Disposable – Suffocator

Disposable - Suffocator

Während das Cover von „Suffocator“ nicht gerade ansehnlich ist, weckt die durch und durch ordentlich gefertigte Vinyl-Version des zweiten Disposable-Albums Interesse an der Musik der Jungspunde aus dem schottischen Edinburgh. Die Gruppe hat sich einer mehr oder weniger Genre-treuen Interpretation von Thrash Metal verschrieben, wobei ihre Songs zwischen Groove-orientierten und peitschenden Parts hin und her pendeln, ohne weder komplett „modern“ noch „old school“ zu sein.

Vor allem mit den Stücken „Anthropocide“ und „Sick to the Back Teeth“ setzen die Musiker auf Speed, teils mit schrillen Grindcore-Schreien unterlegt. Darüber hinaus ist an Bassist William Robertson kein berauschender Sänger verlorengegangen; sein Instrument brummelt charmant wie bei Overkills D. D. Verni, seine Stimme gibt wenig mehr her als dumpfes Gebrüll und verkrampft psychopathisch daherkommenden Sprechgesang wie in „Graves“ oder „Arrive Alive, Leave Dead“, das aufgrund seines Sludge-mäßigen Hauptriffs an spätere Pantera denken lässt.

Textlich wird eher Hausmannskost zwischen relativ schwammiger Kritik am vorherrschenden gesellschaftlichen bzw. politischen Status quo und Allerwelts-Düsternis geboten. Wenn der Frontmann seiner Botschaft wie im verhältnismäßig komplex arrangierten Finale melodisch singend Ausdruck verleiht, tut er sich eigentlich keine Schande, also könnte er sich ruhig häufiger dazu hinreißen lassen.

Ansonsten ballert das Quartett meistens schonungslos geradeaus, weshalb es das dahingehend mustergültige „Swarm“ vermutlich auch zum Opener erkoren hat, und erinnert insofern an The Haunted auf ihren ersten beiden Alben, bloß ohne ein ähnlich gutes Gespür wie die Schweden für nachhaltige Hooks. Das ist letztendlich auch die größte Schwäche der Band respektive dieser Platte an sich. Ein bisschen „Faceless“, um es mit einem weiteren Songtitel auf den Punkt zu bringen, wirkt „Suffocator“, das übrigens schon im April 2019 herauskam, darum schon.