Cnoc An Tursa – The Giants of Auld

Cnoc An Tursa - The Giants of Auld

Auf die schottische Band Cnoc An Tursa bin ich erst auf dem diesjährigen Dark Troll Festival (ehemals Black Troll Festival), das stets auf der schönen Schweinsburg in Bornstedt abgehalten wird, aufmerksam geworden. Die sympathischen und, wie ich am eigenen Leib erfahren musste, auch schelmischen Jungs haben mich mit der spielfreudigen Live-Vorstellung ihres Debüts „The Giants of Auld“ auf der Stelle für sich gewinnen können. Und aus diesem Grund musste direkt im Anschluss an den Gig ein Exemplar ihrer CD umgehend in meinen Besitz wechseln.

Kaum zu Hause, wurde der Silberling natürlich gleich im Player versenkt. Und da kam zunächst eine kleine Ernüchterung: Die Stimme des Sängers Alan Buchan klang auf der CD gar nicht mehr so kraftvoll und eigenartig wie noch kürzlich auf der Bühne, wie meine Erinnerung es mir glaubhaft suggerierte. Was ist passiert? Zu viel Met getrunken? Zu viel Bier getrunken? Oder zu viel Met und Bier getrunken? Auch wenn das zuletzt Genannte sicherlich der Wahrheit entspricht, auf das Hörvermögen wirkt es sich definitiv nicht aus. Somit bleibt nur noch eine Möglichkeit offen: Die Produktion wurde einfach zu stark aufpoliert, so dass all die markanten Ecken und Kanten des Gesangs in den digitalen Filtern hängengeblieben sind. Anfänglich fand ich dies noch richtig schade, konnte die Band doch gerade durch diese stimmlichen Eigentümlichkeiten während der Live-Präsenz zusätzlich auftrumpfen, bei wiederholten Hördurchläufen hat sich dieser subjektive Sinneseindruck jedoch ganz und gar relativiert. Überhaupt, um der vielen feinen Nuancen wie z. B. ein zartes Gitarrengeplänkel oder die unscheinbare Keyboard-Einstreuung im Gesamtsound gewahr zu werden, muss man die im atmosphärischen Gefilde des folkig angehauchten Black Metals galoppierenden Songs mehrmals auf sich wirken lassen. Davon mal abgesehen, verfügt die Musik der Schotten über genügend tolle offensichtliche Momente. Der (direkt nach dem kurzen Intro einsetzende) Opener „The Lion of Scotland“ prescht mit einer derart einprägsamen Gitarrenmelodie und einem solchen Heidentempo über die imaginären Ebenen der Highlands, dass er ein hell loderndes Feuer des Kampfeifers in den Herzen der Zuhörer zu entfachen vermag. Was will man mehr?

Nun gut, das musikalische Konstrukt von Cnoc An Tursa ist trotz aller positiver Aspekte auf jeden Fall noch etwas ausbaufähig, dem will ich nicht widersprechen. Von daher darf man mehr als gespannt sein, wie sich die Jungs in der nahen Zukunft weiter entwickeln werden. Das zweite Album, das den Titel „The Forty Five“ tragen wird, ist bereits im Anflug.