Nihil Nihil – Hollow Victory

Nihil Nihil - Hollow Victory

Es ist immer wieder erstaunlich, wie einige Rezensionen überhaupt zustande kommen. Für diese hier war das Prophecy Fest in Balve ausschlaggebend, auf dem der Solo-Künstler einen unserer Flyer fand, als er hinter der Theke stehend unser Team unbewusst mit Bier versorgte. Danke dafür! Die Versorgung startete nun erneut mit Futter für die Ohren in Form eines Tapes seiner ersten Veröffentlichung „Hollow Victory“.

Das knapp 20-minütige Demo-Tape der Marke Nihil Nihil enthält acht Tracks von minimalistischen und apokalyptisch angehauchten Songs. Auf Nachfrage, ob sich das Konzept auf den Nihilismus beziehen würde, bekam ich auch prompt die Antwort, dass der Bandname eher als eine Variable (oder Stimmung), die vom Hörer selbst befüllt werden könne, zu sehen sei, und dieser auch nicht an irgendetwas gebunden ist. Ebenso wenig wie die zukünftige musikalische Ausrichtung. Eine Vermischung oder Variation mit Black Metal oder Krautrock ist für den Künstler ebenfalls denkbar. Dass er anscheinend mit der metallischen Seite gut kooperiert, zeigt sein damaliges Nebenprojekt als Shouter bei Opium Divan.

What thou lovest well remains, the rest is dross.

Markant für Nihil Nihil ist jedenfalls die Stimme, die aufgrund des langsam vorgetragenen Gesangs eine gewisse Düsternis verbreitet und aufgrund der raren Instrumentierung recht eigenständig ist. Mir fallen da vergleichsweise nur Fields of Mildew ein, die ebenfalls Endzeitstimmung à la „Weniger ist mehr“ verbreiten. Ja, die Songs auf „Hollow Victory“ sind schon fast wie der kleine Irrgarten, der so schön auf der Front des Tapes abgebildet ist, in dem man sich selbst zurechtfinden muss, und der gewissermaßen dazu aufruft, sich mit dem Projekt etwas näher zu befassen. Ich für meinen Teil muss zwar zugeben, dass bei mir sich kaum ein Song so recht im Gehörgang festigen möchte, aber dies mag vielleicht an dem stets gegenwärtigen Minimalismus liegen (wobei dieser natürlich nicht mit der Komposition gleichzusetzen ist), oder ich habe meinen Weg durch das Labyrinth einfach noch nicht gefunden… Dennoch gibt es natürlich kleine „Schlupflöcher“ in der Irre, die den Weg erahnen lassen. So kann ich als Anspieltipp „hell is other people“ und „opium eater“ wärmstens empfehlen. Letzteres hat mich stark an die unbekannte Arnsberger Band Love Muffins erinnert, die damals mal hier in der Gegend zusammen mit irgendwelchen Metal-Bands gespielt hat. Ich bin zumindest gespannt, was das Projekt in Zukunft noch zu bieten haben wird. Möglicherweise gibt es ja irgendwann eine „Koalition“ mit der Band Horn, die ebenfalls aus Paderborn stammt, hehe…