Astronoid – Air

Astronoid - Air

„Air“ – das ist nicht nur, wie ich finde, ein wundervoller Name für ein Album, sondern im Falle von Astronoid auch noch einer, der wie die Faust aufs Auge passt. Dieses Album erfüllt die Luft um dich herum mit einem Sturm von Emotionen, und mit jedem deiner Atemzüge saugst du seine Noten tief in deine Lungen.

Was die Bostoner Jungs von Astronoid mit ihrem neusten Studiowerk auf die Welt loslassen, ist ein Genregewitter, welches trotz seiner Wuchtigkeit wie eine erfrischende Sommerbrise daherkommt. Angesichts der rasenden Gitarren und dem Hämmern des Schlagzeuges mag das eine etwas weit hergeholte Interpretation sein. Die fünf Amerikaner schaffen es jedoch ihre an eine härtere Form des Speed Metals erinnernde Spielweise mit einer glasklaren Gesangsstimme zu kombinieren, die mich ein wenig an die von Anathema-Sänger Lee Douglas erinnert. Sie selbst bezeichnen diese Stilmixtur als Dream Thrash, was die Sache ebenfalls sehr treffsicher umschreibt.

Was sich musikalisch hinter „Air“ verbirgt, ist nicht so leicht in seine Bestandteile zu zerlegen. Auf jeden Fall ist das Album schnell, progressiv und thrashig sowie mit einem Hauch von dem versehen, was ich als Avantgarde bezeichnen würde. Dahinter, darüber und mittendrin eine Prise Düstermetal – wäre die Stimme eine andere, könnte es sich bei „Air“ um eine interessante Form von Melodic Death handeln. Die Stimme ist aber nun mal so wie sie ist. Und das Gesamtergebnis dieser Stilmixtur so völlig anders als ihre Bestandteile. Man könnte es als zu Metal gewordenen Kubismus bezeichnen. Möchte man den Vergleich wagen, dann aber ohne Picasso in seinem Grab zu wecken.

Ach, bevor ich es vergesse: Dieses Album macht absolute Sommerlaune, so fröhlich und optimistisch kommt es daher. Anspieltipps gefällig? Kein Problem. Sowohl „Up and Atom“ als auch „Obsolete“ und das Titelstück „Air“ vermitteln einen guten Eindruck dieses wunderbaren Albums.