des Songs eine musikalische Geschichte zu erzählen, um ein wenig zur Vision hinzuführen. Mit meinem letzten Album „Glen & Precipice“ wollte ich alle Songs mit Variationen eines musikalischen Themas verbinden, das in jedem der sechs Songs verwendet wurde. Außerdem ist jeder Song mit dem vorherigen verbunden, indem er mit einer Melodie beginnt, mit der der vorhergehende Song endet. Viele Bands versuchen ein ganzes Album zusammen mit lyrischen Themen zu verknüpfen, aber da ich bedingt durch die instrumentale Beschränkung diese Möglichkeit nicht habe, muss ich andere Wege finden, um individuelle Songs in einem längeren Album zusammenzufügen.

Ich stimme Dir zu. Es klingt ohne Gesang einzigartiger. Während ich diese Zeilen schreibe, läuft grad „Willows Engulf the Stream“ – wundervoll! Denkst Du, ein anderer Weg, noch individuellere Songs zu schreiben, könnte die Verwendung von anderen Instrumenten sein? Oder Songs mit Gastmusikern? Ich denke da grad an (so als Beispiel) Dylan’s (Evergreen Refuge) Akustikgitarren.

Was neue Instrumente betrifft, bewege ich mich nur langsam in solch eine Richtung. Die EP „Runoff“ enthält tibetanische Klangschalen im Intro eines Songs. Möglicherweise werde ich diese auch in Zukunft verwenden. In den letzten zwei Jahren habe ich ein wenig mit Klavier in Deafest experimentiert. Auf der „Deafest/Sinding Split“ habe ich dies zum ersten Mal probiert, und obwohl meine Klavier-Kenntnisse extrem limitiert sind, mag ich diese Ergänzung. „Runoff“ und „Glen & Precipice“ enthalten ebenfalls etwas Klavier. Auf dem neuen Album habe ich das Klavier aber nur auf dem Precipice-Teil verwendet, um den Glen-Teil gefühlt etwas abzuheben. Meine Frau hat eine Geige, und ich habe bei mehreren Gelegenheiten versucht diese hier und dort bei einigen Songs einzusetzen, aber ich spiele so schlecht, dass ich es am Ende immer lösche und die Aufnahme stattdessen mit einer Gitarre mache. Aber wer weiß? Vielleicht wird irgendwann eine ärmlich gespielte Geige auf einem Deafest-Song zu hören sein.

Der einfachste Weg, um frischen Wind in die Band zu bringen, wären andere Leute oder Gastmusiker. Aber auf meine eigene seltsame Art, möchte ich Deafest lieber für mich allein haben. Ich möchte hundertprozentige Kontrolle über die Band haben. Deafest war immer meine Band, und nachdem meine Tochter geboren wurde und ich mich aufgrund von elterlichen Verpflichtungen von meinem Drummer (Brett) trennen musste, fühlte ich mich darin noch mehr bestärkt. Wie auch immer, die Leute, die ich für meine Alben hätte haben wollen, sind Dylan und Paul, und zusammen gründeten wir die Band Arête , um genau dies zu tun. Dylan und ich kümmern uns um die Kerngitarren und die Kompositionsarbeiten. Paul ergänzt seinen Gesang und eine Reihe von Volksinstrumenten, um Arête einen Klang zu verleihen, der sich von all unseren einzelnen Projekten unterscheidet. Wir gründeten die Band mit unseren Freunden, einem großartigen Schriftsteller (Nick) und Fotografen (Patrick), um es zu einem wirklich vielfältigen Projekt zu machen.

Arête – YEY, ein großartiges Nebenprojekt! Aber wieso ist es für Dich so schwer etwas von der „Kontrolle“ abzugeben? Denkst Du, es könnte all das verändert, wofür Deafest steht? Auf der anderen Seite kann ich diese Entscheidung nachvollziehen. Niemand wird Dir jemals rein reden, wie Du die Dinge angehst.

