Chimæra – Of Occult Signs and War

Chimæra - Of Occult Signs and War

Mit dem höchst interessanten, zu „Of Occult Signs and War” betitelten Album liegt uns das Debüt einer toten Band vor. So etwas ist mir auch noch nicht untergekommen, eine Band, die erst nach ihrer Auflösung auf sich aufmerksam macht. Und wer hat’s erfunden? Die Schweitzer natürlich! Diesmal aber nicht die von Ricola, sondern von Chimæra. Sechs pechschwarze Feuersalven werden uns hier um die Ohren gepfeffert, dass es im Gebälk nur so scheppert. Den Auftakt macht „The Chalice of Sins“, eine flinke, an diverse skandinavische Freveltaten erinnernde Nummer, mitunter disharmonisch, ein wenig dämonisch wie das namensgebende Biest, teils, gerade wenn die Chöre einsetzen, sehr erdig, urwüchsig und atmosphärisch. Dem Ganzen haftet aber auch die ganz spezielle, klebrige Schwärze des schweizerischen Black Metals an, was diese Mischung so anders, so besonders macht. Ab dem zweiten Song „To Build a Monument“ finden auch thrashigere Elemente vermehrt Einzug in die dunklen Musikstürme. Das merkt man nicht nur an dem Riffing und den Powerchords sondern zum Beispiel auch an dem einzigen Klargesangeinwurf, der in der durchgängig herrschenden Dunkelheit doch ein wenig fehl am Platze wirkt. Ein recht ungewöhnlicher Farbtupfer auf einer doch sehr ungewöhnlichen Platte – von daher passt das doch alles irgendwie. Ab dem sehr rhythmischen Stück „To Hell“ werden zudem noch einige wilde Gitarrensoli mitverwurstet, wodurch hier auch ein leichtes Feeling des echten Heavy Metals herüberweht, was bei „One Step Closer to Death“ und der schnellen Nummer „Driving the Nails“ ganz besonders signifikant spürbar ist. Die Chimæra ist nun mal ein Mischwesen mit mehreren Köpfen und Eigenschaften, und das wurde hier wirklich gut auf die Musik umgemünzt bzw. der Name sehr passend zur Musik gewählt. Zum Schluss fährt der über achtminütige Titeltrack noch einmal alles, von einem nebulösen, okkulten Gesang begleitet, auf und bildet einen absolut gelungenen Abschluss einer wirklich fetzigen Platte. Und wo sonst findet man noch so etwas Spezielles, wenn nicht im Underground? Deswegen ein großer Dank an Thanatoskult für dieses starke Release!