Feradur – Epimetheus

Feradur - Epimetheus

Kleine Konzerte sind immer noch die besten. Da kommt man als Metal-Fan seinen Lieblingsbands ein wenig näher, evtl. auch noch mit ihnen ins Gespräch, kann sich die beim Moshpit und Headbangen hart erarbeiteten CDs signieren lassen und mit den Leuten auf eine metallisch-goldene Zukunft anstoßen! Yep! Da kann eine große Halle mit zig Absperrungen und einem fettem Backstage-Bereich, wo die Bands oftmals auf Nimmerwiedersehen entschwinden, einfach nicht mithalten. Ist es nicht so? Auf der Release-Party zum ersten Krähenfeld-Album in der kleinen Krähenfelder Location Magnapop habe ich mich natürlich auch dementsprechend wohl gefühlt. Als erste Band des Abends haben die Melodic-Death-Metaller von Feradur die Bühne geentert. Und auch wenn sie sich erst noch etwas aufwärmen mussten, so wurden sie mit jedem weiteren dargebotenen Song immer spursicherer und besser, so dass sie mich letztendlich von ihren Qualitäten überzeugen konnten. Auf ihrer CD „Epimetheus“ sieht das Ganze noch ein wenig anders aus. Die professionelle und wirklich druckvolle Produktion lässt Feradur nämlich in einem noch besseren Licht dastehen. Das ist auch kein Wunder, denn schließlich hat sich die Band seit ihrer Gründung im Jahre 2006 viel Zeit für ihren ersten Longplayer gelassen, welcher erst neun Jahre später veröffentlicht wurde. Man wollte wohl keine halbgaren Sachen veröffentlichen. Und das Resultat kann sich definitiv hören lassen.

Nachdem die Scheibe nun etliche Male in meinen Player rotiert ist, kann ich Feradur eine gewisse Nähe zu den allseits beliebten und bekannten Amon Amarth nicht abstreiten. Bei mehreren Klangmustern hatte ich zunächst das schwedische Wikingerschiff vor Augen, auch wenn mich der Albumtitel sowie das in blauen Tönen gehaltene Cover mit dem auf Griechisch getrimmten Schriftzug die Scheibe thematisch in der griechischen Mythologie verorten ließ. Doch weit gefehlt! Vom Opener „A Gift From Malevolent Gods“ und dem Schlusslicht „Ragnarøk“ mal abgesehen, die uns jeweils auf einen kurzen Trip in die griechische und nordische Mythologie entführen, sind die Themen der anderen Songs vielmehr der verschiedenen aus der Pandora Büchse entwichenen und in unserer modernen Gesellschaft oft anzutreffenden bzw. fest verankerten Plagen zugeordnet. Dazu gehören beispielsweise die undurchsichtige Abhängigkeit von Medikamenten oder der Missbrauch von Kindern. Ja, die Themen dieses Albums sind bitterernst, und sie werden natürlich mit der nötigen wütenden Härte und Aggression des Death Metals vorgetragen. Aber nicht nur, denn die klassischen Stilmittel dieser Spielart werden hier von feinen Melodien, rhythmischen Riffs mit Headbanger-Potenzial sowie vielen netten und stellenweise echt innovativen Gitarrenspielereien flankiert. Aus diesem Grund kann man hier von echt gutem und fachmännisch eingespielten Melo-Death sprechen, der zudem von sich abwechselnden Vocals (mal Growls, mal schwarzmetallisches Gekreische) bestens abgerundet wird.

Wer hören möchte, wie es klingt, wenn Amon Amarth in Griechenland auf der Suche nach der Pandora Büchse einfallen, der sollte die Bandcamp-Seite von Feradur aufrufen und dort einen Fünfer für die CD investieren. Und mal ehrlich, für einen Fünfer kann man doch gar nichts falsch machen, oder? Und schon gar nicht, wenn man den Melodic Death Metal in zigfacher Ausführung auf seiner Kutte trägt, Amon Amarth vergöttert und auch jüngst gegründete Bands wie z. B. Hyperion unterstützt. Leute, hier ist Support angesagt!