Im Laufe der Jahre spielte ich in vielen Bands zusammen mit ein paar Leuten, und sie wussten, dass ich immer aus Bands, die live spielen wollen, aussteige, denn ich hasse Live Gigs über alles. Also beschlossen wir eine Band zu gründen, die nur aufnehmen würde und bei der Live Shows vom Tisch wären, so dass ich mir deswegen keinen Kopf machen müsste. Die anderen beiden Jungs spielten in einer handvoll Bands zu der Zeit, und ich war bis dato in keiner Band involviert. Sie wollten, dass ich die ganze Musik komponiere; sie würden mir nur bei den Aufnahmen helfen. Also setzte ich voraus, dass Deafest von Anfang an meine Musik sei. Kurz nachdem wir mit der Band starteten, mussten sie diese auch sogleich wieder verlassen, aufgrund ihrer anderen Projekte (tatsächlich hatten wir nur eine Probe, bei der wir „Forests of the Night“ gespielt hatten), so dass ich die Band als Soloprojekt fortsetzte. Nach so vielen Jahren in der Band, die ja nur aus mir bestand, wurde es etwas Besonderes, die Kontrolle darüber nicht abzugeben.

Auf musikalischer Ebene geht es bei Deafest um meine Gefühle zur Natur. Es ist zu einer Art persönlichen Beziehung zu den Bergen hier geworden. Die Band ist ein Weg für mich, um über meine Gefühle, die Natur und den Bezug zur Wildnis zu meditieren, während ich in der Stadt feststeckte. Es ist ein Weg, um die großartigen Zeiten, die ich in den Bergen erlebe, zu überbrücken, bis ich dort wieder wandern kann. In einer seltsamen Art und Weise geht es um die Berge mit mir auf ihnen, und gleichzeitig geht es um die Berge ohne mich auf ihnen (oder jeglicher Person überhaupt). Ich denke, wenn ich der Band weitere Mitglieder hinzufügte, würde es sich irgendwie weniger nach dem Deafest anfühlen, das ich über diese 8 Jahre kennengelernt habe.

Ghost Mountain

Ghost Mountain

Verstehe. Wenn Du kein Familienvater wärst, würdest Du dann irgendwo in einer kleinen Hütte in den Bergen wohnen? Wildnis suchend? Würdest Du es aufgeben, Musik zu machen?

Das war mein Traum für viele Jahre. Glücklicherweise, obwohl ich Frau und Kinder habe, ist dieser Traum nicht geplatzt. Meine Frau und ich teilen den Wunsch, eines Tages in einem kleinen Haus in den Bergen zu wohnen. Es ist vermutlich nicht möglich so weit abgelegen zu leben wie ich es gern hätte, aber irgendwo in den Bergen, mehr in der Natur, wäre fantastisch.

Ich denke, an dieser Stelle in meinem Leben ist die Musik für mich einfach zu wichtig, um sie aufzugeben. Ich weiß nicht, ob solch ein Umzug in die Natur dauerhaft verändern könnte, welche Musik ich höre oder welche Musik ich mache. Ich vermute, dies würde eine Art Verschiebung verursachen. Vielleicht würde die Sehnsucht nach der Natur in meiner Musik verblassen, weil ich darin leben würde, und ein neues Gefühl oder Thema würde mit mehr Kraft herausbrechen.

The Black Wall Aflame

The Black Wall Aflame

Du solltest es probieren, haha! Aber wie dem auch sei, ich denke, heutzutage ist es wirklich schwer auszubrechen und etwas ganz Neues zu starten – besonders wenn man ein Vater ist. Denkst Du wirklich, die Sehnsucht zur Natur würde verblassen? Denn Du kennst ja die andere Seite: In der Stadt zu leben (oder anders ausgedrückt in einem Käfig). Vielleicht wäre es eine andere, bessere Quelle der Inspiration?

Meine Ehrfurcht vor der Natur würde bestehen bleiben, aber die intensive Sehnsucht, die ich in der Natur verspüre, würde nachlassen, wenn ich von Wildnis umgeben wäre. Vielleicht würde die Traurigkeit in meiner Musik abnehmen, weil ich weg von der Stadt leben würde. Wenn ich in den Bergen bin, überfällt mich ein seltsames Gefühl der Ruhe. Natürlich muss ich wachsam bleiben, denn die Gefahren der Rocky Mountains lauern überall, aber die Ruhe erlaubt mir auch, die Schönheit des Planeten, auf dem wir leben, zu schätzen und ihn als ein Wunder zu betrachten. Hoffentlich werde ich eines Tages erleben, was es bedeutet komplett von Wildnis umgeben zu sein. Bis zu diesem Tag sind zumindest die Berge nicht allzu weit entfernt.

Das wäre eine großartige Erfahrung, gänzlich von Wildnis umgeben zu sein… Aber zurück: Kannst Du uns einen der schönsten Berge empfehlen, den Du je gesehen hast? Vielleicht möchten unsere Leser in der Zukunft auch eine Wanderung unternehmen!

