Ad Nemori – Pyre

Ad Nemori - Pyre

Das erste physikalische Lebenszeichen der Münchner Band Ad Nemori mit dem Namen „Pyre“ wurde bereits im September 2016 veröffentlicht. Mir wurde es aber erst kürzlich zuteil. Dem Promo-Sheet konnte ich entnehmen, dass es die Jungs schon seit 2008 gibt und sie ab diesem Zeitpunkt „auf den Bühnen im Münchner Umland unterwegs“ sind. Mit nur vier Songs? Und niemand außerhalb dieses Umlandes hat jemals, und das in acht Jahren, etwas von ihnen gehört? Haben die nur auf Geburtstagsfeiern gespielt oder was? Ihre Facebook-Seite berichtet zwar von einigen Konzerten, aber dennoch schade, dass sich die Band mit einem Release soviel Zeit gelassen hat. Und dann nur eine EP!

Manchmal muss man sich eben mit dem zufrieden geben, was man bekommt. Genau das tue ich jetzt, denn dafür hat es das knapp 30-minütige Scheiblein, welches zudem haptisch auch gut in der Hand liegt, in sich. Generell könnte man meinen, dass sich hier mal wieder eine weitere Band etablieren will, die genau wie Insomnium klingen möchte. Das Gefühl beschleicht den Betrachter schon beim Lesen der Titel. „Into the Elder Grove“ muss wohl aus „The Elder“ und „In the Groves of Death“ entstanden sein, haha. Das der Einfluss der Finnen definitiv vorhanden ist, können Ad Nemori jedenfalls nicht abstreiten. Dennoch bringt die Band viel eigenes Potential und neue Ideen mit ins Spiel. Die Stimme klingt sehr rau und tief, mich persönlich hat sie doch ein wenig an die von Karl Willetts (Bolt Thrower) erinnert – obwohl es ebenso Geflüster als weiteres nennenswertes Element gibt. Die Mischung zwischen langsameren Passagen, aber auch mal hämmernden Blastbea(s)ts, gepaart mit feinen Akustikparts, hintergründigem Keyboard und einer Menge Melodie, die durch Mark und Bein geht, macht das Ganze zu einem wirklichen Hörgenuss. Besonders durch die Überlagerung und Vermischung von zwei Gitarren (die ebenfalls mit einer Menge Gitarrensolos im Vordergrund stehen) wächst hier eine dichte Atmosphäre heran, die mir persönlich sehr gefällt. Wem Melodien à la Insomnium, Countless Skies oder Mors Principium Est zusagen, der sollte sich mal eine halbe Stunde Zeit nehmen und „Pyre“ genießen. Für läppische acht Taler kann der auf CDs Wert legende Metalhead bei Bandcamp ein hübsches handgemachtes Digipak erstehen.

Für einen zweiten Waldhalla-Konzertabend könnte ich mir die Jungs jedenfalls, sofern sie gutes Bier und etwas mehr Material (was schon bestätigt ist) mitbringen, wirklich gut vorstellen. Bin gespannt, was das Debüt zu bieten haben wird – hoffentlich müssen wir darauf nicht nochmal acht Jahre warten, hehe.


The first physical sign of life named „Pyre“ by the band Ad Nemori from Munich was already released in September 2016. I’ve only recently learned about this. I could see on the promo sheet, the guys have been founded in 2008 and that they have been „on the stage in the area of Munich“ since this time. With only four songs? And no one outside has ever heard of them in eight years? Did they only play at birthday partys or something like that? Though their Facebook-page is telling about a few concerts, it’s a pity, that it took quiet a long time for this first release. And it’s just an EP!

Sometimes you’ve got to be satisfied with what you get. That’s what I do now, because this 30-minute-release is a very good one and is haptically nice as well. In general it seems they are another band out there, that likes to sound similiar to Insomnium. This feeling is strengthened by reading the titles. „Into the Elder Grove“ must be made of „The Elder“ and „In the Groves of Death“, haha. One thing Ad Nemori can certainly not deny is the presence of the Finns influence. Nevertheless, the band puts a lot of their own potential and new ideas into their music. The voice sounds very rough and deep, it reminds me of Karl Willett’s (Bolt Thrower) voice – though there’s also whispering as a further nameable element. The combination of slower passages, but also hammering blastbea(s)ts, paired with fine acoustic parts, keyboards in the background and a lot of melodies that went through marrow and bones, merges everything to a pleasure of listening. Especially through overlaying and mixing the sounds of two guitars (which are also present with a lot of guitarsolos) a deep atmosphere is growing more and more, that I personally like very much. Those who like melodies such as of Insomnium, Countless Skies or Mors Principium Est, should take half an hour and enjoy „Pyre“. Metalheads, who prefer physical copies, can buy a handmade digipak for only eight coins at the bands Bandcamp site.

On a second Waldhalla concert evening I could imagine these guys very well, if they’ll bring good beer and a bit more material (that is already confirmed). I’m wondering what their debut will has to offer – hopefully we won’t have to wait another eight years, haha.