Donarhall – Arousal

Donarhall – Arousal

Ein geringes Output-Volumen kann man der niedersächsischen Ein-Mann-Truppe Donarhall nicht unterstellen: In den Jahren 2017 und 2018 brachte Einzelkämpfer Gnev in einigermaßen konstanten Beständigkeit gleich vier Werke in voller Länge heraus. Von kleineren Splits und EPs einmal ganz abgesehen. Das ist für das relativ junge Projekt, welches sich seit 2016 durch den Underground prügelt, schon mal eine ganz ordentliche Dichte an Veröffentlichungen. Da Quantität aber nicht immer auch mit Qualität gleichzusetzen ist, gebe ich dem aktuellsten Werk „Arousal“ aus dem Jahr 2018 die Gelegenheit, meine Gehörgänge zu beeindrucken.

Erster Eindruck, ohne einen Ton gehört zu haben: Die Tracklist des Albums liest sich ein wenig wie der Ausflug in ein okkultes Schlaflabor. Mit Titeln wie „Drowsiness“, „Incubus“, „Apathy“ und „Lethargy“ wird nicht unbedingt ein Höchstmaß an Aktivität suggeriert. Aber wie so oft, ist man eben erst nachher schlauer, und tatsächlich erweisen sich die Songtitel in einem Umfeld aus meditativen, regelrecht hypnotischen Gitarrenriffs sowie ausufernden Wiederholungen als eindeutig passend. Ich vergaß zu erwähnen, dass es sich bei Donarhalls „Arousal“ um ein Werk des Atmospheric Black Metals handelt, welches – wie häufig in diesem Genre – völlig ohne Gesang auskommt. Innerhalb dieser instrumentalen Schwärze lauern erfreulicherweise etliche anständige Melodien, welche die durchschnittliche Spieldauer jedes einzelnen Songs von knapp zehn Minuten angenehm kurzweilig machen.

Shaped by melancholy and the infinite void

Auch wenn ich Melodien grundsätzlich mit positiven Gefühlen verbinden würde, kann ich nicht behaupten, dass „Arousal“ seine Hörer in lichtdurchflutete und von fröhlichen Elfen beheimatete Laubwälder entführt. Donarhalls Klanglandschaft ist vielmehr düster und von einer immensen Trägheit gezeichnet. Hier ruht die Welt in einem winterlichen Dornröschenschlaf, der zwischenzeitlich von Alpträumen durchzogen wird. So baut insbesondere der Song „Incubus“ eine stetige Kulisse der Bedrohung auf, die einem undurchsichtigen Schneetreiben gleicht. Damit verglichen sind „Drowsiness“, „Apathy“ und „Lethargy“ beinahe schon ruhige Stücke, denen besagte hypnotische Repetitivität innewohnt – erstaunlicherweise jedoch ohne dabei langweilig zu wirken. Klar, die Spannungsfetzen fliegen einem in keinem der insgesamt vier Stücke von „Arousal“ um die Ohren. Zum Nebenbeihören taugt das Album allerdings sehr gut. Donarhall haben mit dem vierten Studioalbum ein solides Atmospheric-Black-Metal-Werk hingelegt, das zwar keine Innovationen bietet, aber in sich sehr stimmig ist. Fans des Genres dürften hier auf jeden Fall ihre Freude haben.