Meine Frau und ich haben das Lebensziel, alle 14er in Colorado zu erklimmen. Es gibt 54 14.000 Fuß (Anmerkung der Redaktion: Das sind 4267,20 Meter) hohe Berge hier in unserem Bundesstaat, also wird es wohl eine Weile dauern. Bisher hat uns jeder Berg etwas Spektakuläres geboten, aber als wir diesen Sommer Huron Peak (14.003 Fuß) erkletterten, wurde dieser seinem wunderschönen Ruf mehr als gerecht. Die unteren Abschnitte der Strecke waren wirklich toll. Wir gingen durch richtig grüne Wälder und waren umgeben von Wasserfällen, die auf der Bergseite hinabstürzten. Nachdem man die Baumgrenze überwunden hat, ist es wirklich atemberaubend. Huron Peak liegt in der Mitte der Sawatch Range und ist somit von jeder Menge anderer 14er und 13er umgeben. Die Aussichten sind fantastisch, besonders von der Bergspitze. In jeder Richtung hat man einen unglaublichen Ausblick.

Huron Peak

Huron Peak

Was steht als nächstes auf Deinem Plan? Wird es einen Nachfolger zu Deinem letzten Album „Glen & Precipice“ geben oder möglicherweise eine andere Split-CD, inspiriert durch diese Berge?

Ich habe ein paar Dinge in petto. Ein ganz neuer Song wird auf einer Benefiz-Compilation Ende dieses Monats (Dezember) vertreten sein, falls alles nach Plan läuft. Ich plane einige Splits für nächstes Jahr, falls ich genügend Zeit zwischen Familie (ich habe ein Dreijähriges und ein Einjähriges), Arbeit, meinem Schreiben und Arête finde. Ideen für ein anderes Full-Length liegen noch in weiter Ferne. Aber wer weiß? Möglicherweise wird das fünfte Album irgendwann in 2018 erscheinen, wenn Deafest sein zehnjähriges Bestehen feiert. Das würde gut passen: Fünf Alben in 10 Jahren. Aber verlass Dich nicht drauf. Ich weiß nicht, wann ich tatsächlich Zeit finde, um ein anderes Album einzuspielen.

Du wusstest es wohl bereits, dass ich Dir noch diese abschließende Frage stellen würde: Wenn Du kletterst, ist es für Dich sehr mühsam und fühlst Du dabei eine Menge Schmerzen (lachend)?

Bisher haben meine Frau und ich fünfzehn 14er erklettert und jeder von ihnen ist extrem mühsam. Während der meisten Wanderungen fühlt es sich so an, als wäre jeder Berg der Schwierigste, den wir jemals erklommen haben. Erst nachdem wir die Berge bestiegen haben, können wir zurückblicken und entscheiden, welcher wirklich schwierig und welcher etwas einfacher gewesen war. Wie ich Dir ja schon erzählt habe, fühlt es sich so an, als würde ich den ganzen Weg bis zur Spitze sterben, aber wir gehen einfach weiter und am Ende ist es der Mühe wert. Zum Ende eines jeden Aufstiegs hin tut sowieso alles weh: Jeder Teil meiner Füße, jeder Teil meiner Beine und besonders meine Knie. Aber der Schmerz ist nichts im Vergleich zu der Freude in solch wundervoller Natur zu sein. In der Zeit, in der wir in den Bergen sind, wird der Rest der Welt ganz klein. Alltägliche Probleme fühlen sich unwichtig an, die Beziehung zueinander wird wichtiger, und zudem befällt mich ein innerer Friede. Am wichtigsten ist aber, dass mein Respekt für unseren Planeten dabei zunimmt.

Das sind wirklich schöne Worte an unsere Mutter Erde! Ich danke Dir vielmals für dieses wundervolle Gespräch!

Danke für das Interview und den großartigen Support! Keep on hiking!

Mehr Bergbilder:
Chase Ambler Fotografie
Fineartamerica Profil von Chase Ambler
Deafest

(Bilder: © Chase Ambler Photography / Deafest)


Rocky Mountain Black Metal! What a term of grandeur! I’m very glad to have the opportunity coming together with Chase Ambler from Deafest and hopefully we can spread the word, to make more people out there get to know his stunning RMBM project. Maybe some of you already discovered it through my review last time and for those who don’t: Welcome to Deafest!

