Marsh Dweller – The Weight Of Sunlight

Marsh Dweller - The Weight Of Sunlight

Da ich grad die Frühlingssonne (und somit die „Schwere des Sonnenlichtes“) genieße und keine Lust auf ein dunkles, nach Nordwesten ausgerichtetes Arbeitszimmer habe, muss nun ein altes Stück Pappe herhalten, auf dem ich diese Zeilen niederschreiben kann.

Marsh Dweller, eines von unzähligen Projekten aus den Staaten, hat mich wirklich überrascht. Dieses sticht besonders hervor, denn es ist nicht der typische (Black) Metal, den man heutzutage an jeder Ecke vorfindet. Und auch wenn das Cover wie das Inlay darauf schließen lassen könnten, dass es sich hierbei um irgendeinen naturverbundenen Kram handelt, ist dem ganz und gar nicht so. Wie John Owen Kerr einst verlauten ließ, ist er Atheist, und dieses Album ist einfach nur ein Album über die Natur. Musikalisch triumphiert dieses Debüt jedenfalls mit seinen hochgradig ausgefeilten Riffs und Johns Vorliebe für Metallica (die Danksagung an James Hetfield hat ihn hier verraten). Deren Einfluss ist in Form von thrashigen Passagen auf jeden Fall herauszuhören. Durch die Kombination aus diesen besonderen Parts, eingängigen sowie teils Slayer-artigen Gitarrensolos und akustischen Gitarrenelementen entsteht so ein Album, dem ein wenig der Spirit der 80er Jahre innewohnt. Dennoch klingt „The Weight of Sunlight“ unglaublich eigenständig. Es werden außerdem eine Menge Field Recordings verwendet, was den natürlichen Charakter des Albums unterstreicht. Im Kontrast dazu stehen die Momente aus Raserei, die es zu einem sehr abwechlungsreichen Album machen. Allerdings bin ich bereit daran zu glauben, dass diese Mischung und somit auch das Album an sich eine Eintagsfliege sind. Nicht in dem Sinne, dass es schnell vergessen sein wird, nein, eher dass der Stil des nächsten Albums ein ganz anderer sein wird. Wobei dieser Stil schon nahezu perfekt ausgearbeitet ist. Es ist Musik, die Spaß macht, und ein Album, das ich immer wieder gern durch den Spieler jage.

Unterstützt wird Kerr auf der Platte von in der Szene bekannten Leuten wie Andrew D’Cagna (Obsequiae, Nechochwen), Aaron Carey (Nechochwen) und Tanner Anderson (Obsequiae und ich vermute gleichzeitig auch Sprecher der Hammerheart Brewery, mit der wir letztes Jahr ein Interview führten, bin mir dessen aber nicht absolut sicher), die durch die Ergänzung von Bass, einigen tollen Gitarrensolos und dezenten Synth-Einsätzen das Ganze zu einer runden Sache formen. Ein absolut fetziges Projekt, das ich jedem wahren Metalhead nicht nur zum Headbangen empfehlen kann!


I am enjoying the spring sunshine (and thus the „weight of the sunlight“) and I don’t like to be in a dark, north-west oriented home office, and therefore an old piece of cardboard is now in my hands on which I can write down these lines.

Marsh Dweller, one of countless projects from the States, really surprised me. This is especially noteworthy, because it is not that typical (black) metal style that you can find at every corner. And even if the cover and the inlay seem like they’re showing some kind of „close to nature stuff“, it is not at all. As John Owen Kerr once said, he is an atheist, and this album is just an album about nature. Musically, this debut triumphs with its highly refined riffs and John’s love for Metallica (the achknowledgement to James Hetfield has betrayed him). Their influence can be heard in terms of thrashy passages. Through the combination of these special parts, catchy and partly Slayer-like guitar solos and acoustic guitar elements, an album is created, which is a bit of the spirit of the 80s. Nevertheless, „The Weight of Sunlight“ sounds incredibly independent. A lot of field recordings are also used, which underlines the natural character of the album. The contrasting moments of furiousness make it a very versatile album. However, I believe this mixture and the album itself is something like a one-day wonder. Not in the sense that it’ll soon be forgotten, no, rather the style of the next album will be quite different. But this style is almost perfect. This music is fun, and it’s an album that I like to play again and again.

Kerr is supported on this longplayer by people who are well-known in this genre just like Andrew D’Cagna (Obsequiae, Nechochwen), Aaron Carey (Nechochwen) and Tanner Anderson (Obsequiae and I guess also speaker for the Hammerheart Brewery, with which we conducted an interview last year, but I’m not absolutely sure if he’s that guy). By the addition of bass, some great guitar solos and discreet synth they form all to a well-rounded thing. An absolutely great project, which I can recommend to every true metalhead not only for headbanging!