Aether – In Embers

Aether - In Embers

Vor einigen Wochen hat sich das polnische Projekt mit dem Namen Aether bei uns vorgestellt. In 2016 veröffentlichte die Band das Demo-Stück „Tale of Fire“, kurz danach von der Single „Blast Christmas“ gefolgt, und im Juni dieses Jahres setzten die fünf Jungs mit dem vollwertigen Album „In Embers“ nach. Hier erwartet uns eine orchestrale Melodic-Death-Metal-Scheibe, die es an nichts fehlen lässt. Mit Unterstützung einiger Gastkünstler, unter anderem Rolf Pilve (Stratovarius) oder auch Topias Kupiainen (Arion), lassen sich musikalische Einflüsse aus dem nordischen, genauer gesagt finnischen Raum kaum überhören.

Mit ein paar leisen Klaviertönen startet der Opener „Golden Eyed Fox“, um uns nach nur wenigen Sekunden sogleich mit satten Drums und einem Gitarrensolo in die Sphären dieses episch gehaltenen Werkes zu entführen. Sehr prunkvoll macht der erste Song unmittelbar klar, dass man hier nicht kleckert, sondern klotzt, natürlich in einem absolut positiven Sinne. Die kurze, mit ruhigen Synth-Klängen und cleanen Vocals kontrastierende Atempause führt den Hörer auch direkt ein Stück weit tiefer in die atmosphärischen Weiten der ausladenden Kompositionen von Aether.

Genretypisch lässt sich die Leadgitarre häufig im Vordergrund vernehmen. Durchdringend, gestaltend und einnehmend im Solo, schafft der Gitarrensound eine starke Verknüpfung zu den eingängigen Melodien wie dem Gesang von Bandchef Michał Miluśki. Ohne Zweifel ist es das Zupfinstrument, welches immer sehr stark im Fokus steht und den Hörer durch die Songs leitet.

Im dritten, rein instrumentalen Track „Elements“, der als Intro zum folgenden Song „Tale of Fire“ fungiert, führen uns Synthesizer und Drums noch tiefer in die Geschichte dieses Albums ein; man bekommt das Gefühl, tatsächlich eine Reise zu beginnen. Und so startet dann auch „Tale of Fire“: Von der Melodie aus „Elements“ getragen und durch den schmetternden Einsatz von Gitarre und schnellen Schlägen der Drums unterstrichen, wirkt es, als würde man auf einer wogenden Welle reiten, die sich immer mehr auftürmt. Die eingebaute, ruhigere Passage aus Akustikgitarre und reduziertem Gesang ebnet kurzfristig das rasante Geschehen, nur um dann erneut eine überwältigende Soundwelle zu erzeugen und den Hörer weiter mitzureißen.

Die einzelnen Lieder führen gekonnt mit einem ausgeklügelten Spannungsaufbau durch das gesamte Album, wobei der letzte Song „Dream“ zweifelsohne als der musikalische Höhepunkt angesehen werden darf. Hier kommen alle Komponenten von „In Embers“ eindrucksvoll zusammen. Eindringliche Gitarrenklänge verbunden mit punktuierten Power Drums, abgerundet mit epischen Synthesizer-Melodien. Der Gesang steht hierbei im absoluten Einklang mit dem leitenden Gitarrenspiel, die dadurch entstehende klangliche Harmonie wirkt sich formidabel auf das Zusammenspiel des Werkes aus. Die letzten Minuten von „Dream“ ziehen hierbei nochmal alle kompositorischen Register und zünden ein musikalisches Feuerwerk in vortrefflicher Melodic-Death-Metal-Manier, bevor dieser Song mit leisen Pianotönen endet, genauso wie das Album begann.

Imposant und effektvoll hallen die Melodic-Death-Klänge von Aether knappe 40 Minuten lang. Eine unumstrittene, eindrucksvolle Orchestrierung mit einem raffinierten Spannungsaufbau macht dieses Album zu einem glanzvollen Gesamtwerk. Jeder der auf imposante, wuchtige Melodien, gepaart mit einer erstklassigen Gitarrendarbietung steht, sollte „In Embers“ auf gar keinen Fall verpassen. Die hervorragenden Kompositionen mit Einwirkung aus dem finnischen Metal-Bereich sind unverkennbar und machen dieses Album zu einer herausragenden Inszenierung, die sich vor Genregrößen nicht zu verstecken braucht!