Harakiri for the Sky – Aokigahara

Harakiri For The Sky - Aokigahara

„Aokigahara“ – was für ein überaus passender Titel für dieses düstere Album voller Depression und suizidalen Flairs. Überaus verblüffend auch, dass dies der japanische Name des sogenannten „Suicide Forest“ ist, der am Fuße des Mount Fuji in Japan liegt. Jedenfalls ist er eine scheinbar attraktive und funktionierende Möglichkeit der steigenden Überbevölkerung entgegenzuwirken, schaut man sich die Zahlen der Selbstmörder dort genauer an…

Die musikalische Leistung von Harakiri for the Sky könnte hier mit Sicherheit als offizieller Soundtrack fungieren. HFTS kommen allerdings keineswegs aus japanischen Todeswäldern, sondern aus Österreich und veröffentlichten bereits 2012 ihr (wenn auch knapp bestücktes, aber viel versprechendes) Debütalbum. Aokigahara ist nunmehr die thematische und musikalische Fortsetzung dessen, nur mit fast doppeltem Content. Die ausgesprochen gut verpackte Negativität, gehüllt in eine Menge Melodie und durchzogen von einem roten (Todes)Faden machen Bock auf mehr!

Bands in diesem Genre gibt’s ja nun wie Bäume im Wald (wo wir grad dabei sind), aber nicht jeder wächst hoch genug. HFTS haben echt Potential! Mein Anspieltipp ist „Panoptycon“: Traurig, erschütternd, geile Tempowechsel, dazu eine melancholische Grundstimmung. Der Gesang wirkt auf dem Album etwas „zerstört“, kratzig und vermischt sich mit der Gitarre, was irgendwie gut zur Atmopsphäre passt. Es besteht zwar eine gewisse monotone Gesamtheit auf dem Album, aber grade die kleinen Nuancen wie tolle Gitarrensolos oder auch die Gastauftritte von Fäulnis, Whiskey Ritual, Agrypnie und Heretoir bringen Abwechslung hinein!

(auch veröffentlicht im Hammerheart Fanzine #9, Mai 2015)