So, Chase, thank you first starting a little chat with me! I really enjoy listening to your music and I also love the idea entitling your project Deafest. As you already explained in another interview, the intention is to communicate that „mankind is deaf“ and not able listening to „the voice of the earth“ anymore. In my mind you’re absolutely right with that. But do you think that there’s maybe a glimpse of hope that mankind could change?

I feel that if any species can change, it is mankind. We are extremely adaptable animals, and that’s why we live in every corner of the planet in so many different environments. The key is realizing that we are moving in a direction that will not allow our species to continue on Earth. As a species we consume far too much of the planet’s resources. The way that we live is finally taking the smallest of baby steps in the right direction, but it’s not nearly enough. The bottom line is that the planet will continue after we are no longer the dominant species: Life will continue without us. And if we are to continue as well, we need to live in a completely different way. Consuming excessive amounts of resources is the first thing that needs to go. We’ve lived in a way that put humans first, but in doing so we’ve doomed ourselves. If we had listened to our home, our planet, really listened to what it needed, then we wouldn’t be where we are today.

For me personally, I cannot understand why mankind is so dumb. As you know every person is just one generation and for me it’s hard to understand that all generations before us have been living like there’s nothing after them and most of them still do. I think this is a big and wonderful thing today: There are so many young people and of course metal bands that make a difference! Due to that I really appreciate your idea with performing Rocky Mountain Black Metal. So, what’s the story behind this term and why do you are addicted (yes, I know for sure) to „your“ mountains?

I’ll answer these two questions in reverse order.

My addiction:
To answer this, I have to go way back to my childhood. My parents worked in international relief and development, so I grew up in a bunch of countries in Asia (Indonesia, India, Vietnam, and Thailand). We moved a lot, but were never „from“ anywhere that we lived. We would come back to the U.S.A. to visit family every summer, but we would stay here and there across the country. After a while, my parents bought a cabin in the Rocky Mountains here in Colorado. We would spend the majority of the summers there. With all the movement in my life, our cabin became the one place that was any sort of constant home. My brother and sisters and I would roam the secluded mountain valley around our cabin to hide from the „hard labor“ our father would make us do if he found us (chopping wood, moving logs by wheelbarrow, building rock walls, carpentry, staining, painting). We would spend hours in the woods building forts, climbing trees, having pine-cone wars, spying on the beavers in the ponds, spotting deer, not to mention hiking the mountains all around the place. The mountains became a special home for me over the years. Now that I’m older I really enjoy hiking because in a way it’s like going home, but my wife and I are always climbing new mountains, so it’s a new „home“ that I get to freshly discover each climb.

Rocky Mountain Black Metal:
Back in 2008 when I started Deafest I wanted to make nature-themed black metal, because I wasn’t interested in other kinds of black metal. Nothing drew me into the genre more than deep meditations on the wild’s simultaneously harsh and beautiful nature through atmosphere and melody. Black metal can be harsh and unforgiving and at the same time beautiful and refreshing just like the natural world away from human cities. As the band started to take shape, and I began to develop my own style/sound, I found that it was a shame there were not more bands from Colorado that were dedicated to the beautiful mountains that we have here. The other black metal bands from this area were focused on other subjects that didn’t interest me as much. My focus then shifted from general nature themes to strictly the Rocky Mountains. A little later on, the term „Cascadian Black Metal“ became very popular for describing atmospheric black metal focused on nature. I bothered me a little bit when Deafest kept getting labeled as Cascadian Black Metal because my music was not about the Cascades (even though they are beautiful mountains). My music was about an entirely different mountain range with different climates and species of plants and animals living in it. I have heard people say that my music is not different enough from Cascadian Black Metal to have a different name. That’s fine if people see it that way, but I make music about the Rockies, so I will always call it Rocky Mountain Black Metal. In recent years, more nature-themed black metal has emerged from the Rocky Mountain states. I’m very happy to see that change. If they want to use the RMBM term to describe their music, then that’s excellent as well.

Rocky Mountain Black Metal Goat

Rocky Mountain Black Metal Goat

Haha, amazing and also a new sub-genre is born! But why do you perform instrumental RMBM? Is there a special reason for that or will there maybe a time you’ll add some harsh vocals to it?

