Odroerir – Das Erbe unserer Ahnen

Odroerir - Das Erbe unserer Ahnen

Es ist soweit! Nach sieben langen Jahren des Wartens und Darbens sind Odroerir mit einer Riesenüberraschung im Gepäck endlich zurück.

Seit 1998 erfreuen uns die Thüringer nun schon mit sauberem Pagan Folk Metal, angefangen mit ihrem im Jahre 2000 erschienenen und nach dem thüringischen Volkshelden benanntem Demo „Iring“. Zwei Jahre darauf folgte das offizielle Debüt mit dem Namen „Lasst euch sagen aus alten Tagen…“ und wiederum zwei Jahre später die 7″-EP „Odroerir“. „Fleißig, fleißig“, sollte man denken, als 2005 das zweite offizielle Werk, die „Götterlieder“, direkt nachgeschoben wurde. Doch dann: Stille… Erst 2010 wurde „Götterlieder II“ veröffentlicht und entschädigte die Fans nach fünf Jahren Wartezeit mit einem Knaller. Doch dann: Wieder Stille…

Natürlich spielten Odroerir zahlreiche Konzerte, doch auf konkrete Fragen der Fans nach neuem Liedgut äußerten sie sich nur vage und ausweichend. Innerhalb dieser Zeit durfte ich die Leute persönlich kennen lernen und aus einer guten Kollegschaft wurde Freundschaft, so dass ich von Fix (Sänger und Gitarrist) von den Plänen zum nächsten Album erfuhr. Neugierig und gespannt harrte ich der Dinge, und zu meiner Freude wurden meine Frau (mittlerweile neben Waldtraene feste Sängerin von Odroerir) und ich eingeladen, Teil des Projektes zu werden. So durfte ich Fix bei dem Lied „Abecedarium Nord“ meine Gitarre und Stimme leihen und für die lang ersehnte Scheibe meinen Teil beitragen.

Und jetzt kommt die oben angekündigte Überraschung: Es ist ein reines Folk-Album! E-Gitarre und Schlagzeug werden gegen historische Instrumente eingetauscht, Percussion und Maultrommel dominieren das sieben Lieder starke Werk (Laufzeit ca. 1 Stunde). Die Lieder wurden von Fix im Alleingang komponiert und sind zum Großteil instrumental umgesetzt. Die Stücke mit Text haben es allerdings in sich. Hier werden mit „Idisi“ und „Phol ende Uuodan“ die Merseburger Zaubersprüche vertont, welche die einzigen bekannten Schriftstücke in althochdeutscher Sprache mit rein heidnischem Inhalt sind, während „Abecedarium Nord“ dem ältesten bekannten Runengedicht, dem „Abecedarium Nordmannicum“ entspringt. Die Inspiration zu einem solchen Werk brachte Fix von seinen zahlreichen Reisen auf dem Fahrrad mit. Auf der DVD der limitierten Edition sind landschaftliche Eindrücke und heilige Orte, die er besucht hat, zu finden, stimmig mit den Liedern des Albums und Erklärungen des Komponisten in Szene gesetzt.

Ein sehr besinnliches und spirituelles Album hat das Licht der Welt erblickt, und jene, die sich darauf einlassen können, werden höchst zufrieden sein. Vermutlich werden sich die Meinungen der Fans und Magazine spalten, jedoch stehe ich der Scheibe äußerst positiv gegenüber und bin froh, dass Fix diese Umsetzung gewählt hat. Der einzige Kritikpunkt, den ich anmerken muss, ist die geringe Anzahl an Liedern mit Gesang, was jedoch nur meiner subjektiven Meinung entspricht. Es ist in jedem Fall keine Musik für nebenbei, sondern perfekt fürs Lagerfeuer und einsame, meditative Stunden mit einem oder mehreren Hörnern Met geeignet – dem guten Skaldenmet, nicht dem, der herunterfiel…