Interview mit Skaldenmet

Short Interview mit Skaldenmet
Die Viking-Metal-Formation Skaldenmet aus Hamburg ist eine noch relativ frisch gegründete und vor daher noch kaum in der Szene bekannte Band. Das wird aber hoffentlich nicht lange so bleiben, denn mit viel frischem Wind in den Segeln ihres Sechsmasters möchte sie so viele Bühnen wie nur möglich entern und das bereits schon etwas faulig riechende Genre mit neuen Ideen anreichern.

Hallo Skaldenmet! Erzählt mal etwas über Euch… Wer seid Ihr und wie habt Ihr Euch zusammengerauft?

Verena: Um unseren Pressetext aufzugreifen: Wir sind Skaldenmet aus Hamburg. Unsere Musik klingt wie Wikinger auf einem musikalischen Beutezug. Brachial und doch stimmungsvoll; in unserem Schlachtgetümmel bleibt kein Horn gefüllt…

Sherina: Ursprünglich wollten wir eine Folk-Rock-Band gründen, haben jedoch bald festgestellt, dass das Genre für uns nicht das Richtige ist (lacht). Es wurde also ein Nebenprojekt von Dennis (Drums), Thiemo (Gitarre) und mir (Bass) gegründet, welches sich musikalisch derart schnell entwickelte, dass wir uns bald einig waren, einen zweiten Gitarristen sowie einen passenden Sänger in die Band holen zu müssen. Nach einigen Bewerbern fand sich dann Lars als Leadgitarrist, der sich super in unseren Chaostrupp einfügte. Nach ca. zwei weiteren Monaten meldete sich Andreas und erschlich sich nach einer Beobachtungszeit seinerseits einen festen Platz am Mikrofon. Des Weiteren bereichert er unsere Musik nicht nur durch seinen Gesang sondern auch mit seiner Low Whistle und seinem kompositorischen Können, welches wir nicht mehr missen möchten. Irgendwann wurde uns klar, dass trotzdem noch irgendwas fehlte. Die Musik war noch nicht rund. Ein Tastenmensch musste her. Nach einer gefühlt ewig andauernden Suche fanden wir über Empfehlungen von Musikerkollegen Verena. Sie hatte erst berechtigte Zweifel, ob des Aufwandes, da sie mit Serpentic und einem anderen Nebenprojekt zeitlich ziemlich eingespannt war. Nach einem Treffen und einer gemeinsamen Bandprobe war aber sofort für beide Seiten klar: Das passt!

Verena: Stimmt. Ich hatte Thiemo und Sherina vor Milliarden Jahren auch schon kennengelernt, aber nicht oft bewusst getroffen. Und plötzlich fragten mich zwei Bekannte unabhängig voneinander, ob ich bei Skaldenmet nicht mitmachen könnte, die „suchen doch schon so lange“. Zack, hingegangen, eingefangen, lieben gelernt!

Sherina: Dann kam eins zum anderen, die Entwicklung ging rasant voran und wir freuen uns immer noch, dass unser musikalisches Allerlei so gut ankommt und unser Konzept aufgeht. Im Großen und Ganzen hat sich ein aufgeschlossener, motivierter und begeisterungsfreudiger Trupp zusammengefunden, der, trotz einiger Höhen und Tiefen, immer wie Pech und Schwefel zusammenhält.

Wie kommt Ihr auf den Viking Metal? Oder anders gefragt: Was verbindet Euch mit den Wikingern? Und eifert Ihr vielleicht irgendwelchen musikalischen Vorbildern nach?

Sherina: Das ist wohl zum größten Teil auf meinem Mist gewachsen, *hüstel*. Seit langem interessiere ich mich für die nordische Mythologie, und dann kam mir die Idee, dieses Interesse mit der Musik zu verbinden. Dementsprechend habe ich das damals vorgeschlagen, die Jungs fanden die Idee gut und haben jeweils ihren eigenen Beitrag dazu beigesteuert. Das Ergebnis ist Skaldenmet!

Andreas: So wie ich das sehe, ist der Viking Metal in mancher Hinsicht an einem toten Punkt angelangt – wirkt nicht selten wie „formal eingefroren“. Anstatt einen weiteren Aufguss zuzubereiten, möchten wir das Genre auf unsere eigene Art und Weise interpretieren und ihm so neues Leben einhauchen. Selbstverständlich entstehen musikalische Ideen niemals im luftleeren Raum, und so ist unsere Musik auch immer ein Sammelsurium all jener Stile, die jeder Einzelne von uns privat zu hören beliebt.

Lars: Vorbilder, denen wir nacheifern, haben wir an sich nicht, aber es ist ja klar, dass man sich an der Musik, die man hört, orientiert und davon beeinflusst wird.

Sherina: Richtig. Wir hören uns nicht bewusst verschiedene Bands an, um dann Lieder zu schreiben, die so klingen, als ob es gute Kopien seien. Uns ist es wichtig unsere Musik so zu komponieren, dass man uns an unserem Stil erkennt und nicht gleich der Gedanke aufkommt „Hey, die klingen wie…“ Auch ist uns wichtig, dass wir uns nicht auf ein Genre beschränken. Der Begriff „Viking Metal“ ist für uns der Begriff des Gesamtkonzeptes. Wir finden es wichtig, uns nicht auf ein Metal-Genre festzulegen, sondern die Grenzen der Stile zu durchbrechen und uns somit eine erweiterte und vielfältigere Möglichkeit zum Songwriting zu schaffen. So kommt es vor, dass der eine Song eher fröhlich und melodisch klingt, während ein anderer wiederum brachial und stampfend oder düster und stimmungsvoll ist. Und trotzdem ist ein ganz eigener Stil dabei entstanden, durch den man einen roten Faden hindurchziehen kann.

