Munarheim – Nacht und Stürme werden Licht

Munarheim – Nacht Und Stuerme Werden Licht

Bereits seit dem ersten Durchlauf von „Nacht und Stürme werden Licht“ frage ich mich, warum mir Munarheim nicht schon viel eher über den Weg gelaufen sind. Im Stillen ärgere ich mich ein wenig – um mich im gleichen Augenblick wie ein Schneekönig darüber zu freuen, nun diese wahrlich interessante und vor Abwechslung nur so sprühende Stilmixtur aus düsteren Black-Metal-Anleihen, folkischen Klängen, symphonisch-epischen Elementen und einem deutlich spürbaren Hauch von Klassik vernehmen zu können.

Es mag etwas vermessen klingen, aber in meinen Ohren bewegt sich die achtköpfige Truppe von Munarheim nahe an der Perfektion. „Nacht und Stürme werden Licht“ ist von der ersten bis zur letzten Spielminute mitreißend. Und nicht nur das: Die Mixtur aus den verschiedenen Stilelementen passt nahtlos ineinander. Hier vermengen sich verträumte Melodien mit genau der richtigen Portion stimmlicher Härte. Und in keinem Moment wirken die folklorischen Elemente störend oder unpassend, sondern im Gegenteil immer auf den Punkt platziert und auf die jeweilige Stimmung angepasst. Hätte ich Speichel in den Ohren, mir würde dort das Wasser zusammenlaufen – das Ganze auf Ohrenschmalz zu übertragen klingt dann aber doch etwas ekelig…

Steffen Groot von Metal.de bringt es so perfekt auf den Punkt, dass ich nicht umherkomme ihn zu zitieren: „Eine epische Mischung, die vom ersten Song an zum Träumen, Mitwippen und Waldwanderungen einlädt, um immer wieder mal aufzuspringen und die Luftgitarre zu malträtieren.“ Besser hätte ich es auch nicht ausdrücken können.

Eines wird bereits im Intro des Albums deutlich: Munarheim haben sich stark von Dornenreich inspirieren lassen, das ist unbestreitbar. Nicht nur, dass mich besagtes Intro an das wundervoll märchenhafte Album „Hexenwind“ erinnert; in den restlichen zwölf Stücken schwingt der Dornenreich-Stil ebenfalls unüberhörbar mit. Aber nicht nur der ist spürbar. Die Fröhlichkeit, der Optimismus (wenn auch nicht jeder Song ein positives Thema behandelt) und die Lebensfreude, die auf „Nacht und Stürme werden Licht“ vorherrschen, erinnern mich manches Mal an Die Apokalyptischen Reiter. Deutlich wird das besonders, wenn man die Texte des Albums betrachtet, die (bis auf wenige Ausnahmen) mit jeder ihrer Zeilen „Lebe!“ in die Welt hinausschreien.

Schließ die Augen, atme tief ein! […] Reißt alle Mauern in euren Köpfen ein! Werde du selbst, denn nur selbst kannst du sein!
— Munarheim, Liberté

Die Krone setzen Munarheim ihrem Werk mit der Neuvertonung von Americas „The Last Unicorn“ auf – dem Titelsong eines meiner absoluten Lieblingsfilme. Was die Krone zugegebenermaßen etwas relativiert, wenn man weder Song noch Film mag. Ich finde hingegen, dass er hier wie die Faust aufs Auge passt.

Einen Anspieltipp auf diesem extrem vielseitigen Album zu finden ist ziemlich schwierig. Aus diesem Grund versuche ist es erst gar nicht. Deshalb einfach CD einlegen, bequem zurücklehnen und den Klängen von „Nacht und Stürme werden Licht“ lauschen.