Dauþuz – Des Zwerges Fluch

Dauþuz – Des Zwerges Fluch

In dem von uns geführten Interview mit Dauþuz (nachzulesen in der zweiten Print-Ausgabe) hat Syderyth schon im Vorfeld verraten, dass das kommende Werk sich mit den Zwergen und den sich um sie rankenden Erzählungen und Sagen befassen wird. Dieses ist nun seit dem August dieses Jahres zu haben und dreht seine Runden auf meinem Plattenteller. Die tadellose und auf Retro-Look getrimmte Optik mit der schönen Abbildung, auf der zwei mit Spitzhacken hantierende Zwerge zu sehen sind, zwang mich zur Beschaffung der Vinyl-Variante dieser EP. Ja, aus dieser vielversprechenden Thematik ist leider nur ein Mini-Album geworden (immerhin mit einer über 35-minütigen Spielzeit), aber dafür ein besonders intensives, wie die beiden Vorgänger es eigentlich auch schon sind. Dabei fängt die EP so schön harmlos an. Mit einem bedächtigen Akustikgitarrengeplänkel und den Fahrgeräuschen eines Kohlenwagens wird der Abstieg in die dunkle Teufe eingeleitet… Dann ein markerschütternder Schrei, als die Schwärze sich herabsenkt… Atmosphärische Chöre… Und ein krachendes Schlagwerk, welches gekonnt den arbeitenden Zwergenhammer bei der mühseligen Arbeit imitiert – das ist deutscher Finster-Metal in Vollendung, nur vom flackernden Kerzenschein erhellt. Das fade Kerzenlicht in diesem erdrückenden und stickigen Rußgruben-Sound liefert dabei die permanent arbeitende und echt tight gespielte Melodiegitarre ab, welche keine Wünsche offen lässt.

Mit seinen knappen zehn Minuten ist „Steinhammer“ ein wirklich sehr gewaltiger Song geworden. Für die titelgebende Liedtrilogie „Des Zwerges Fluch“, die nach dem kurzen Zwischenspiel „Berggeschrey“ wie ein einstürzender Stollen heftig stimmungsvoll über einem zusammenbricht, gilt im Grunde dasselbe: Auch hier wird mächtig viel Kohlenstaub aufgewirbelt! Dennoch hätte ich mir bei dieser „märchenhaften“ Thematik ein paar mehr speziellere Soundeffekte gewünscht, wie etwa das Klimpern von Edelsteinen oder etwas in dieser Art. Zu Beginn von „Mors Voluntaria – Des Zwerges Fluch III“ dringen solche zwar ansatzweise ins angespitzte Gehör, doch etwas mehr davon hier und da hätte dem Ganzen einen noch etwas geheimnisvolleren oder gar magischeren Anstrich verleihen können. Kann ich mir zumindest sehr gut ausmalen. Das soll aber kein Gemecker sein, denn die EP ist wieder einmal einfach nur ein ganz großes Kopfkino geworden, das muss man hier ganz deutlich zu Protokoll geben. Lediglich die etwas zu große Ähnlichkeit zu den beiden Vorgängeralben könnte vielleicht als ein klitzekleiner Kritikpunkt genannt werden, was mich persönlich jedoch nicht mal ansatzweise tangiert. Und mit „Als mein Geleucht für immer erlosch“ wird die EP nochmals herrlich melodisch abgeschlossen. Ab auf den Teller oder in den Player damit und in pechschwarzer Dunkelheit schwelgen!