Dauþuz – Monvmentvm

Dauthuz - Monvmentvm

Dass die neue Dauþuz eine tolle Scheibe wird, das konnte ich schon in Syderyths Hütte auf Anhieb feststellen, als ich nach unserer gemeinsamen, mehrstündigen Untertage-Wanderung mit einem Ohr den hintergründig aufgelegten Klängen lauschen konnte. Die aufgeschnappten Fetzen schienen mir direkt ein wenig anders als sonst, ja, eigentlich exakt so, wie ich mir die nächste Platte wünschte. Meine bei „Des Zwerges Fluch“ geäußerte Kritik, die eigentlich auch gar keine richtige war, da alle Werke dieses außergewöhnlichen Black-Metal-Projektes ohne Zweifel erhaben sind, wenn man auch zuletzt vielleicht doch ein bisschen zu sehr auf einer Spur gefahren ist, wurde wohl doch gut hörbar aufgegriffen, denn „Monvmentvm“ ertönt grundlegend leicht anders, obwohl hier irgendwie doch alles beim alten geblieben zu sein scheint. Die Unterschiede zu den Vorgängern sind in der Feinarbeit zu suchen, in klanglichen Verbesserungen im Detail wie der noch stärker ausgebauten atmosphärischen Ausrichtung. Kleine Ursachen, aber große Auswirkungen also, wie es im richtigen Leben halt so ist.

Mit „Schwarzes Wasser“ geht man ohne Umschweife dermaßen atmosphärisch ins Volle, dass einem kaum Zeit bleibt, um zu registrieren, was hier gerade geschieht – und schwupp, schon ist man ins kalte, schwarze Nass gestoßen worden. Dies wäscht einem gehörig den Kopf und lässt uns mit ausgespülten und hellhörigen Ohren den nachkommenden fünf Liedern lauschen. Zu diesen gesellen sich noch drei kurze, Empyrium-artige Gitarren-Intermezzos, welche die Schwärze ein wenig beleuchten und uns eine gewisse Orientierung in den unterirdischen Einöden vorgaukeln. Und das schöne ist, dass die hohe Qualität des Openers über die ganze Spiellänge des Albums gehalten wird, was nicht ganz selbstverständlich ist. Aragonyth ist mit der Gitarre stets im melodischen Takt am Arbeiten, das Schlagwerk hämmert viel organischer und noch um einiges hallender sowie abwechslungsreicher als sonst durch das Felsgestein, während Syderyth aus seinem Stimmorgan alles was geht herausholt und sich leidenschaftlicher denn je verausgibt. Dies kommt ganz besonders den vielen Chören zugute, die viel epischer als sonst erschallen und der ganzen Aufnahme einen ganz speziellen Stempel aufdrücken. Bei „Knochengrube“ kamen mir dabei sogar Vergleiche zu Summonings letzten Werken in den Kopf, was hier als ein ganz dickes Lob verstanden werden darf. Der zum Schluss aufgefahrene Titeltrack setzt dem Ganzen noch die Krone auf, schält er sich doch allmählich zu einer echten Hymne heraus! Der gezielte Einsatz von Keyboard kann hierbei nur als eine gute Entscheidung gewertet werden, wird mit diesem Werkzeug die einem ohnehin schon die gesamte Luft zum Atmen raubende Atmosphäre noch zusätzlich angespitzt. Monumental!

Mit „Monvmentvm“ haben die beiden Dauþuz-Mitstreiter Aragonyth S. und Syderyth G. sich selbst ein musikalisches Monument, u. a. auch mit dem Song „Mæna Dauþuz“, gesetzt. Es ist definitiv ihr bestes Werk und womöglich auch die beste Veröffentlichung von Naturmacht Productions. Und das erstklassige Artwork sowie das sehr reich und absolut stimmig von Mäxxenwerk bebilderte Booklet machen das Album auch optisch zu einem echten Highlight! Bleibt nur noch die Frage offen, wie man das in Zukunft toppen möchte?