Mornir – Hexer

Mornir - Hexer

Mornir aus dem bayerischen Süden Deutschlands sind keine Unbekannten bei Waldhalla, schlug doch ihr Debütsilbering „Entfesselt“ gegen Ende des Jahres 2017 mit recht viel Wums bei uns auf. Nach recht langer Zeit gibt es endlich wieder Neues von dieser Pagan-Band zu hören, allerdings nur eine kurze Single mit dem Namen „Hexer“. Zwei neue Tracks sind darauf zu finden, die den bereits bekannten Weg konsequent weiterverfolgen und nur hin und wieder leicht von der vorgegebenen Richtung abweichen.

Die Scheibe startet mit „Herr in Wind und Tälern“ und einem sehr dynamischen Sound, der vorwiegend durch das melodiegebende Instrument Violine getragen wird. Das Violinspiel tritt an manchen Stellen wirklich sehr stark in den Vordergrund, lässt dabei aber trotzdem genügend Raum für den Gesang, welcher durch die Fidel regelrecht beflügelt wird. Der Sänger gibt sich, dem Genre entsprechend, mit rau und tief gellender Stimme, passt aber perfekt zu der hier dargebotenen Musik. Passend wird auch zum Spannungsaufbau das E-Gitarrenspiel in Szene gesetzt, was man besonders gut im zweiten, dem kürzeren Titelsong heraushören kann. Die Gitarre übernimmt hier streckenweise den melodischen Part und verleiht dem Gesang noch mehr Nachdruck, wodurch dieses Stück mit noch mehr Stärke und Präsenz unterstrichen wird. Auch das Schlagzeug hallt recht gut platziert durch die Kompositionen. Mal schmetternd oder gezielt auf den Punkt gebracht, unterstützt der Trommler sehr gekonnt den mitreißenden Stimmungsverlauf. Man könnte sagen, dass das Schlagzeug auf dieser Scheibe sehr gut als Katalysator zu verstehen ist, und dabei nicht nur im Hintergrund verbleibt, eher das Gegenteil ist hier der Fall. Doch wie gesagt, vor allem das Violinspiel zieht sich mit der einprägsamen Melodie wie ein roter Faden durch die Songs und begleitet den Hörer durch deren ausgeklügelte Vielschichtigkeit.

Mornirs neue Single ist zwar nur ein kurzer Akt mit ca. 8 Minuten Spielzeit, aber auf jeden Fall einer, der mit sehr schwungvollen und starken Songs überzeugt. Den sehr ausgewogenen Einsatz der einzelnen Instrumente, der keine Disharmonien aufkommen lässt, empfinde ich als sehr positiv. Großes Lob dafür!