Brünndl – Brünndl

Bruenndl - Bruenndl

An der Band Brünndl dürfte eigentlich keiner vorbeikommen, der auf reinen Old School Black Pagan Metal der Marke Windir steht. Der zweite, über 12 Minuten andauernde Track „Marckwisenkhalt“ erinnert in der ersten Hälfte dermaßen stark an die Kompositionen des zu früh verstorbenen norwegischen Kriegers, dass es für jeden Windir-Frömmler eine wahre Freude sein muss, derartige Klänge, welche aus einem Gemisch von geradezu folkigen Melodien und unwirschen Black-Metal-Eskapaden gesponnen wurden, zu vernehmen. Ich war zumindest auf der Stelle von diesem zweiten Album der Italiener angetan, auch wenn mich deren erstes selbstproduziertes noch nicht wirklich überzeugen konnte. Hier ist eine enorme Steigerung in allen Belangen mehr als deutlich zu vernehmen, und diese sehr erfreuliche Tatsache möchte ich mit dem Prädikat „Absoluter Geheimtipp“ würdigen. Absolut stimmungsvoll sind auch die sich irgendwie angestaubt anhörenden Chorgesänge. Sie klingen ein wenig so, als ob sie aus weiter Ferne oder, was noch besser ins (Cover)Bild passt, aus alter Vergangenheit nachhallen würden, was ein zusätzliches Charaktermerkmal der alten Schule darstellt. Solch ein Stilmittel habe ich doch auch schon bei Windir vernommen, um bei dem bereits genannten prominenten Vergleich zu bleiben. Aber trotz dieser Gegenüberstellung, die selbstverständlich nur unter positiven Aspekten zu sehen ist, hat das Dreierbund von Brünndl eine sehr eigenständige Spielweise entwickelt, die in den anderen Songs deutlich aufgezeigt wird.

Ein weiteres interessantes Merkmal des „Alten“ in diesem Black Pagan Metal stellt der Gebrauch einer fast schon ausgestorbenen regionalen Sprache dar: Die Texte sind nicht nur auf Italienisch sondern auch auf Zimbrisch, einem alten germanischen Dialekt aus den Bergen Oberitaliens (Amtssprache in der ehemaligen Republik der Sieben Gemeinden) verfasst. Und das ist etwas, was man bestimmt bei keiner anderen Band jemals wieder vorfinden wird. Alleine deswegen sollte man sich Brünndl zumindest mal anhören. Als weiteren Anspieltipp kann ich noch den fünften Track mit dem Titel „Sonno e Verena“ empfehlen, das gleich mehrere tolle melodische Richtungswechsel nacheinander auffährt.