Choria – Black Secret Beyond of Nature

Choria - Black Secret Beyond of Nature

Atmosphärischer Black Metal aus Indonesien hat mittlerweile einen sehr guten Ruf, was vor allem Vallendusk zu verdanken ist, die mit ihren gewaltigen, jedoch stets melodieverliebten Riffausbrüchen weltweit auf sich aufmerksam machen konnten. Und so ist es natürlich kein Wunder, wenn die sich dort herauskristallisierende Black-Metal-Szene auf denselben, bereits eingeebneten Dschungelpfaden wandert und sie weiter zu verbreitern beabsichtigt. Abgesehen von Vallendusk und der inzwischen ebenfalls viel Aufmerksamkeit auf sich ziehenden Ein-Mann-Institution Pure Wrath haben sich auch die fünf Jungs von Choria auf eine ähnliche und ebenso vielversprechende Reise begeben. Ihr erstes, über Limited Blasting Production herausgebrachtes Album hört auf den sich ein wenig rätselhaft gebenden Titel „Black Secret Beyond of Nature“ und beglückt erwartungsgemäß mit den von Erfolg gekrönten, nun schon typisch indonesischen Black-Metal-Trademarks. Und gleich im ersten Stück namens „Secret Ancient II – Nature Teaches“ (der erste Teil der Secret-Ancient-Trilogie dient nur als Intro) wird dies in der besten Art und Weise intoniert. Speziell durch das sehr auffällige, in etwa mittig platzierte Keyboard-Arrangement wird hier die Seele förmlich aufgespießt und in ungeahnte Höhen emporgetragen. Man fühlt sich stark, motiviert, man könnte Bäume einpflanzen (nicht immer nur ausreißen!) – dermaßen stark emotional aufgeladen ist dieser Song. Die ganze CD ist natürlich randvoll mit ähnlich zündenden Keyboard-Ornamenten und perfekt abgestimmten Gitarrenharmonien dekoriert, was stellenweise so genial klingt, dass sich einem die Ohren dabei vor Freude kringeln könnten. Als Beispiel möchte ich hier die fast schon sylphidenhafte, von hellen Gitarrenklängen getragene Melodie aus dem Song „The Sound of Straight Sky“ herauspicken. Schöner geht’s kaum noch! Man darf sich jetzt aber nicht der falschen Vorstellung hingeben, dieses Album wäre nur was für ganz sanfte Nasen. Die beschriebene elegische Schönheit muss beinahe permanent gegen wütende, nur so niederprasselnde und fuchsteufelswilde wie fixe Geknüppel-, Blastbeat- und Riff-Stürme ankämpfen, um aus denen herausragen zu können. Ruhige, etwa von Windgeräuschen oder Streichinstrumenten umgarnte Augenblicke sind hier zwar auch anzutreffen, aber diese sind nicht die Regel. Allen zehn Songs gemeinsam ist jedoch eine gewisse Ergriffenheit, die unter anderem von dem teils wirklich sehr expressiven Gesang getragen wird, was man bestens bei „Ocean Stretches Vast“ oder „Celestial Air Sphere“ nachprüfen kann. Was soll ich hier aber noch weiter erzählen: Gebt euch einfach dem Flow hin!