Earth and Pillars – Pillars I

Earth and Pillars - Pillars I

Seltsamerweise kann ich bei dieser Veröffentlichung nicht mit Sicherheit sagen, was mich letztendlich zum Kauf von „Pillars I“ bewogen hat. Das Debütalbum aus dem Jahre 2014 ist zwar auch kurz auf meinem Schirm erschienen, aber genauso schnell war es auch wieder aus meinem Kopf verschwunden. Obwohl mir meine Augen beim Lesen des Bandnamens eigentlich hätten sagen müssen: Mensch Keule, hör da unbedingt mal rein!

Wie dem auch sei. Auch wenn ich das optisch überaus ansprechende A5-Digipak von „Earth I“ inklusive einer Bonus-CD mit der Auflage von 200 Stück zum zweiten Mal verpasst habe, bleibt mir zumindest noch die A5-Digipak-Edition von „Pillars I“. Darüber bin ich sehr glücklich, denn optisch betrachtet ist dieses Album ein absoluter Augenschmaus, mit einem zehnseitigen und ansprechend gestalteten Booklet mit Lyrics und jeder Menge Bildern von schneebedeckten, nebelverhangenen Berglandschaften bestückt, welche schaurig erahnen lassen, was der Tonträger dem Hörer zu bieten hat. Vielleicht sind es grad diese eiskalten Gegenden, die mich im Vorfeld dazu verleitet haben, mir die zweite Full-Length-Scheibe von Earth and Pillars zuzulegen.

Wir alle wünschen uns doch Schnee im Winter. Die einen mehr, die anderen weniger. Ich gehöre da eher zur ersten Fraktion, und Earth and Pillars geben genau das, nämlich den eiskalten Atem in klirrender Kälte, in Form ihrer Musik perfekt wieder. Es sind Klanglandschaften, in die man unbedingt mal eintauchen sollte und bei denen eine Gänsehaut garantiert ist. Diese Landschaften wirken dermaßen kalt, dass es sich beinahe so anfühlt, als ob man stets gegen eine Wand aus dichtem Schneegestöber wandern würde. Unerbittlich! Und just kommt mir die Erzählung von Ulrike Serowys „Skogtatt“ in den Sinn. Earth and Pillars mag in ihrer Imagination vielleicht DIE Band gewesen sein, in die der Hauptcharakter involviert gewesen ist. Wer weiß… Die eingeflochtenen Ambient-Passagen, die mich stark an Vinterriket erinnern, sind (so glaube ich jedenfalls) ein großer Bestandteil des Sounds und für die Entstehung der dabei gefühlten Minustemperaturen während des Hörens verantwortlich. Die ruhigeren Passagen stellen für mich schneeverwehte und flachere Ebenen dar, welche ich vorbei an weißen Tannen und gefrorenen Bächen durchschreite, bis mir die unbarmherzige Natur ihre majestätischen und zugleich tödlichen dunklen Säulen des Bergmassivs entgegenstreckt. Diese äußern sich bei Earth and Pillars (als Kontrast zu den Ambient-Abschnitten) in den schnelleren und sehr verdichteten Parts auf der CD. Die Stimmung lässt einen gewissermaßen bis zum Ende erschauern und gefrieren.

Die vier überlangen Songs sind ebenfalls ein Ausdruck einer winterlichen und beschwerlichen Reise, auf die der Hörer mitgenommen wird. Das italienische Trio versetzt einen von Anfang an in eine eiskalte Starre – natürlich im positiven Sinne. Auch wenn hier stellenweise eine gewisse Monotonie herrscht, ist diese doch gewollt, denn das Konzept basiert auf Repetition, sprich auf sich wiederholenden Elementen, um so die bereits genannte Atmosphäre zu erschaffen. Minimalistisch aber genial zugleich!


In a strange way I can not say with certainty why I have purchased the release of „Pillars I“. The debut album from 2014 appeared briefly before my eyes, but I lost sight of it. Although my eyes should have told me (while reading the band name): Man, listen to this immediately!

However. Even if I missed the extremely good looking A5 digipak of „Earth I“ (including a bonus CD out of an edition of 200) for the second time, I still have at least the standard A5 digipak edition of „Pillars I“. I am very happy, because visually it’s an absolute feast for the eyes. Equipped with an attractively designed booklet of ten pages, plus lyrics and plenty of pictures of snow-capped, misty mountain landscapes, it gives you a hint of what it’ll offer to the listener. Perhaps it’s just these ice-cold areas, which have led to bying the second full-length of Earth and Pillars.

We all long for snow if it’s winter. The one more, the other less. I’d rather go along with the first group mentioned. Earth and Pillars are reflecting an icy breath in the cold air through their music perfectly. There are sound landscapes in which one should absolutely immerse and which truly send shivers down the spine. These landscapes are so cold that it seems as if you are walking against a thick wall of snowstorms. Unrelenting! Suddenly the story of Ulrike Serowy’s „Skogtatt“ comes to my mind. Perhaps Earth and Pillars may have been the band in which the main character was involved. Who knows… The intertwined ambient passages, which strongly remind me of Vinterriket, are (as I believe in any case) responsable for the appearance of decreasing temperatures while listening. The quieter passages are picturing snowy and flatter plains, which I pass through: Passing white pines and frozen brooks, until ruthless nature hold out to me its majestic and deadly dark pillars of the mountain massif. These are expressed (in contrast to the ambient sections) as faster and more condensed parts on the CD. The atmosphere makes you shudder and freeze to the end.

The four overlong songs are also an expression of a wintery and weary journey to which the listener is taken. The Italian trio puts one right from the beginning in an ice cold rigidity – of course in a positive way. Even though some monotony prevails here, this is intended, because the concept is based on repetition, meaning on repetitive elements, in order to create the already mentioned atmosphere. Minimalist, but ingenious at the same time!