Celephaïs – Tir n’a n’Og

Celephaïs - Tir n'a n'Og

Eine Weile ist es her, wo ich mich selbst fragte, was dieses „Tir n’a n’Og“ eigentlich bedeutet, da mir der Titel schon in Fursy Teyssier’s Kurzfilm aufgefallen war. Das Besondere ist, dass die EP rein instrumentaler Natur ist, was die Erklärung des Titels umso dringlicher erscheinen lässt. Nun, „Tir n’a n’Og“ ist ein Begriff aus der irischen Mythologie und stellt eine Anderswelt dar, gelegen auf einer fernen Insel weit im Westen, die auf keiner Karte verzeichnet ist. Sie ist ein Ort an dem keine Trauer und auch kein Tod existieren. Es ist eine Welt von endloser Jugend, des Glücklichseins, der Schönheit. Der Song „Wisdom“ weckt ganz eindeutig den geheimen Wunsch und die Sehnsucht, dorthin zu gelangen. Zu Beginn des über 25 Minuten langen Titelsongs findet erst ein Kampf zwischen dem Alten und dem Verlangen nach einer besseren Welt statt. Der Blick richtet sich dann nach vorn, um dem grauen Trist zu entfliehen. Die Melancholie wandelt sich nunmehr zu einem positiveren Klangbild, die Freude über das Neue bricht in einem Feuer von Gitarren und Schlagzeug herein. Auf dem Höhepunkt angelangt, schwinden nun die feurigen Passagen und die Geschwindigkeit verlangsamt sich wieder.

Celephaïs haben bemerkenswerterweise – trotz Nichtexistenz des Elements Stimme, aber durch Gitarrenklang – ein starkes musikalisches Wiedererkennungsmerkmal erschaffen. Das zum kostenlosen Download bereitstehende Debut „Becoming The Deceased“ ist ebenfalls sehr empfehlenswert, um der Welt da draußen mal die kalte Schulter zeigen zu können.

(auch veröffentlicht im Hammerheart Fanzine #8, Mai 2014 / Foto: © Celephaïs)