Erzählt mal, warum gerade der Bandname Skaldenmet? Er klingt, als ob Ihr „Sauf-Metal“ spielen würdet, hehe… Zumindest war das unser erster Gedanke, als wir ihn gelesen haben…

Sherina: Der Name „Skaldenmet“ stammt aus der nordischen Mythologie. Es ist der Honigwein, nach dessen Genuss ein jeder gut singen und dichten kann.

Die Mythologie besagt, dass einst der Krieg zwischen den Göttersippen der Asen und Wanen beendet wurde. Als Friedensbesiegelung spien sie in ein Fass, aus dessen Inhalt ein weises Wesen namens Kvasir entsprang. Dieses wurde von den beiden Schwarzalben Fjallarr und Galarr ermordet und sein Blut in einem mächtigen Kessel aufgefangen. Aus dem Blut brauten sie unter Beimischung von Honig den Skaldenmet.

Der Gedanke hinter der Namenswahl war Musik zu erschaffen, die sowohl die Dichtkunst als auch die musikalischen Fähigkeiten mit den Themen der nordischen Mythologie kombiniert.

Uns ist es wichtig, dass wir unser Konzept nicht nur in der Musik, den Texten und dem Bühnenbild präsentieren, sondern auch der Name der Band zum Gesamtbild passt.

Verena: Aber einem guten Schluck Met sind wir alle nicht abgeneigt.

Bisher habt Ihr nur zwei Songs per YouTube veröffentlicht bzw. drei, wenn man die Proberaumaufnahme von „Am Runenstein“ mitzählt, die allesamt sehr gut und nicht wirklich nach „Sauf-Metal“ klingen. Im Gegenteil, sie lassen auf ein echtes Überraschungsalbum hoffen! Könnt Ihr uns dazu schon vielleicht Näheres verraten? Und was genau steht bei Eurer Musik im Vordergrund und hebt Euch von anderen Bands ab? Was denkt Ihr?

Andreas: Die Albumproduktion ist für uns die Gelegenheit, unser bisheriges Repertoire in feste Formen zu gießen und an letzten Ecken und Kanten zu feilen. Nach derzeitigem Stand ist das Frühjahr als Release-Zeitraum angedacht, wobei gerade in Anbetracht der doch recht hohen Komplexität immer wieder viele Elemente zu Tage treten, die uns vorher nicht aufgefallen sind. In gewisser Weise ist ein Song erst dann fertig, wenn er vollständig recorded und bearbeitet wurde. Und gerade das macht die Sache spannend!

Bei der ganzen Sache sieht man Euch den Spaß definitiv an, allerdings erscheint es optisch ein wenig so, als würdet Ihr mit auf den sich durch oftmals mangelnde Qualität ausbremsenden „Paganzug“ aufspringen wollen. Oder seht Ihr das anders? Wem würdet Ihr Eure kommende CD denn überhaupt empfehlen wollen?

Andreas: Nun, es soll mir eine Freude sein, derartige Befürchtungen als unbegründet zu zerstreuen (lacht). Wir stärken uns und ermutigen uns gegenseitig immer wieder unsere Grenzen zu erweitern. Das Ganze stets mit der Prämisse etwas zu fabrizieren, das wir auch selber kaufen würden. Man merkt es einem Album oder der Musik im Allgemeinen einfach an, ob dabei Leute am Werk waren, die voll und ganz hinter dem, was sie tun, auch stehen, ob die auch mitunter harte Arbeit nicht scheuen, und für die die Liebe zum Detail nicht nur eine Floskel darstellt.

Sherina: Uns ist es schon bewusst, dass der erste optische Eindruck vermittelt, wir würden auf den besagten Zug aufsteigen, doch der Gedanke dahinter ist ein anderer. Wir wollen Musik und ein Konzept schaffen, welches uns gefällt und überzeugt. Wir haben die Band nicht mit den Gedanken gegründet, auf irgendeinen Strom aufzusteigen, sondern etwas für uns zu tun, etwas zu erschaffen, was uns gefällt und hinter dem wir stehen. Die Begeisterung an der Musik teilen wir gerne und wir sind immer wieder sehr erfreut, wenn unsere Musik anderen Menschen gefällt. Ich persönlich würde unsere CD all denen empfehlen, die offen für vielseitige und experimentelle Musik sind. Menschen denen Musik gefällt, die ihre Texte, die Geschichten und Emotionen dahinter lebendig werden zu lassen versucht. Die CD wird definitiv etwas für Musikbegeisterte, die sich gerne in eine andere Welt entführen lassen.

Dennis und Thiemo: Genau. Also quasi allen Metal-Hörern, da wir unter anderem Stimmungsvolles, Hartes, Düsteres und Melodisches in unseren Songs vereinen. Wir kombinieren verschiedene Metal-Stile, und es könnte für fast jeden etwas dabei sein. Wobei es auch nicht schlimm ist, wenn es jemanden nicht gefällt, denn wem gefällt schon alles?

Danke an Euch für die informativen Antworten. Wir freuen uns jetzt schon auf das Skaldenmet-Debüt! Darauf hoch die Hörner!

Sherina: Vielen dank an Waldhalla für das Interview. Es war uns eine Freude die Fragen beantworten zu dürfen. Alle Neuigkeiten bezüglich Konzerten, Veröffentlichungen und News, geben wir auf unserer Facebook-Seite preis.

Hoch die Hörner und Skål!

Alle: Skål! Den! Met!