Balberskult – II

Balberskult - II

Wer schon die erste, auf „I“ betitelte Tape-EP von Balberskult kennt, der weiß, dass diese Band aus Oberfranken nicht nur einen sehr schmackhaften Beifußmet sondern vor allem auch grundsoliden Black Metal der alten ranzigen Schule brauen kann. Und mit „II“ haben die fünf Jungens kürzlich erst einen aus sechs weiteren Stücken bestehenden Nachtrunk abgeliefert. Und auch dieser mundet bestens und hinterlässt nach dem Genuss einen angenehmen, bitter-süßlichen Nachgeschmack, was sich auch schon anhand der schwarz-weißen, symbolträchtigen Cover-Zeichnung ableiten lässt. Die Wassergeräusche sowie die gespenstischen, wohl aber synthetischen Orgelklänge, welche den Song „River“ einleiten, lassen auf eine Hexenhausbesichtigung oder etwas ähnlich Geheimnisumwobenes aus der fränkischen Sagenwelt schließen, was anschließend mit viel Gepolter sowie räudigen Gitarren an die akustische Wand geworfen wird. Zusammen mit der dumpfen Kellerassel-Produktion entsteht so eine ähnlich beklemmende Stimmung, wie sie etwa beim Zuschauen des Streifens „The Blair Witch Project“ wahrgenommen werden kann. Das ist eine Kunst, die viele beschwören möchten, aber nur wenige schaffen. Die Wahl der Stilmittel ist hierbei entscheidend. Und wie es in der Kunst so ist, kann wenig viel, schlecht gut usw. sein. Ob das Ergebnis dem Hörer gefällt, das ist wie immer eine Frage der eigenen Erwartungshaltung. Aus dem Grund am besten nichts erwarten, sondern die Musik ganz unbefangen auf sich wirken lassen. Mit solcher Vorgehensweise wird man immer einiges entdecken, was besser ist als meckern. Wer auf klassischen Drecksmetal mit fauchendem Dunkelgesang abfährt, der wird hier sowieso keinen Grund fürs Gemecker finden. Schon gar nicht bei so groovigen Songs wie „Schwarzä Deich“ zum Beispiel, bei denen sich die Knochen angenehm zappeln lassen. Gerade live müsste dies sehr gut funzen!

Mit „Sarnath“ geht es thematisch dann wieder in die Welt von H. P. Lovecraft (und nicht nach Indien, auf Buddhas Spuren, wie man evtl. annehmen könnte), während „The Kult“ und „Black Metal Terrorist“ wohl recht eindeutig (die Texte wurden leider nirgends abgedruckt) dem hier praktizierten Metal-Genre auf beste Art und Weise huldigen. Ein echt nettes, eine Paradoxie aus kirchlichem Chorgesang und Maschinengewehrsalven wie Explosionen darstellendes Outro beendet zielsicher diesen zweiten, über zwanzigminütigen Ausflug von Balberskult. Der nächste Wurf darf aber ruhig was länger sein, gell?