Drevorod – I swear to return here

Drevorod - I swear to return here

Wer sich auf Drevorods „I swear to return here“ einlässt, wird mit Sicherheit in die magisch anmutende Tiefe geheimnisumwitterter, sibirischer Wälder versetzt. Das liegt nicht zuletzt an diesem gewissen Quäntchen Epik, welches gerade in den klaren Gesangspassagen des Albums immer wieder hervorlugt. Überhaupt schert sich „I swear to return here“ nicht unbedingt um eine lupenreine Black-Metal-Weste, denn der häufige Einsatz von cleanen Vocals erscheint mir durchaus mutig. Nichtsdestotrotz macht die Scheibe aber zum Glück auch keinen Hehl daraus, dass sie voll und ganz dem schwarzmetallischen Genre angehört. Für das Album ist der Wechsel zwischen zwei Stimmarten – dem episch angehauchten Klargesang und den genretypischen Growls – insgesamt eine Wohltat. Ebenso wie der konsequente Einsatz russischer Sprache, die dem Ganzen hier sogar noch die Krone aufsetzt. Ich bin mir nicht sicher, ob man die Atmosphäre so auch im Englischen hätte einfangen können. Das mag aber auch daran liegen, dass mich Russisch als Sprache ungemein fasziniert. Von instrumentaler Seite vollzieht sich auf „I swear to return here“ ein ähnliches Wechselspiel wie bei der Stimme: Es treffen leicht folkig angehauchte Elemente und ein sehr stimmungsvolles Gitarrenspiel auf die zu erwartenden aggressiveren Parts. Obwohl das mit nur drei Tracks bestückte Album auf eine knappe halbe Stunde Spielzeit blicken kann, ist es insgesamt eine kurzweilige Sache. Kaum hat man es angespielt, scheint es auch schon wieder vorbei zu sein. Nun, vielleicht liegt in der sprichwörtlichen Kürze die Würze – auf jeden Fall verleitet dies schnell zum erneuten Druck auf die Play-Taste.