For the first year of Deafest vocals were part of the band. But I really disliked everything about them. I didn’t like how they turned out in the end after recording, I didn’t like how they never sounded the same between different releases, I didn’t like recording them, and I didn’t like writing lyrics. The few instrumentals that I had in that era of the band were my favorite. So when I decided to get rid of vocals altogether before writing Eroding Peaks, it felt right. I noticed that there were very few instrumental black metal bands around at the time in 2009, so I thought this would be an interesting direction for the band. It forced me to concentrate even more on the songwriting and composition. I really wanted the songs to still show stories without any vocals or lyrics needed. I’ve been much happier with my songwriting since then, and I think I owe it to the fact that I did away with vocals totally.

As time went on I really liked how instrumental black metal about nature really seemed to fit. I was making music about nature without humans in it, and taking the human voice (vocals) out of the songs really helped give that feeling of mountain landscapes devoid of people entirely. I’ve been happy to keep my music without vocals for a long time now, so I don’t think I’ll ever go back to using any vocals of any kind. Once I went completely instrumental it felt like Deafest found its own sound in a way. It seems that people are divided on the subject. Some people get it and enjoy the idea of instrumental black metal, but others just find my music lacking since vocals are absent.

I try to tell musical stories with only the title of the song there to guide a bit of the vision. With my latest album „Glen & Precipice“ I really wanted to link all the songs together with variations of a musical theme played in each of the six songs. Also each of the songs is connected to the one before it by starting with a version of the melody the previous song ended on. Many bands try to link an entire album together with lyrical themes, but since I don’t have that option with my instrumental limitation, I need to find other ways to make individual songs fit together in a larger album.

I agree with you. It sounds even more unique without vocals. As I’m writing these lines „Willows Engulf the Stream“ is now playing – wonderful! Do you think another way of making more individual songs could be using new kinds of instruments? Or maybe songs with guest musicians? I’m thinking of (for example) Dylan’s (Evergreen Refuge) acoustic guitars.

In regards to new kinds of instruments, I’ve been slowly moving in that direction. The EP „Runoff“ features Tibetan Singing Bowls in the intro to one song. I might use them more in future songs. Over the last two years I’ve been experimenting a little bit with piano in Deafest. The „Deafest/Sinding Split“ was the first time I tried it, and though my piano skills are extremely limited, I liked the addition. „Runoff“ and „Glen & Precipice“ also feature a little piano. In the new album I only used piano on the Precipice side of the album to give it a slightly different feel than the Glen side. My wife has a violin, and I’ve tried on multiple occasions to record a bit of violin here and there on some songs, but I play so badly that I always end up deleting it and recording the melody with guitar instead. Who knows? Maybe one day some really poorly played violin will pop up in a Deafest song.

The easiest way to get new sounds into the band would be to get other people to be guest musicians on songs. But, in my own strange way, I want to keep Deafest just for me. I like to have 100 % control of the band. Deafest has always been my band, but after my daughter was born, and I had to part ways with my drummer (Brett) because of parenting schedules, I felt even stronger about keeping the band just to myself. Anyway, the people that I would have wanted to play on my albums are Dylan and Paul, and we formed the band Arête together to do just that. Dylan and I take care of the core guitar and composition work. Paul adds his vocals and an array of folk instruments to really give it a sound that’s different from all our individual projects. We formed the band with our great writer (Nick) and photographer (Patrick) friends to make it a really diverse project. I thought I would have a hard time giving up control in Arête, but I found it wasn’t too hard to do because I don’t give up any control of Deafest ever.

Arête – YEY, great side project! But why is it so hard for you giving up some „control“? Do you think it maybe could change all that Deafest stands for? On the other hand I can comprehend the decision. No one ever could tell you how to manage things.

I had been in multiple bands with a few guys over the years, and they knew that I always quit bands that play live because I hate everything about playing live shows. So we decided to make a band that would just be for recording and take live shows off the table, so I wouldn’t stress out about it. The other two guys were in a bunch of bands at the time and I was in none right then. They wanted me to compose all the music; they would just help me record it. So right from the beginning Deafest was supposed to be my music. Shortly after we started they had to drop out of the band because of their other projects (we actually only had one practice where we played „Forests Of The Night“), so I continued the band on my own as a solo project. After so many years of the band being mine I became more and more particular about not giving up control of the band.

