Frigoris – Wind

Frigoris - Wind

Ich musste doch etwas schmunzeln, als ich den Bandnamen in die Maske einer, ähem, sehr bekannten Suchmaschine eingab. Im Ranking reihte sich in den oberen Zeilen die „Frigoris AG Kältetechnik“ ein. Wie passend zum Melodic Black Metal, dachte ich. Allerdings lässt mich „Wind“ (VÖ 07.06.2013) alles andere als kalt. Frigoris setzen auf gitarrenlastige, melodisch melancholische Musik à la einer Insomnium-Mischung, mit der sie mich gekonnt überzeugt haben. Selbst das Element des Geflüsters (welches ja auch vorgenannte Band nutzt) wird hier abwechslungs- und kontrastreich zur Kreischstimme eingesetzt. In „Frühlingsnacht“ werden sehr stimmig und passend zum Titel weibliche Vocals eingesetzt, die in ein tolles Gitarrensoli übergehen. Markant sind die immer wiederkehrenden Breaks mit ruhigeren (Akustik)Passagen, die sich wunderbar in das Konzept einfügen. Gerade die tiefe Melancholie im letzten Stück, durch die Post-Elemente der Gitarre bezweckt und dem Ausklang durch die Akustikgitarre, ließen mir eine Gänsehaut auf dem Buckel wachsen. Einzig der Song „Ode an verlorene Seelen“ hätte eher als Instrumentalstück fungieren können, um das Album aufzuwerten. Mich haben die Samples gestört. Aber bitte, das soll jeder selbst entscheiden. Das Stück „…und Asche rinnt durch meine Hände“ kann übrigens vorab im Internet angespielt werden.

Fazit: Es ist eine deutliche musikalische Weiterentwicklung im Vergleich zu „Nach dem Krieg…“ zu hören und auch optisch macht das Cover diesmal einiges mehr her. Meiner Meinung nach hat die Band mit „Wind“ ihre Richtung gefunden! Ich bin sehr neugierig, was sie uns in Zukunft noch auftischen wird.

(auch veröffentlicht im Hammerheart Fanzine #8, Mai 2014)