On the musical front, Deafest is about my feelings towards nature. It’s become sort of been a personal relationship with the mountains here. The band is a way for me to meditate on my feelings about nature and the concepts of the wild while stuck in a city. It’s a way of reliving the great times I have in the mountains to tide me over until the next time I can go hiking. In a strange way Deafest is about the mountains with me in them, and at the same time it’s about the mountains without me in them (or any person in them at all). I guess if I added members to the band it would somehow feel less like the Deafest that I’ve come to know over these 8 years.

Ghost Mountain

Ghost Mountain

Understand. If you wouldn’t be a family man, would you rather live in a small house somewhere in the mountains? Seeking wilderness? Would you give up making music?

That has been a dream of mine for many years. Luckily, even though I do have a wife and children, that dream has not been crushed. My wife and I share the goal of getting a small home in the mountains one day. It might not be possible to be as secluded as I would like, but living somewhere in the mountains closer to nature would be fantastic.

I think at this point in my life, music is too important to me to give up. I don’t know if moving into nature permanently would change what kind of music I listen to and what kind of music I make. I’m guessing it would cause some sort of shift though. Maybe the longing for nature in my music would fade because I would live in it, and a new feeling or motif would start to come through with more strength.

The Black Wall Aflame

The Black Wall Aflame

You should give it a try, haha! But anyway, I think it’s very hard today breaking out and starting something new – especially when you’re a dad. Do you really think longing for nature would fade? Because you know the other side: Living in a town (or in another way a cage). Maybe it would be another, even a better source of inspiration?

My reverance for nature would remain, but the intense longing that I have to be in nature would be eased since I would be surrounded by the wild. Perhaps the sadness in my music would decline, because I would be living away from the city. When I’m in the mountains, a strange sense of calm comes over me. Of course I must remain alert, because the dangers of the Rocky Mountains are everywhere, but the calm allows me to appreciate the beauty of the planet we live on and look upon it in wonder. Hopefully one day I will know what it is like to live completely surrounded by wilderness. Until that day, at least the mountains are not too far away.

That would be a great experience, being completely surrounded by wilderness… But for now, can you recommend one of the loveliest mountains you’ve ever seen? Maybe our readers like to go on a hike in the future!

My wife and I have a life goal of climbing all the 14ers in Colorado. There are 54 14,000 foot mountains here in our state, so it’s going to take a while. So far each mountain has brought something spectacular, but we climbed Huron Peak (14,003 ft) this last summer and it lived up to its beautiful reputation. The lower sections of the trail were really great. It went through really green forests and was surrounded by waterfalls cascading down the mountain side. After you get above treeline, it really is breath-taking though. Huron Peak is in the center of the Sawatch Range so it’s surrounded on all sides by a lot of other 14ers and 13ers. The views are fantastic, especially from the summit. Every direction you look is a new incredible view.

Huron Peak

Huron Peak

So, what comes up next? Will there be a follow-up to your latest album „Glen & Precipice“ or maybe another split inspired by these mountains?

I have a few things lined up. A brand new song will be on a benefit compilation at the end of this month (December) if all goes according to plan. I have a few splits lined up for next year, if I can get enough time in between family (I have a three year old and a one year old that are a handful), work, my writing, and Arête. Ideas for another full-length are really far off at this point. Who knows? Maybe the fifth full-length will come out in sometime in 2018 when Deafest turns one decade old. That would be kind of fitting: Five albums in ten years. Don’t hold me to that. I don’t know when I’ll actually have time to make another full-length.

You already knew I would ask this as the closing question: When you climb, is it hard and do you feel a lot of pain (laughing)?

So far my wife and I have climbed 15 14ers, and each one is extremely hard. During most of the hikes it feels like each mountain is the hardest one we’ve ever climbed. It’s only after we are done we can look back and decide which ones were really harder and which ones were a little easier. Like I told you before, it feels like I’m dying all the way to the top, but we just keep going, and it’s all worth it in the end. By the end of each climb pretty much everything hurts: Every part of my feet, every part of my legs and especially my knees. But the pain is nothing compared to the joy of being in such wondrous nature. For that time that we are in the mountains, the rest of the world gets put into perspective. Day to day problems feel smaller, relationships feel bigger, and a rugged peace comes over me. Most importantly my respect for our planet grows.

That are kind words to our Mother Earth indeed! Thank you so much for this wonderful talking!

Thank you for the interview and your great support! Keep on hiking!

More muntain pictures:
Chase Ambler Photography
Chase Ambler’s Fineartamerica Profile
Deafest

(Pictures: © Chase Ambler Photography / Deafest)